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Wegfall des Wegerechtes bei Zwangsversteigerung

| 29.11.2010 10:59 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Für unser Grundstück ist ein Wegerecht unter Abt. II eines Grundstücksnachbarn eingetragen. Nunmehr soll die Immobilie des Nachbarn zwangsversteigert werden und der neue Besitzer will das Wegerecht im Termin streichen lassen.
Es ist der einzige Zugang(Auffahrt) zu unserem Haus. Was können wir im Termin dagegen tun?

29.11.2010 | 11:50

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Eine abschließende Beurteilung ist ohne Kenntnis des gesamten Sachverhalts und insbesondere der Aktenlage bei Gericht leider nicht möglich.

Wenn ich sie aber richtig verstanden habe ist zu Ihren Gunsten in dem betreffenden Grundbuch ein Wegerecht eingetragen. Da es sich um ein grundbuchliches Wegerecht handelt,erlischt dieses nicht automatisch durch die Veräußerung, sondern bleibt grundsätzlich bestehen.

Der Antrag der Gegenseite auf Löschung hat grundsätzlich nur unter zwei Voraussetzungen Erfolg. Eine Löschung kommt zum einen dann in Betracht, wenn das Wegerecht zu Unrecht eingetragen worden ist, das Grundbuch also insoweit falsch ist , was nach ihrer Schilderung nicht der Fall ist oder wenn der Nachbar ein berechtigtes Interesse an der Löschung hat.

Ein berechtigtes Interesse hätte der Nachbar nur dann, wenn er einen wichtigen Grund hätte und einer Abwägung zwischen ihrem Interesse an dem Wegerecht und dem Recht des Nachbarn das Wegerecht gelöscht zu bekommen ergeben würde, dass das Recht des Nachbarn überwiegt.

Dieses kann ich nach ihrer Schilderung aber nicht erkennen. Wenn ich Sie richtig verstehe benötigen sie das Wegerecht, um Ihr eigenes Grundstück überhaupt ordnungsgemäß nutzen zu können. Vor diesem Hintergrund sollten Sie vortragen, dass sie auf die Benutzung des Grundstücks des Nachbarn zwingend angewiesen sind und Ihnen deshalb ein Notwegerecht gem. § 917 BGB zusteht.

Ob sie letztendlich tatsächlich ein solches Recht haben kann ich ohne Kenntnis des gesamten Sachverhalts und der konkreten örtlichen Gegebenheiten leider nicht abschließend beurteilen, nach ihrer Schilderung halte ich aber das Vorliegen eines solchen Rechtes für sehr wahrscheinlich. Zumindest sollte hiermit vor Gericht argumentiert werden. Es hat ja schließlich auch einen Grund, weshalb Sie dieses Wegerecht ursprünglich eingetragen bekommen haben.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über meine E-Mail-Adresse oder die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Fax.0471/140244



Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Bewertung des Fragestellers 01.12.2010 | 09:01

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