1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anschaffungsnahe Aufwendungen

22.09.2010 10:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

meine Frage bezieht sich auf anschaffungsnahe Aufwendungen und der Fall ist – zumindest für mich – etwas kompliziert:

In den 1981 übereignete mein Vater meiner Schwester und mir zwei Mietshäuser zu gleichen Teilen unter der aufschiebenden Bedingung seines Todes.

Bei den Mietshäusern handelte es sich um in den 1970er Jahren mit öffentlichen Mitteln geförderte Objekte im sozialen Wohnungsbau.

Mein Vater verstarb im Februar 2007.

Am 14.08.2007 schlossen meine Schwester und ich einen Tauschvertrag. Gegenstand war die gegenseitige jeweils hälftige Übereignung der Mietshäuser, so dass meine Schwester und ich jeweils Eigentum an einem Mietshaus hatten.

Da wir die Häuser nicht geerbt, sondern bereits in der 1980er Jahren übereignet bekommen hatten, war dies nach Auffassung des Finanzamtes kein Tausch unter Erben, sondern ein (grundsteuererwerbspflichtiger) Erwerb, jeweils der Hälfte der Häuser.

Am 16.09.2008 beantragte ich eine Förderung für die energetische Sanierung meines Hauses im Rahmen des Programms „Darlehen bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz":

Wärmedämmung (Dämmung der Fassade, der Kellerdecke und des Daches)

Einbau neuer Fenster

Einbau eines Brennwertkessels.

Am 06.11.2008 erhielt ich die Förderzusage des Kreises in Höhe von 72.900 €. Am 20.11.2008 schloss ich mit der WfA den Darlehensvertrag und erhielt kurz danach die erste Hälfte der Kreditsumme (35.000 €)

Die Kreisverwaltung genehmigte mit Schreiben vom 24.11.2008 die energetische Sanierung und erhöhte die zulässige Mietobergrenze (Kostenmiete im Rahmen der Mietpreisbindung) von 4,85 €/qm auf 5,44 €/qm.

Ende 2008 kaufte ich für ca. 30.000 € Material ein, die Sanierung erfolgte in den Jahren 2009-2010. Die Arbeiten wurden mit der Dämmung der Kellerdecke am 15.09.2010, also drei Jahre, einen Monat und einen Tag nach der Beurkundung des Tauschvertrages abgeschlossen.

In meinem Steuerbescheid für 2008 wurden die Kosten für das Material als Kosten anerkannt.

Am 16.09.2010 meldete ich an den Kreis die Fertigstellung der Maßnahmen zum 15.09.2010 und legte den Kostennachweis über die Gesamtkosten von rund 150.000 € für die Jahre 2008, 2009 und 2010 vor. Die Grenze von 15% des Gebäudewertes wurde selbstverständlich erheblich überschritten.

Die Wohnungen selbst blieben durch die Maßnahme unverändert (abgesehen von der Tatsache, dass kein Schimmel mehr auftritt)

Am 20.09.2010 bescheinigte der Kreis mir sowie gegenüber der WfA die ordnungsgemäße Abwicklung der Maßnahme ohne Mängel.

Fragen:

Sind die Maßnahmen anschaffungsnahe Aufwendungen, ggf. hälftig?

Greift hier die 3-Jahre-Frist, ist also die Maßnahme als eine Maßnahme zu werten (Abschluss > drei Jahre nach Erwerb) ?

Ist zumindestens das Paket „Gebäudedämmung" (größter Posten) als eine Maßnahme zu werten und greift hier noch die drei Jahresfrist ?

(Hinweis: Rechnungen wurden 2008-2010 kontinuierlich bezahlt, letzte Rechnung für die Dämmung der Kelledecke steht noch aus)

Freundliche Grüße

Ronald

22.09.2010 | 12:19

Antwort

von


(1164)
Hauptstraße 16 a
25488 Holm
Tel: 04103/9236623
Web: http://www.kanzlei-roth.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Nach § 6 Abs. 1 Ziff. 1a EStG gehören zu den Herstellungskosten eines Gebäudes auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten).
Aufwendungen für Erhaltungsarbeiten, die jährlich überlicherweise anfallen, zählen hierzu nicht.

Bei den von Ihnen durchgeführten Maßnahmen handelt es sich typischerweise um Aufwendungen für Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Die Aufwendungen für die von Ihnen durchgeführten Arbeiten müssen auch einheitlich beurteilt werden, da ein einheitlicher Zusammenhang aller Maßnahmen im Sinne einer Modernisierung des Hauses besteht.

Da die 15 % - Grenze von Ihnen überschritten wird, scheidet eine unmittelbar Abzugsfähigkeit als Werbungskosten aus.
Ihre Aufwendungen sind im Rahmen der Gebäudeabschreibung in Ansatz zu bringen.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.



Rechtsanwalt Karlheinz Roth

Rückfrage vom Fragesteller 22.09.2010 | 12:55

Sehr geehrter Herr Roth,

gilt Ihre Aussage für die gesamten Herstellungskosten?

Ich habe ja nur die Hälfte des Hauses durch Tausch erworben, die andere Hälfte gehörte mir bereits seit 1981 unter der auflösenden Bedingung des Todes meines Vaters.

Freundliche Grüße

Ronald

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.09.2010 | 13:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Meine Ausführungen beziehen sich auf die von Ihnen genannten Kosten (Wärmedämmung, Fenster, Brennwertkessel).

Sollten Sie noch Nachfragen haben, können Sie gerne telefonisch auf mich zukommen, ohne dass für Sie hier weitere Kosten entstünden.



Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth



www.kanzlei-roth.de

ANTWORT VON

(1164)

Hauptstraße 16 a
25488 Holm
Tel: 04103/9236623
Web: http://www.kanzlei-roth.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Vertragsrecht, Erbrecht, Miet und Pachtrecht, Internet und Computerrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht, Immobiliensteuern, Strafrecht, Baurecht, Gesellschaftsrecht, Wettbewerbsrecht, Familienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90093 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Sehr gute, schnelle und klare Beratung. Vielen Dank dafür!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Verständliche, klare Rechtsauskunft ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gute und ausführliche Antwort, auch meine Rückfrage wurde sehr schnell beantwortet. ...
FRAGESTELLER