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Krankheit in der Blockaltersteilzeit (aktive Phase)

| 29.07.2010 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich bin weibl., 60 Jahre alt und befinde mich in der aktiven Phase der Blockaltersteilzeit, die im Juni 2012 nach 2, 5 Jahren endet.
Wie verhält es sich in dieser Zeit mit dem Krankenstand?
Werden alle Krankzeiten hier addiert und dürfen diese nicht mehr als 6 Wochen betragen? Oder gelten die 6 Wochen pro Jahr?
Muss evtl. nachgearbeitet werden?

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ich gehe davon aus, daß Sie kein Beamter, sondern Arbeitnehmer sind. Demnach gelten auch in der Altersteilzeit die normalen arbeitsrechtlichen Regelungen. In der aktiven Arbeitsphase der Blockaltersteilzeit steht Ihnen daher eine Entgeltfortzahlung von bis zu 6 Wochen zu. In dieser Zeit werden also alle Bezüge normal weiterbezahlt. Erst nach Ablauf der 6 Wochen erhalten Sie als Altersteilzeitbeschäftigter nur noch Krankengeld.
Eine Summierung der Krankheitstage findet nur dann statt, wenn es sich immer wieder um dieselbe Krankheit handelt. Arbeiten Sie jedoch zwischen zwei Erkrankungen wieder für mindestens 6 Monate, ohne wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig krank zu sein, so stehen Ihnen wiederum 6 Wochen Lohnfortzahlung zu (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen, dann stehen Ihnen immer wieder 6 Wochen Lohnfortzahlung zu, wenn zwischen den Erkrankungen mindestens ein Tag gearbeitet wurde.
Ein Nacharbeiten von Krankheitstagen ist nicht vorgesehen, Krankheitstage berühren das Blockmodel nicht. Liegen die Voraussetzungen für die Fortzahlung des Lohnes im Krankheitsfall vor, wird Ihnen der Lohn normal ausgezahlt; liegen sie nicht vor, erhalten Sie nur Krankengeld von Ihrer Krankenversicherung. Beginnt schließlich die passive Phase (Freistellungsphase), hat eine Krankheit keine Auswirkungen mehr für das gewählte Alterteilzeitmodel.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.


Mit freundlichen Grüßen

Jochen Bauer
(Rechtsanwalt)

Rückfrage vom Fragesteller 29.07.2010 | 15:34

Vielen Dank für die schnelle Auskunft.
Der Betriebsrat sagte mir, dass die in der Blockzeit aufgelaufenen Krankheitstage addiert werden und nach Ende der Blockzeit diese in Summe verlängern.
Wenn ich also innerhalb der Blockzeit mit Unterbrechungen 8 Wochen krank gewesen bin, dann würde sich diese um 8 Wochen verlängern!
Wären Sie so nett und würden dies nochmals prüfen.
Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.07.2010 | 16:28

Sehr geehrter Fragesteller,

ich muß meine erste Antwort insofern korrigieren, als es leider möglich ist, daß entsprechende Vereinbarungen in Ihren Vertrag aufgenommen und von Ihnen unterzeichnet wurden oder aber in einem für Sie geltenden Tarifvertrag geregelt wurden. Zwar ist es weiterhin umstritten, ob die Probleme, die mit der Blockalterteilzeit zusammenhängen, letztlich auf den Arbeitnehmer abgewälzt werden dürfen, dennoch scheint zumindest bei vielen Arbeitgebern die Tendenz vorzuherrschen, eine Nacharbeit von den Arbeitnehmern zu fordern. Leider haben hier auch Gerichte schon in diese Richtung entschieden. Es geht dabei jedoch nur um den Teil der krankheitsbedingten Abwesenheit, für den auch Krankengeld bezahlt wird, also den Teil, der von der Lohnfortzahlung nicht gedeckt ist. Keinesfalls in eine Nacharbeit einbezogen werden dürfen die von der Lohnfortzahlung gedeckten ersten 6 Wochen der Krankheit.
Das LAG Düsseldorf hat mit Urteil vom 2.11.2009 (Az.: 14 Sa 811/09 ) festgestellt, daß eine Regelung im Arbeitsteilzeitvertrag, nach der der Arbeitnehmer krankheitsbedingte Ausfallzeiten mit Krankengeldbezug während der Arbeitsphase ab Beginn der Freistellungsphase zur Hälfte nacharbeiten müsse, nicht zu beanstanden sei. Die Gründe liegen hier im komplizierten System der Gewährung von Aufstockungsleistungen während dieser Krankheitszeit, ihre Ausarbeitung würde hier aber zu weit führen.
Es kann daher durchaus sein, daß Sie laut Vertrag Krankheitszeiten nacharbeiten müssen. In welchem Umfang dies in Ihrem Vertrag geregelt ist und ob dies letztlich auch rechtmäßig ist, sollten Sie prüfen lassen. Meines Erachtens dürfte maximal die Hälfte der nicht von der Lohnfortzahlung nach § 3 EFZG gedeckten Zeit nachgearbeitet werden müssen, keinesfalls aber jeder angefallene Krankheitstag.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Bauer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 31.07.2010 | 10:31

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