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Verkehrsunfall PKW - innerorts

21.09.2010 15:58 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau fuhr auf dem ehemaligen EXPO Gelände in Hannover. Plötzlich hielt der vor ihr fahrende PKW an ohne rechts zu blinken. Meine Frau hielt auch an und wartete einen kleinen Moment (alles spielte sich im Sekundenbereich ab) um zuschauen was der PKW vor hat. Nichts passierte. Meine Frau wollte weiterfahren da sie zur Arbeit wollte und entschied sich den PKW zu überholen. Sie blinkte links, machte den Schulterblick und fuhr an. Sie war auf Höhe der Fahrertür und plötzlich scherte der andere PKW nach links aus und fuhr meiner Frau vorne rechts in den Kotflügel. Bei dem anderen PKW traf meine Frau genau den Übergang zwischen vorderen Kotflügel und der Fahrertür. Meine Frau fuhr ca. 15 km/h.

Meine Frau schrieb den Versicherung folgenden Text:
am Montag, den 17. Mai 2010, um ca. 07:57 Uhr fuhr ich auf der Straße „Boulevard der EU" auf der rechten Fahrbahn entlang. Vor mir fuhr ein silberner VW Polo der plötzlich anhielt. Auch ich hielt hinter dem Auto an, und wartete auf weitere Zeichen.
Es passierte nichts (kein Blinker rechts oder links) und so entschied ich mich dazu, dieses stehende Auto links zu überholen. Ich setzte den linken Blinker und vergewisserte mich, dass kein Gegenverkehr nahte. Nachdem ich den Schulterblick getätigt hatte, fuhr ich an und scherte nach links aus um an dem stehendem Auto vorbeizufahren.
Als ich das Auto auf der Höhe der Fahrertür passierte, bog das Auto plötzlich nach links ab, so dass trotz eines Bremsvorgangs eine Kollision nicht mehr zu verhindern war.

Jetzt das Problem. Die Unfallgegnerin hatte eine Zeugin (eine Freundin der Unfallgegnerin) mit im PKW. Die sagte der Polizei, dass ihre Freundin nach links geblinkt hatte und der PKW ca. 30 km/h fuhr. Jetzt haben wir keine Chance nur wegen der Zeugin?
Von der Stadt Hannover haben wir Post bekommen wo wir wegen einer Ordnungswidrigkeit 30 EUR zahlen sollen. Dort schrieb ich zurück und erklärte die Umstände, dass es nicht nur um das abbiegen nach links geht, sondern auch um das einfache anhalten auf der Straße ohne zu blinken und, dass mit großer Sicherheit keinen Schulterblick gemacht wurde. Ergebnis war, dass die Stadt das Strafgeld eingestellt hat.

Die Versicherung der gegnerischen Seite gibt meiner Frau ganz allein die Schuld. Ich hatte den Unfall bei meiner Versicherung gemeldet und die leiteten mich zu der anderen Versicherung weiter, da ich den Fall so geschildert habe und die meinten, dass meine Frau dort nicht alleine Schuld an diesem Unfall sei. Sonst hätten die mich auch nicht weitergeleitet.

Die Zeugin hat in der Zeuginaussage auch nur vom links abbiegen gesprochen und, dass ihre Freundin geblinkt hat. Das ist doch nur die halbe Wahrheit. Sie schrieb nichts vom etwas längerem stehenbleiben (ca. 5-10 Sek.) sondern nur vom verlangsamen bevor sie links über die Straße in eine Parklücke fahren wollten.

Ich habe einen Fahrschullehrer gesprochen der sagt, dass beim anhalten auf einer Straße rechts geblinkt werden muss und beim abbiegen, auch gerade auf einer Straße, unbedingt der Schulterblick gemacht werden muss. Beides hat die Fahrerin scheinbar nicht gemacht. Meine Frau hat seit 8 Jahren den Führerschein und wird nicht gleich zweimal ein Blinklicht übersehen. Hätte die Unfallgegnerin den Schulterblick gemacht, wäre dieser Unfall nie passiert. Wielange sollte denn meine Frau hinter diesem PKW stehen bleiben. Als meine Frau zum überholen ansetze stand der andere PKW noch, sonst hätte sie ja nie überholt.

