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Vodafone Inkasso Transcom

| 30.10.2010 12:56 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Vorwort

Bin schon fast 6 Jahre Kunde bei Vodafone,stets zufrieden,jedesmal wenn ich ein Vertrag mit Handy verlängert habe,habe ich von Vodafone das Mobiltelefon inkl. Rechnung und Überweißungsträger bekommen (hat noch Relevanz)!Vor knapp 2,5 Jahren habe ich dann meine Freundin überredet mit zu Vodafone zu kommen!Vor ca. 6 Monaten konnten wir dann beide unsere Verträge verlängern,was wir getan haben!
Wir haben beide ein Handy zum Vertrag genommen,ich hatte wieder eine normale Rechnung für das Handy (auf dem Lieferschein gedruckt) und einen vorausgefüllten Überweißungsträger!

Problem Freundin

Bei meiner Freundin,war im Gegensatz zu mir der Lieferschein komplett leer,es stand zwar das aufgeführete Handy,Kundennummer auf dem Schreiben,aber kein Betrag,keine Kontonummer,einfach nix zum Thema bezahlen!Nur oben stand in der linken Ecke,Rechnung erfolgt bei Post,dieser Satz stand aber auch bei mir auf dem Schreiben!Auch meine Freundin hatte einen Überweißungsträger,nur war ihrer wiederum auch komplett leer,also auch hier kein Betrag,keine Kontonummer,nix!
Das war wie erwähnt vor 6 Monaten!Wir wohnen übrigens nicht zusammen.
Gestern hat meine Freundin auf einmal ein Schreiben von o.g. Inkassobüro bekommen,sie möge jetzt 199,90€ für das Handy + ca. 52€ Gebühren überweißen,die Summe beträgt also insgesamt über 250,00€!
Ich habe mittlerweile nun schon 3 Telefonate mit Vodafone geführt,sehr unfreundlich,wie einem diese Call-Center Mitarbeiter gegenüber treten.
Sie meinen:

1.Es seien 2 Mahnungen verschickt wurden,nur wieso kamen diese niemals an,das Handy und das Inkassoschreiben sind ja auch angekommen!

2.Meine Freundin als Kunde müßte sich informieren ob sie was zu zahlen hätte,nur wenn garkeine Rechnung vorliegt,woher soll sie das da wissen,egal ob man mir (ich habe Vertrag für sie gemacht per Telefon) den Preis für das Telefon damals gesagt hat.Fakt ist,eine Rechnung gibt es nicht,auch keinen Zahlungstermin,einfach nix,wieso muß sie sich dann informieren.Ein Anruf von Vodafone hätte ja gereicht,z.B. EDV Fehler oder so,bitte überweißen sie...!

3.Vodafone hatte noch nie Probleme Vertragskosten (Grundgebühren,etc.) abzubuchen oder so,sind immer liquide,was für mich zur Normalität gehört.Das hier keinerlei Kompromissbereitschaft an den Tag gelegt wird,finde ich sehr schade.Vodafone verweißt wiegesagt auf ihre AGB's und betont immer,wir hätten uns erkundigen müssen,ob wir nicht was zu bezahlen haben,bzw. meine Freundin und verweißt dann wederholt auf Transcom Inkasso!

4.Stellt sich noch die Frage,ob das Inkassobüro schon evtl. einen negativen Schufaeintarg aufgegeben hat,was ja schon fast ein Todesurteil ist!

Frage,Hilfe

Bin sehr enttäuscht und wütend,wie sich Vodafone hier verhällt,das nach 6 bzw. über 2,5 Jahren Kundschaft ohne Probleme!Was kann bzw. soll ich nun unternehmen,sollen wir sofort einen Anwalt konsultieren,erst mit dem Inkassobüro in Kontak treten,wie verhält sich die Sache falls nun schon ein Schufaeintarg beantragt wurde...etc?
Der leere Lieferschein + der leere Überweißungsträger,den sie damals zum Handy bekommen hat ist noch vorhanden,zum Vrgl. auch mein Lieferschein,wo explizit Rechnung,Zahlungstermin usw. enthalten ist!

Mit freundlichen Grüßen

Cole

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Dies vorausgeschickt möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Sie legen dar, daß Ihre Freundin von Vodafone keinerlei Rechnung oder Mahnung bekommen hat und nun die Forderung eines Inkassounternehmens vorliegt.

Wenn ein Gläubiger einen zivilrechtlichen Anspruch behauptet, muß er diesen Anspruch darlegen und beweisen.
Das bedeutet, er muß zunächst beweisen, daß ein entsprechender Vertrag geschlossen wurde. Weiterhin ist beim Verzug Voraussetzung, daß entweder

a) der Schuldner auf eine Mahnung nach Fälligkeit nicht geleistet hat, oder
b) für die Zahlung eine Zeitpunkt nach dem Kalender bestimmt war und der Schuldner nicht geleistet hat (§ 286 BGB).

Wohlgemerkt muß der Gläubiger die o.g. Tatsachen beweisen, also z.B. auch die erwähnten Mahnungen. Wenn Ihre Freundin wie Sie erwähnen keine Mahnungen bekommen hat dürfte das schwerfallen. Weiterhin ist der Hinweis des Call-Centers
auf die AGB ebenfalls fragwürdig: Wenn sich ein Verwender auf AGB’s beruft muß er beweisen, daß diese zum Vertragsbestandteil geworden sind. Da Sie offensichtlich noch nicht einmal einen schriftlichen Vertrag bekommen haben (der auf die AGB verweisen könnte) sind die AGB somit nicht vereinbart.

