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Umsatzsteuer, wie läuft das mit Nachzahlungsaufforderung?

10.07.2010 16:39 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag,
ich bin Schmuckgestalterin und mache meine Steuererklärung seit Begin meiner freiberuflichen Tätigkeit selbst als EÜR. Die Käufer meiner "Produkte" sind Privatleute; ich erstelle keine Rechnungen.
Leider habe ich bei meinem Einkommenssteuerbescheid 2008 das Kleingedruckte vernachlässigt. Im Bescheid von 2009 wurde ich jetzt erneut darauf aufmerksam gemacht, die Umsatzsteuerangaben vernachlässigt zu haben, da ich über der Einkommensgrenze einer Kleinunternehmerin liege. Diesen Zeitpunkt habe ich schlichtweg verschlafen. Was kann mir blühen?
Die Einkommensteuer ist wegen der höheren Einnahmen recht hoch ausgefallen. Da ja nun wahrscheinlich eine Nachzahlungsauffor-derung ins Haus steht, möchte ich auch wissen, ob die dann ja zu hoch ausgefallenen E-St. Zahlungen vom Finanzamt rückwirkend verrechnet werden?
Muss ich die gesamte Summe auf einmal bezahlen oder sind festgelegte Raten möglich?

Sehr geehrte Fragestellerin,

haben Sie zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Da Ihre Umsätze die Beträge für Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG überschreiten und keine anderen Befreiungstatbetsände ersichtlich sind, unterliegen Ihre Umsätze somit der Umsatzbesteuerung in Höhe von 19%. Es ist tatsächlich unbeachtlich, ob Sie dabei Rechnungen ausstellen oder nicht.

Sie sind daher verpflichtet, ab dem Jahr, das auf das Jahr folgt, in dem Ihr Umsatz erstmals die Kleinunternehmergrenze in Höhe von EUR 17.500, Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen sowie eine Umsatzsteuer abzugeben. Es ist davon auszugehen, dass das Finanzamt Zinsen in Höhe von jährlich 6% auf die nicht abgeführten Umsatzsteuern festsetzen wird. Darüber hinaus ist mit der Festsetzung eines Verspätungszuschlags in Höhe von bis zu 10% der geschuldeten Steuer zu rechnen.

Die abgeführte Umsatzsteuer (einschließlich Zinsen und Verspätungszuschlag) mindert als Betriebsausgabe Ihre Einkünfte. Sofern Sie Ihren Gewinn allerdings nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) und nicht nach §§ 5, 4 Abs. 1 EStG (Betriebsvermögensvergleich/Bilanz) ermitteln, wirkt sich die Umsatzsteuer erst im Jahr der Zahlung, d.h. auf die Einkommensteuer für 2008 und 2009 hat dies keine Auswirkung. Sollten Sie dagegen bilanzieren, so wäre die Umsatzsteuer als Verbindlichkeit im Jahr Ihrer Entstehung zu berücksichtigen. Sie könnten dann eine Korrektur der Einkommensteuerbescheide für die vergangenen Jahre beantragen.

Eine Möglichkeit auf Stundung besteht bei der Umsatzsteuer nicht, d.h. die Umsatzsteuern wären in einem Betrag binnen Monatsfrist nach Festsetzung zu bezahlen. Es bestünde jedoch unter Umständen die Möglichkeit, Stundung der Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer 2010 zu beantragen. Jedenfalls sollten Sie im Falle der Einnahmen-Überschuss-Rechnung eine Herabsetzung beantragen.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben. Bitte bemühen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

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