Meine Versicherung sagt, dass Sie die Ansprüche zu 2/3 regulieren müsse.

Was soll ich jetzt tun bzw. wie soll ich vorgehen? Ich bedanke mich vorab für eine hilfreiche Antwort. Herzlichen Dank!

21.09.2010 | 17:01

Antwort

von


(276)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass sich ein Verkehrsteilnehmer, der auf der Straße zunächst anhält und dann scheinbar grundlos einige Sekunden zuwartet, des rückwärtigen Verkehrs versichern muss, ehe er links abbiegt.

Problematisch dürfte hier aber die Beweislage sein, denn die Zeugin der Gegnerin gibt offenbar an, die gegnerische Fahrerin habe ordnungsgemäß Blinkzeichen gesetzt, habe sodann die Geschwindigkeit herabgesetzt und habe er dann nach links ausgeschert. Unterstellt, dies entspräche der Wahrheit, hätte sie nicht mit einem Überholvorgang eines anderen Verkehrsteilnehmers rechnen müssen.

Es geht im Ergebnis darum, den Sachvortrag Ihrer Frau beweisen zu können. Versuchen Sie, weitere Zeugen ausfindig zu machen, die den Unfall vielleicht durch Zufall beobachtet haben. Vielleicht haben Anwohner etwas mitbekommen.

Sollte der Unfall durch die Polizei aufgenommen worden sein, fordern Sie den Unfallbericht an. Existieren Fotos, die unmittelbar nach dem Unfallgeschehen aufgenommen wurden?

Gut möglich ist auch, dass das Schadensbild an den beschädigten PKW Aufschluss über den Unfallhergang bietet. Anhand der Beschädigungen könnte zu erkennen sein, ob das gegnerische Fahrzeug aus dem Stand heraus in die Seite des Autos Ihrer Frau gefahren ist oder ob dies mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 Km/h geschehen ist.

Je nach Schadenshöhe rate ich Ihnen, nach Rücksprache mit Ihrer Versicherung einen Rechtsanwalt einzuschalten. Denn ich gehe nicht davon aus, dass die Schilderungen Ihrer Frau ohne Sachverständigengutachten bewiesen werden können. Sinn und Zweck eines solchen Gutachtens kann aber nur ein Rechtsanwalt beurteilen, der Einblick in die Unterlagen hat. Es müsste auch geklärt werden, inwiefern Gutachterkosten erstattungsfähig wären, welcher Schaden bzw. Nutzungsausfall geltend gemacht werden könnte und welche Risiken und Chancen ggf. mit einer Prozessführung in dieser Angelegenheit verbunden wären.

Sollten Sie den Schaden gerichtlich geltend machen, gehe ich davon aus, dass es ohnehin zu einem Sachverständigengutachten kommen dürfte, sofern dies als Beweismittel angeboten werden würde.

Ich rate Ihnen dazu, nochmals mit Ihrer Versicherung zu sprechen, ob in Anbetracht des Ihnen entstandenen Schadens ein Anwalt eingeschaltet werden sollte, der den Schadensersatzanspruch geltend machen sollte. Offengestanden denke ich nicht, dass Sie in dieser Angelegenheit ohne Hilfe zu Ihrem Recht kommen. Was Sie nun eigenständig tun können, habe ich oben angeführt (weitere Zeugen, Unfallbericht, Fotos etc.).

Ich hoffe, Ihnen mit meiner ersten Einschätzung weitergeholfen zu haben, auch wenn Sie vielleicht auf eine einfachere Lösung des Problerms gehofft haben mögen.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier Informationen hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen.

Ich wünsche Ihnen in dieser Angelegenheit alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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