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stornogebühren

29.03.2006 18:55 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


09:41

hallo!

ich habe am 16.01.06 im Internet eine Reise für 2 Personen in die USA gebucht (453,- € zzgl. 72,- € Steuer pro Ticket).
Darauf hin bekam ich eine Bestätigungsmail und 2 E-Ticket Bestätigungsmails.

Aufgrund eines Arbeitgeberwechsels kann ich die Reise nun nicht antreten. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Reisebüro habe ich erfahren, dass die Stornokosten pro Ticket 200!! Euro betragen, soviel verlangt United Airlines angeblich für die Stornierung.
Ich halte das für etwas übertrieben, da es bis zum Reiseantritt am 10. Mai ja noch über 40 Tage sind.
Ich wollte die Vertragsbedingungen in den AGB´s nachlesen, stellte aber fest, dass diese mir gar nicht zugesendet wurden - weder per mail, noch per Post. Auf der Reisebüro-Seite sind diese ebenfalls nicht einzusehen.

muss ich jetzt die verlangten 200,- Euro pro Ticket bezahlen oder ist diese Summe vom Reisebüro zu hoch angesetzt?

Mfg

29.03.2006 | 19:52

Antwort

von


(825)
Hussenstraße 19
78462 Konstanz
Tel: 07531-9450300
Web: http://www.anwaltskanzlei-dotterweich.de
E-Mail:


Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

im Rahmen dieser Erstberatung möchte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des Einsatzes wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist es üblich, dass die Stornierung einer Reise bis zu einem bestimmten Zeitpunkt kostenlos ist und dann - je näher der Reiseantritt rückt - prozentual ansteigt.

Dass in Ihrem Fall die Stornogebühr bereits über 40% des Reisepreises beträgt, obwohl der geplante Reiseantritt noch über 40 Tage entfernt ist, lässt mich stutzig werden, da mir Internet-Reiseanbieter bekannt sind, bei denen bis 30 Tage vorher in der Regel eine kostenlose Stornierung möglich ist. Im Einzelfall ist es aber denkbar, dass die Fristen anders liegen, da es auf die Art der Reise und die AGB ankommt.

Allgemeine Geschäftsbedingungen werden nach § 305 Abs. 2 BGB nur dann Bestandteil eines Vertrags, wenn der Verwender (das Reisebüro) bei Vertragsschluss

1. Sie ausdrücklich oder, wenn ein ausdrücklicher Hinweis wegen der Art des Vertragsschlusses nur unter unverhältnismäßigen Schwierigkeiten möglich ist, durch deutlich sichtbaren Aushang am Ort des Vertragsschlusses auf sie hinweist und

2. Ihnen die Möglichkeit verschafft, in zumutbarer Weise, die auch eine für den Verwender erkennbare körperliche Behinderung der anderen Vertragspartei angemessen berücksichtigt, von ihrem Inhalt Kenntnis zu nehmen,

und wenn Sie mit ihrer Geltung einverstanden ist.

Bezüglich dieser AGB könnte es möglich sein, dass Sie ein "Häkchen" bei Bestellung der Reise setzen mussten (erfahrungsgemäß lesen viele in derartigen Fällen die AGB nicht gewissenhaft, was oft ausgenutzt wird), so dass Ihnen die AGB auf diesem Wege zugegangen sind?

Ich rate Ihnen aber zur genaueren Überprüfung des Sachverhaltes und des Buchungsvorganges einen Rechtsanwalt Ihres Vetrauens hinzuziehen; gerne können Sie sich an meine Kanzlei wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 29.03.2006 | 20:26

hallo!

ich habe die "Bedingungen der Airline" gelesen, für die ich ein "Häckchen" gemacht habe. Ist alles in Englisch, da steht aber nirgends etwas von etwaigen stornogebühren.
Für das Reisebüro muss man nirgends irgendwelche AGB´s ankreuzen oder abhaken...

somit sind mir die AGB´s gar nicht zugänglich gemacht worden.

wie soll ich nun weiterverfahren bzw. was würde es kosten diese Sache durch Sie klären zu lassen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.03.2006 | 09:41

Wenn Ihnen die Stornierungsbedingungen nicht zugegangen sind, sind diese nicht wirksam in den Vertrag einbezogen worden, da das Einverständnis des Kunden notwendige Einbeziehungsvoraussetzung ist. Allerdings gibt es Airlines, bei denen derartige Stornierungsgebühren nicht ungewöhnlich sind – auch bei diesem Abstand zum Reisetag (manchmal ist die Gebühr sogar noch höher)!

Ihre rechtliche Situation kann in diesem Rahmen nicht abschließend beurteilt werden.

ANTWORT VON

(825)

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78462 Konstanz
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