1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haftung des Anwaltes

11.11.2010 14:07 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Weil mein Anwalt einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluß an die Postfach-Adresse der Bank eines Schuldners geschickt hat, konnte dieser im ersten Schritt nicht zugestellt werden. Die Zustellung an die korrekte Adresse traf zwei Tage nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein.

Der Insolvenzverwalter lehnt nun eine Anfechtung mit der Begründung ab, dass diese unter die Rückschlagsperre nach P. 88 InsO fällt.

Meiner Meinung nach hätte mein Anwalt wissen müssen, dass Zustellungen nur an ladungsfähige Adressen und nicht an Postfachadressen möglich sind.

Leitet sich hieraus ein Schadensersatzanspruch ab?

Wäre dieser evtl. durch die Schlichtungsstelle für Anwälte durchzusetzen?

Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Ihrer Schilderung entnehme ich, dass bei korrekter Angabe einer zustellfähigen Anschrift des Drittschuldners der Pfändungsbeschluss vor der in § 88 InsO genannten Monatsfrist zugestellt worden wäre.

In diesem Fall hätte die Pfändung Ihnen tatsächlich ein Sicherungsrecht gewährt, das nach § 88 InsO nicht mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens unwirksam geworden wäre, und Sie hätten eine deutlich bessere Position gegenüber der jetzigen.

Sollte es sich allerdings um ein Verbraucherinsolvenzverfahren handeln, dessen Eröffnung vom Schuldner selber beantragt worden ist, wäre die Rückschlagfrist 3 Monate, vgl. § 312 Abs. 1 Satz 3 InsO.

Es ist daher genau zu prüfen, ob tatsächlich eine Schlechterstellung erfolgt ist.

Falls das der Fall ist, haftet der Anwalt für seine Handlung.

Zu den Pflichten aus dem Anwaltsvertrag gehört natürlich auch, Grundlagen der Vollstreckung zu kennen und zu beachten. Er muss wissen, dass ein Postfach grundsätzlich keine zustellfähige "Anschrift" darstellt, und dass insbesondere ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss nicht unter einer Postfachadresse zugestellt werden kann.

Wenn sich aus diesem schuldhaften und vorwerfbaren Verhalten ein Schaden ergibt, ist der Anwalt Ihnen gegenüber regresspflichtig.

Sie sollten daher, ggf. mit Hilfe eines Kollegen, diese Ansprüche schriftlich geltend machen und darauf drängen, dass der Anwalt den Schaden seiner Haftpflichtversicherung meldet.

Möglicherweise wird der Schaden zügig reguliert, so dass sich ein Verfahren vor der Schlichtungsstelle erübrigt. Diese Schlichtung sollte eigentlich nur dann angerufen werden, wenn es Streit gibt. Das ist, zumindest jetzt jedoch noch nicht der Fall.


Fass Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf meine Hilfe zugreifen möchten, stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70092 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Wenn man sich unsicher ist, ist diese Seite sehr empfehlenswert. Frau Stadler hat recht schnell für wenig geld geantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche Antwort wo bei dem weiteren Verlauf geholfen hat. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche und sachliche Antwort, damit konnte das Problem behoben werde. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen