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fingerabdruck


14.03.2005 02:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo,
mir wurden gestohlene waren angeboten welche ich u.umständen angepackt habe. nun ist mein problem das diese waren jetzt von der polizei beschlagnahmt wurden und die polizei vieleicht bald bei mir vor der tür steht. diese waren wurden mir von freunden angeboten welche ich auf keinen fall verraten werde. somit muss ich die suppe ausbaden da meine freunde keine fingerabdrücke hinterlassen haben weil sie handschuhe trugen. ich bin vorbestraft und noch auf bewährung. wie ist das jetzt, wird mir die ganze schuld in die schuhe geschoben oder nicht? da mir nichts nachgewiesen werden kann als das ich die monitore angepackt habe. beim einbruch woher diese stammen war ich nicht dabei. wie ist das mit beugehaft, können die mich da rein stecken wenn ich nichts sage?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das bloße Berühren gestohlener Ware ist keine Straftat. Etwas anderes haben Sie nach Ihrer Schilderung aber nicht getan. Insbesondere haben Sie nicht an einer Straftat mitgewirkt, weil Sie weder bei einem Einbruch dabei waren, noch gestohlene Ware angenommen haben, sondern dies verweigert haben.

Problematisch ist allerdings, daß man, wenn man Ihre Fingerabdrücke auf der gestohlenen Ware finden solle, Sie fragen wird, wie die auf die Monitore gekommen sind. Vor der Polizei müssen Sie allerdings nicht aussagen. Erst bei einer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht müssen Sie aussagen, können sich aber auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen, wenn Sie sich durch Ihre Aussage selbst belasten würden.

Da Sie aber, soweit ersichtlich, sich bislang nicht strafbar gemacht haben, und sich durch eine Aussage auch nicht selbst belasten würden, kommt eine Strafbarkeit wegen Begünstigung gem. § 257 StGB, wenn Sie auf Befragen der Staatsanwaltschaft die Namen der Personen, die Ihnen die Ware angeboten haben, nicht nennen.

Verweigern Sie, ohne dazu berechtigt zu sein, das Zeugnis, kann das Gericht außerdem gem. § 70 StPO Erzwingungshaft anordnen, die jedoch nicht länger als 6 Monaten und nicht über die Beendigung des Verfahrens hinaus andauern darf.

Vor dem Hintergrund, daß Sie auf Bewährung sind, sollten Sie deshalb im Falle einer Vernehmung, auch als Zeuge, unbedingt zuvor Rücksprache mit einem - ihnen eventuell bekannten - Strafverteidiger halten, um zu verhindern, daß Sie sich erneut, durch die Verweigerung der Aussage zum Zwecke der Begünstigung oder der Strafvereitelung - strafbar machen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft geholfen zu haben.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2005 | 03:52

hallo nochmals, ich bin vorbestraft wegen ED und damit wahrscheinlich sehr tatverdächtig. kann dadurch, das ich das zeugis ohne recht verweigere meine bewährung wiederrufen werden? und ist die verweigerung nicht ein beweis für meine eigene schuld(welche ja nicht besteht was aber der richter vermuten wird)? kann ich mit meinem anwalt offen reden, hat er auch eine schweigeplicht, sachen die ich ihm im vertrauen sage nicht dem richter zu sagen wenn ich das nicht will.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2005 | 13:25

Wenn man Ihnen durch die Verweigerung Ihrer Zeugen-Aussage Begünstigung oder Strafvereitelung vorwerfen kann, kann dies in der Tat zu einer Aufhebung der Bewährung führen. Es wird aber auch darauf ankommen, ob man Sie nur als Zeuge, oder als Beschuldigter vernimmt. Als Letzterer brauchen Sie sich zur Sache nicht zu äußern.

Ein Beweis für eine Beteiligung an dem Einbruchdiebstahl kann in Ihrem Schweigen nicht gesehen werden, so daß, wenn Sie für die Tatzeit ein Alibi haben, auch Ihre Fingerabdrücke nicht als Indiz gewertet werden können.

Selbstverständlich unterliegen die Gespräche mit Ihrem Verteidiger der Schweigepflicht. Er darf die Informationen, die Sie ihm geben, nicht weitergeben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

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