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Degressive Abschreibung

20.07.2010 21:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Die Situation:
==========

Im Einkommensteuerbescheid für 2008, den ich kürzlich erhielt, hat das Finanzamt für meine Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung Abschreibungen in Höhe von 1377 Euro anerkannt.

Nun sind Unterlagen aufgetaucht, die eindeutig belegen, daß die Herstellungkosten für das gesamte Gebäude (Bj. 1981) viel höher waren als die vom FA angesetzten Kosten
(nämlich 1.803.478,26 DM gegenueber 719.502,00 DM). Das Gebäude besteht aus 7 Wohnungen und hat eine Gesamtwohnfläche von 621,66 qm. Ich habe darin 2 Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt 124,25 qm. Mein Anteil an den Herstellungskosten beträgt also
1.803.478,26 DM x 124,25 qm / 621,66 qm = 360.457,25 DM. Die Wohnungen werden nach § 7b Abs. 5 EStG , abgeschrieben, und zwar nach Staffel 65/77.
d.h. für die Jahre 1994 bis 2014 mit 2% der Bemessungsgrundlage ( =Herstellungkosten(?) ).
Somit ist die jährliche Abschreibung z. Zt. 360.457,75 x 2% = 7209,16 DM, entsprechend 7209,16 / 1,95583 = 3685,13 Euro, also 3686 Euro.

Gegen den Einkommensteuerbescheid für 2008 habe ich bereits Widerspruch erhoben. Als Begründung beabsichtige ich die obenstehende Berechnung sowie die Abrechnung
mit der Baufirma aus dem Jahr 1981, in der die gesamten Herstellungskosten von 1.803.478,26 DM ausgewiesen sind, vorzulegen.



Meine Fragen dazu:
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Das FA hat auch in den Vorjahren für dieses Gebäude Abschreibungen in Höhe von 1377 Euro angesetzt. Kann ich nun vom FA die aufgrund dieses falschen Ansatzes zuviel bezahlte Einkommensteuer zurückfordern?

Wenn ja, muß ich das gleich tun, oder soll ich besser abwarten, was für das Jahr 2008 herauskommt, und dann die Forderung für die Vorjahre geltend machen?

Ich welcher Form muss ich ggf. die Forderungen geltend machen? Wie ist in diesem Fall das übliche Procedere?


Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Weicht


Sehr geehrter Fragesteller,


ich möchte Ihre Frage anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworten:


1. Steuerbescheide werden nach Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist bestandskräftig. Hiernach dürfen diese nur noch geändert werden, wenn einer der in der Abgabenordnung vorgesehenen Tatbestände eingreift.


2. Steuerbescheide dürfen wegen offenbarer Unrichtigkeit nach §129 AO geändert werden, dies betrifft jedoch die typischen Schreib- oder Rechenversehen. Weiterhin dürfen diese geändert werden, wenn der Steuerbescheid oder Teile hiervon unter dem Vorbehalt der Nachprüfung (§164 AO ) oder vorläufig(<a href="http://dejure.org/gesetze/AO/165.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 165 AO: Vorläufige Steuerfestsetzung, Aussetzung der Steuerfestsetzung">§165 AO</a> ) ergangen sind. Sie sollten dies für jeden der zurückliegenden Einkommensteuerbescheide prüfen, dies wird stets vor der Steuerzusammenfassung auf dem Steuerbescheid vermerkt.


3. Liegen keine dieser Voraussetzungen vor, dürfen Steuerbescheide nur geändert werden, wenn neue Tatsachen vorliegen(§173 AO ) und der Steuerpflichtige nicht zu verschulden hat, dass diese nicht rechtzeitig vorlagen. Insofern ist mir nicht ganz klar geworden, weshalb erst jetzt die tatsächlichen Herstellungskosten bekannt geworden sind, sollte dies ohne ihr Verschulden von Statten gegangen sein wäre eine Änderung innerhalb der vierjährigen Festsetzungsfrist die üblicherweise mit Ablauf des Jahres in dem die Steuererklärung abgegeben wurde beginnt, zulässig.(§170 AO ).


Da die Steuerveranlagung und auch Änderungsanträge nicht kostenpflichtig bearbeitet werden sollten Sie daher für die zurückliegenden Veranlagungszeiträume diese Änderungsanträge stellen, schlimmstenfalls werden diese kostenfrei abgewiesen.

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