Wenn –wie Sie in Ihrer Darstellung weiterhin erwähnen – Vodafone die Zusendung einer Rechnung ankündigt und diese nicht gesendet wird besteht jedenfalls im Regelfall keine Zahlungspflicht und damit auch kein Verzug.

Weiterhin ist noch zu erwähnen, daß Ihrer Freundin als Vertragspartnerin grundsätzlich bei Fernabsatzverträgen ein Widerrufsrecht zusteht, § 312 d BGB.
Die Widerrufsfrist beträgt zwar nur 14 Tage (§355 Abs. 2 BGB), verlängert sich jedoch auf 6 Monate, falls der Verbraucher nicht schriftlich über sein Widerrufsrecht belehrt wurde. Auch für diese Belehrung ist Vodafone beweispflichtig.

Beachten Sie allerdings, daß Ihre Freundin für die Einhaltung der 6-Monatsfrist beweispflichtig ist. Im vorliegenden Fall wäre zu überlegen, ob ein derartiger Widerruf (per Einschreiben + Rückschein) nicht die einfachste Variante ist.
Nach alledem sehe ich gute Aussichten, daß Ihre Freundin die erwähnten Inkassogebühren nicht bezahlen muß.
Dem Inkassobüro teilt Ihre Freundin am Besten schriftlich mit, daß der Vertrag fristgerecht widerrufen worden (falls Sie die o.g. Frist einhalten können), oder –alternativ – nie eine Rechnung/Mahnung bekommen hat und sie daher jegliche Forderungen zurückweist.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung und Vertretung Ihrer Interessen über die Direktanfrage gerne zur Verfügung.
Für eine positive Bewertung bedanke ich mich.


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2010 | 17:18

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Mack,

wie schon erwähnt war der Lieferschein,der eigentlich bei Vodafone die Rechnung enthällt bzw. auf dem die Rechnung mit Zahlungsfrist aufgerduckt ist leer.Das Widerrufsrecht ist jedoch aufgedruckt.

Das Inkasso Unternehmen behauptet in ihrem Schreiben,das die Zahlungsfrist am 03.06.2010 verstrichen sei,das Handy wurde am 20.05.2010 geliefert,somit ergeben sich die meist üblichen 14 Tage Zahlungsfrist,die wie schon mehrfach erwähnt nirgends stehen!

Zum Thema der Mahnungen vertritt Vodafone/Call-Center Mitarbeiter die Einstellung bzw. sind überzeugt,dass meine Freundin als Schuldner beweißen müßte,das diese nicht per Post zugestellt wurden!Auch meint Vodafone,das es an einer falschen Adresse gelegen haben könnte.Meine Freundin wohnt nun seit fast 1,5 Jahren in ihrer neuen Wohnung bzw. bei den Eltern ind er Wohnung,die Adressanschrift ist gleich Lieferanschrift und Rechnungsanschrift!Dies kann man auch im Vodafone Online Portal erkennen!

Mein Versuch einer gütlichen Einigung z.B. durch Bezahlung des vollen Betrages des Smartphones wurde abgelehnt und belächelt!

Der Lieferschein meiner Freundin,welcher leer ist,der Überweißungsträger,welcher leer ist sind noch vorhanden.Könnte dies als Beweiß dienen?

Ich habe damals das gleiche Handy käuflich erworben,auch mein Lieferschein ist noch vorhanden bzw. auch aus den vorhergehenden Vertragsverlängerungen!

Besteht eine Möglichkeit sie evtl. als Rechtsbeistand zu verpflichten,wenn ja wie würden hier ca. die Kosten aussehen bzw. sich belaufen?

Meine email Adresse lautet coletrickle@arcor.de

Ich bedanke für ihre Antwort die sie gegeben haben und hoffe meine Zusatzfrage bewegt sich im handlsungsspielraum dieses Forums.

Hochachtungsvoll Cole

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2010 | 18:01

Sehr geehrter Ratsuchender,

auf Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt antworten:

Natürlich sollten Sie alle Unterlagen aufbewahren, das kann nur hilfreich sein wenn Sie wirklich in eine gerichtliche Auseinandersetzung kommen. Inwieweit eine Widerrufrechtsbelehrung ohne einen Vertragstext wirksam ist erscheint mir fraglich. Nach Ihren Ausführungen hat Ihre Freundin niemals einen Vertragstext o.ä. bekommen. Eine Handylieferung ersetzt keinen Vertrag.
Die Ansicht des Mitarbeiters des Call-Centers ist schlichtweg falsch.
Nach Ihren Zeitangaben befinden Sie sich noch innerhalb der 6-Monatsfrist. Ich empfehle Ihnen daher weiterhin - falls das Ihre Absicht ist - den Vertrag per Einschreiben + Rückschein widerrufen.
Als Begründung sollte Ihre Freundin schlicht schreiben, daß Sie bis heute keinerlei Vertragsunterlagen bekommen hat, sondern stattdessen lediglich eine Forderung des Inkassounternehmens.

Natürlich kann ich Ihnen ein derartiges Schreiben auch entwerfen, kontaktieren Sie mich in diesem Fall über die Direktanfrage. Die Kosten würde ich bei ca. € 50, - zzgl. Mwst. veranschlagen.

Ich hoffe ich habe Ihre Nachfrage insoweit beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.10.2010 | 17:25

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