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Besitzverhältnisse prüfen

| 13.07.2010 14:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Habe am Wochenende einen Anruf von der Polizei erhalten, dass meine Mutter in Ihrer Wohnung tot aufgefunden(natürlicher Tod) worden ist. Da wir seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr zueinander hatten, bin ich nicht informiert ob sie eventuell Schulden oder vielleicht auch Guthaben bzw Immobilie(was beides unwahrscheinlich ist) oder eine Sterbe- oder Lebensversicherung gehabt hat.
Meine Mutter wurde gestern obduziert und ist vermutlich noch im Gewahrsam der Behörden. Wenn ich(einzige Sohn/Mutter geschieden) mir den Schlüssel von der Polizei hole und anhand der schriftlichen Unterlagen die ich dort hoffentlich finden würde, die Besitzverhältnisse zu prüfen versuche-
kann ich dann ggfs die Erbschaft noch ausschlagen? Oder anders gefragt. Wie kann ich prüfen wie ihre Besitzverhältnisse waren? Dazu müsste ich doch in jedem Fall Ihre persönlichen Unterlagen in Ihrer Wohnung einsehen um eine Entscheidung treffen zu können ob ich das Erbe annehme oder ausschlage. Wie verfahre ich am besten?


Mit freundlichen Grüssen

Der-der-einen-Rat-sucht.

Sehr geehrter Fragesteller,

eine Erbschaft können Sie mit einer Frist von 6 Wochen ausschlagen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem Sie von dem Anfall und dem Grunde der Berufung Kenntnis erlangt haben. Wenn Sie davon ausgehen können, dass Ihre Mutter kein Testament hinterlassen hat, beginnt die Frist mit der Kenntnis des Todes Ihrer Mutter.

Innerhalb dieser 6 Wochen gelten Sie zunächst als Erbe und können daher die Unterlagen Ihrer Mutter prüfen und Auskunft von Dritten einholen welche Ansprüche oder Verbindlichkeiten bestehen. Danach können Sie entscheiden, ob Sie die Erbschaft ausschlagen wollen oder nicht.

Entscheiden Sie sich für die Ausschlagung der Erbschaft, erfolgt die
Ausschlagung durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht; die Erklärung ist zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form abzugeben; § 1945 BGB.

Im Falle der Annahme der Erbschaft können Sie, wenn sich herausstellt, dass die Erbschaft dennoch überschuldet ist, die Haftung auf den Nachlass beschränken. Dazu können Sie das Instrument des Nachlassinsolvenzverfahrens, der Nachlassverwaltung oder die Dürftigkeitseinrede nutzen. Sollte es dazu kommen, rate ich Ihnen einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit Ihrer Vertretung zu beauftragen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 13.07.2010 | 16:22

Sehr geehrter Herr Bordasch,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort.
Als Laie muss ich nochmals genauer nachfragen. Sie schreiben ich kann die Unterlagen meiner Mutter prüfen und Auskunft von Dritten einholen. Mir stellt sich die Frage in welcher Form kann ich das?
Darf ich die Wohnung meiner Mutter betreten um Ihre Unterlagen zu prüfen- mit dem Schlüssel den die Polizei derzeit in Händen hält-
muss da nicht jemand(Polizei/Notar) dabei sein, der bekundet dass ich nichts aus der Wohnung entwende? Bin zwar der einzige Sohn meiner geschiedenen Mutter und habe keinerlei schlechte Absichten, aber könnte man mir nicht unterstellen, etwas von Wert aus der Wohnung entwendet zu haben um danach die Erbschaft auszuschlagen?
Sofern ich die Erbschaft dann doch ausschlage, kann ich davon ausgehen, dass keine weiteren Kosten seitens des Nachlassgerichts auf mich zukommen wie z.B eventuelle Schuldentilgung(Miete/Darlehen/Kaufverträge)?
Bewußt ist mir, dass ich für die Bestattung und deren Kosten sowie für die Ausstellung des Dokuments der Erbschaftsausschlagung aufkommen muss.

Mit freundlichen Grüssen

Der-der-einen-Rat-sucht

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.07.2010 | 20:15

Sehr geehrter Fragesteller,

solange Sie das Erbe nicht ausgeschlagen haben und auch kein Testament vorhanden ist, gelten Sie als gesetzlicher Erbe als Erbe.

D.h. Sie können wie ein Erbe handeln, also auch allein in die Wohnung Ihrer Mutter gehen und dort die Unterlagen prüfen.

Wenn Sie die Erbschaft doch ausschlagen sollten, müssen Sie allerdings alle aus dem Eigentum Ihrer Mutter stammenden Gegenstände dem Erben aushändigen. Sollte Ihnen unterstellt werden weitere Gegenstände behalten zu haben, müssten die Erben dieses beweisen.

Wenn Sie die Erbschaft ausschlagen, müssen Sie für etwaige Verbindlichkeiten Ihrer Mutter nicht aufkommen. Gegenüber dem Erben haben Sie jedoch Anspruch auf Erstattung der Begräbniskosten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 14.07.2010 | 08:44

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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"Mit diesen beiden Antworten wurden meine Fragen so beantwortet das ich nun weis was zu tun ist- vielen Dank!

Mit freundlichen Grüssen
Der-der-einen-Rat-sucht"
FRAGESTELLER 14.07.2010 4,4/5,0
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