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Auf Kauf geeinigt, aber Verkäufer verkauft an einen anderen

| 02.11.2010 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Folgende 3 Fragen zur unten aufgeführten Korrespondenz, die per Email zwischen Privatpersonen geführt wurde.
Es geht um den Kauf eines antiken Buches, welches ohne Preisangabe auf einer Internetplattform angeboten wurde.

1.) ist ein rechtsverbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen?
2.) kann ich diesen mit Erfolgsaussicht einklagen?
3.) Muss der Beklagte im Fall meines Prozessgewinns sämtliche Kosten (inklusive meiner Anwaltskosten) tragen?

Ich bedanke mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen



27.09.2010, Email von mir an Verkäufer:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Hallo,
Ich möchte gerne 50 Euro bieten und bitte um Kontaktaufnahme unter Email xyz@x.de
oder telefonisch: 000000
Viele Grüße


27.09.2010, Email von Verkäufer an mich:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
70 eu incl. versand mfg
(im Anhang 4 Fotos des Buches)


28.09.2010, Email von mir an Verkäufer:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Hallo Herr X
70 Euro ist zwar absolute Grenze für mein Budget,
aber ich möchte das Angebot gerne annehmen
und bitte um Zusendung der Bankverbindung.
Viele Grüße


30.09.2010, Email von mir an Verkäufer:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Hallo,
ich habe eventuell einige Emails versehentlich gelöscht
und jetzt weiss ich nicht ob ich eventuell eine Mail
von Ihnen mit der Kontonummer gelöscht habe.
Falls eine solche geschickt wurde, bitte nochmal schicken.
Viele Grüße


01.10.2010, Email von Verkäufer an mich:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
hallo
sparkasse
konto. 0000
blz: 0000
mfg


04.10.2010, Email von mir an Verkäufer:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Guten Morgen Herr X
vielen Dank, die 70 Euro sind überwiesen.
Bitte schicken Sie das Buch versichert
zum Beispiel als Einwurf-Einschreiben, Paket
oder Hermes-Packet an: xxxxxxxxx
Ich bin schon sehr gespannt auf das Buch.
Viele Grüße


04.10.2010, Email von Verkäufer an mich:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
sorry das buch ist schon weg .holen sie sich bitte das geld wieder zurück oder ich übberweise ihnen das geld wieder.mfg


05.10.2010, Email von mir an Verkäufer:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Was soll das denn jetzt?!
Ich dachte wir hatten das Geschäft abgemacht?
Warum bekomme ich die Bankdaten mitgeteilt und jetzt platzt die Sache? Ich bitte um eine Erklärung.


05.10.2010, Email von Verkäufer an mich:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
weil ich dachte das ,du der ander bist und noch mal mein bank daten haben möchtest sorry .hast dir ja auch zeit gelassen nit deiner antwort .


05.10.2010, Email von mir an Verkäufer:
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Am 27.9. wurden mir die Fotos und der Preis von 70 Euro geschickt.
Am 28.9. habe ich mitgeteilt dass ich das Angebot annehme.
Am 1.10. habe ich die Kontonummer bekommen und überwiesen.
Am 4.10. wurde das Geld gutgeschrieben, denn es lag ja das Wochenende dazwischen.

Es tut mir leid, normalerweise bin ich nicht so, aber ich sehe nicht wo hier eine Verwechslung aufgetreten sein soll.
Zumal ich das Angebot am 28.9. angenommen habe und damit ein gültiger Kaufvertrag nach § 145 BGB zustande gekommen ist.

Ich möchte darum bitten den Kaufvertrag einzuhalten der durch Angebot und Annahme zustande gekommen ist und dem anderen Käufer dies mitzuteilen.
MfG


05.10.2010, Email von Verkäufer an mich
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
das ist keine auktion mein guter ,ich kann das buch verkaufen wenn ich möchte .wenn du so anfängst.das geld bekommst du zurück und gut ist.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben im Rahmen einer ersten Beratung wie folgt beantworten möchte:


1.) ist ein rechtsverbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen?
Ja, es ist vorliegend (wenn der oben zitierte Schriftverkehr die einzige Kommunikation war) ein Kaufvertrag wirksam zustande gekommen. Der Verkäufer hat sich somit verpflichtet, Ihnen das Buch im Gegenzug zur Bezahlung zu übereignen.

Im deutschen Recht gibt es die Besonderheit, dass allein mit dem Kaufvertrag die Sache noch nicht übereignet ist. Hierfür sind insgesamt zwei Verträge nötig - zum einen die Verpflichtung zur Übereignung und dann weiter die Verfügung an sich.
Daraus folgt, dass man grundsätzlich über ein und dieselbe Sache soviele Kaufverträge abschließen kann wie man möchte. Man kann dann nur nicht jeden der Verträge erfüllen, da die Sache selbst nur einmal vorhanden ist und übereignet werden kann. Allerdings macht man sich jedem anderen Käufer gegenüber schadensersatzpflichtig.


2.) kann ich diesen mit Erfolgsaussicht einklagen?
Sofern das Buch dem anderen Käufer bereits übereignet wurde - und hierzu hatte der Verkäufer als Eigentümer auch das Recht - können Sie die Erfüllung des Kaufvertrags selbst nicht mehr wirksam einklagen. Die Übereignung ist dem Verkäufer unmöglich geworden, da er nicht mehr Eigentümer des Buches ist.
Allerdings können Sie gem. §§ 283, 281 Abs. 1 S. 2f und Abs. 5 Schadensersatz verlangen. Der Schaden besteht in der Höhe, die eine Ersatzbeschaffung des Buches kosten würde. Sollte das Buch anderweitig für 80 Euro zu haben sein, wäre Ihr Schaden entsprechend 10 Euro, denn 70 Euro hätten Sie auch diesem Verkäufer gezahlt.
Ihren Kaufpreis bekommen Sie natürlich ebenfalls wieder.

Weiterhin gehören zum Schaden auch die Anwaltskosten. Da sich der Verkäufer hier endgültig weigert, den Kaufvertrag zu erfüllen, können Sie einen Anwalt zur Prüfung Ihrer Ansprüche beauftragen.


3.) Muss der Beklagte im Fall meines Prozessgewinns sämtliche Kosten (inklusive meiner Anwaltskosten) tragen?
Die Kostentragungspflicht im Zivilprozess richtet sich nach den §§ 91 ff ZPO. Nach § 91 Abs. 1 ZPO hat die unterliegende Partei sämtliche Kosten des Rechtsstreits zu tragen - insbesondere auch die Kosten der Rechtsverfolgung der Gegenseite, sofern sie notwendig waren.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend!

Mit freundlichen Grüßen


Nele Trenner
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2010 | 21:58

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Bis wann müsste die Klage eingereicht werden, also gibt es eine Verjährungsfrist?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2010 | 22:17

Sehr geehrter Fragesteller,

bevor Sie Klage einreichen, sollten Sie den Verkäufer außergerichtlich unter Fristsetzung zur Zahlung von Schadensersatz auffordern.
Hierzu müssen Sie die Höhe des Schadensersatzes genau beziffern - Sie müssten also bereits Ersatzangebote für dieses Buch haben.

Hierbei ist auch wichtig, Nachweise für einen gegebenenfalls durchzuführenden Prozess zu sichern (schriftliche Angebote, Aufforderung zum Schadensersatz mit Einschreiben usw.).

Erst nach Fristablauf sollten Sie Klage einreichen. Der Anspruch auf Schadensersatz verjährt in der regelmäßigen Verjährungsfrist, also in drei Jahren.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 02.11.2010 | 22:26

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