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Angebot 'Auflösungsvertrag mit (min,) Abfindungsangebot'

11.06.2010 21:51 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


SgDuH,

Ich arbeite seit 13 Jahren in einem grossen Konzern, zuletzt (seit 2006) als Leiter eines techn. Teams. Kürzlich erhielt ich ein im Betreff erwähntes Angebot, welches ich abgelehnt habe. Grund: Man wolle sich jetzt von mir trennen, da "ich als Leiter nicht mehr geeignet sei", konkrete Gründe konnte/wollte man nicht nennen. Man hat mir im Laufe der weiteren Gespräche jetzt angekündigt, mich meiner Position in jedem Fall "entheben" zu wollen, "Andernfalls bekäme ich in Jedem Fall Stress ..." Jetzt wird mir eine Regelung vorgelegt, die ich unterzeichnen soll, Eckpunkte: Versetzung in ein Projekt für 4 Monate, Rückkehrzeitpunkt je nach Projektausgang, Jobtitel während des Projekts, "Specialist", Reporting an einen neuen Vorgesetzten (also keine Leitungsfunktion mehr). Die ursprünglichen Vetragsbestandteile Arbeitsvertrag bleiben unverändert. Frage: Da ich ja jetzt weiss, dass man "ohne mich plant", mir mangels Grund aber nicht ohne Weiteres gekündigt kann, hiermit offenbar also eine taktische Massnahme (um Zeit zu schinden) eingeleitet worden ist, frage ich mich ob es ein Risiko sein könnte, das Dokument zu unterzeichnen. Was raten Sie mir?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Grundsätzlich haben Sie Anspruch darauf, in der Position beschäftigt zu werden, die im Arbeitsvertrag festgelegt ist. Wenn Sie seit 4 Jahren als Leiter eines technischen Teams arbeiten, muss der AG Sie auch weitehin so beschäftigen. Ob man Sie auch in anderer Position beschäftigen könnte, hängt konkret von den Formulierungen Ihres Arbeitsvertrages ab.

Wenn Ihnen jetzt eine "Versetzung" verbunden mit einer neuen Position angeboten wird, dann stellt das eine Änderung des Arbeitsvertrages dar. Einvernehmlich, also mit Ihrer Zustimmung, ist eine Änderung natürlich möglich. Andernfalls kann eine Änderung der arbeitsvertraglichen Bedingungen nur durch eine Änderungskündigung erfolgen. Die "Angebote" des AG machen deutlich, dass dieser Sie "loswerden" will, sich aber scheut eine Kündigung auszusprechen.

Wenn Sie nicht überzeugt sind, dass der Wechsel Sinn macht, sollten Sie nicht unterschreiben. Gerade das die Rückkehr vom Projektausgang abhängig sein soll, könnte in der Zukunft Probleme bereiten, weil die Rückkehr vom Ermessen des AG abhängig ist. Die Gefahr könnte bestehen, dass man das Projekt "verlängert", um Ihre Rückkehr zu vermeiden.

Letztlich kann die Versetzung auch geeignet sein, eine spätere betriebsbedingte Kündigung vorzubereiten. Es dürfte schwieriger sein, Sie aus der alten Position heraus zu kündigen.

Sie gehen mit einer Unterschrift kein echtes Risiko ein, soweit dies von hier zu überblicken ist, allerdings sehe ich insgesamt eher eine Verschlechterung Ihrer Position.

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