Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.959
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

festangestellt in Gastronomie, kein bezahlter Urlaub, bei Krankheit kein Gehalt


26.07.2006 09:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen u. Herren,
ein Mitglied meiner Familie arbeitet festangestellt als Aushilfe in der Gastronomie aber ohne Arbeitsvertrag. Obwohl festangestellt gibt es keinen bezahlten Urlaub sondern man muß sich seine Vertretung unter den anderen Mitarbeitern selbst suchen.Findet man keine gibts auch keinen Urlaub. Bei Krankheit, selbst mit Fieber, ist man angehalten selbst eine Vertretung zu finden. Schafft man das nicht ist der job in Gefahr. Aüßert man Kritik kann man sich einen neuen Job suchen. Alle Mitarbeiter haben Angst ihren Job zu verlieren und halten den Mund. Schichten von 10 Stunden am Stück ohne eine vernünftige Pause sind die Regel. Auch scheinen alle Angst zu haben sich dagegen zu wehren da sie einen Teil ihres Gehaltes bar bekommen. Die Gastronomen fühlen sich auch deshalb sicher, dass keiner sein Recht einfordert.

Was kann man tun? Ist das rechtens? Falls nein macht es Sinn sich dagegen zu wehren?

Vielen Dank für eine Antwort

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

Zunächst zur Klarstellung: unter "Arbeitsvertrag" versteht man einen privatrechtlicher Austauschvertrag, durch den sich der eine Vertragspartner (Arbeitnehmer) dem anderen (Arbeitgeber) gegenüber zur Leistung unselbständiger Dienste gegen Zahlung einer Vergütung verpflichtet. Der Arbeitsvertrag muss (nur dann) schriftlich abgeschlossen werden, wenn es gesetzlich oder durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung vorgeschrieben ist. Schriftform ist gesetzlich insbesondere vorgeschrieben für den Ausbildungsvertrag, den Leiharbeitsvertrag und für Arbeitsverträge mit Gemeinden und Kreisen. Im übrigen wird davon ausgegangen, dass ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag nicht anzuwenden ist. Im Ergebnis folgt daraus, dass entgegen Ihrer Annahme sehr wohl ein (wirksamer) Arbeitsvertrag geschlossen worden ist.

(Anm: das sog. Nachweisgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, den Arbeitnehmer über die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich zu informieren. Durch das Nachweisgesetz ist nicht die allgemeine Schriftform für Arbeitsverträge eingeführt worden.)

Zu Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (1.) und Erholungsurlaub (2.) gilt damit folgendes:

1. Gesetzliche Grundlage ist das Entgeltfortzahlungsgesetz. Danach hat ein Arbeitnehmer unter folgenden Voraussetzungen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall:

- es muss ein Arbeitsverhältnis bestehen;
- es muss eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorliegen,
- es muss ein Ursachenzusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Verhinderung an der Arbeitsleistung gegeben sein,
- es muss die gesetzliche Wartezeit (4 Wochen) erfüllt sein.

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen.

2. Voraussetzung für den Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers ist, dass

- ein Arbeitsverhältnis besteht und
- eine Wartezeit (6 Monate) zurückgelegt wird.

Anspruch auf Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz haben nur Arbeitnehmer in einem unbefristeten oder befristeten Arbeitsverhältnis, das wenigstens einen vollen Monat andauern muss. Anspruch auf Teilurlaub hat der Arbeitnehmer,

- für die Zeit eines Kalenderjahres, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt,
- wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet,
- wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahres aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.

Der Arbeitnehmer kann nicht auf seinen Anspruch auf den ihm zustehenden Erholungsurlaub verzichten.

Der Mindesturlaub eines Arbeitnehmers mit einer 6-Tage-Woche nach dem Bundesurlaubsgesetz beträgt 24 Werktage (bei einer regelmäßigen Verteilung der Arbeitszeit auf 5 Tage 20 Tage Urlaub, 4 Tage Arbeit 16 Tage Urlaub usw.).

Das Verhalten Ihres Arbeitgebers ist also nicht "rechtens". Man kann die Ansprüche mit einer Klage beim Arbeitsgericht und ggf. auch im Wege einer einstweiligen Verfügung durchsetzen. Ob es "Sinn" macht, sich zu wehren, hängt nicht zuletzt davon ab, was erreicht werden soll. Für den Fall einer Klageerhebung kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Arbeitgeber Mittel und Wege suchen und finden wird, das Arbeitsverhältnis zu beenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den vorstehenden Ausführungen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Bernd Gutschank
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2006 | 15:57

Sehr geehrter Herr Gutschank,
was kann man tun wenn der Arbeitgeber kündigt und sich auch hier an keine Fristen hält? Der Arbeitgeber beschäftigt übrigens alle Mitarbeiter so wie oben beschrieben. Kein Urlaub, keine Lohnfortzahlung bei Krankheit. Was hat der Arbeitgeber zu befürchten wenn das ans Licht kommt? Auch versucht der Arbeitgeber sozialabgaben zu sparen wo es nur geht und zwingt Mitarbeiter in niedrigere Gehaltsklassen. Die Arbeitnehmer bekommen zwar einen ausgleich bar. Aber keiner fühlt sich wohl damit.

Vielen Dank für Ihre antwort

Mit freundlichen Grüßen

der Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2006 | 17:57

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihre "Nachfrage" ist eigentlich keine solche; vielmehr stellen Sie mehrere neue Fragen (Kündigung, Konsequenzen für den Arbeitgeber). Sollten Sie ernsthaft an der Beantwortung dieser Fragen interessiert sein, besteht die Möglichkeit, sie erneut in das Forum einzustellen. Sie können die Frage ggf. so kennzeichnen, dass sie allein durch den Unterzeichnenden beantwortet werden soll (z. B. durch die Anrede "Sehr geehrter Herr Gutschank" wie bei der Nachfrage).

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Rahmen der Nachfragefunktion eine Beantwortung nicht erfolgen kann. Für eine Frage bei FeA ist ein Mindesteinsatz von 15,-- € vorgesehen. Ich würde Ihnen mindestens 4 Fragen beantworten bei einem Einsatz von 25,-- €. Damit würde ich mir sicher nicht nur den Unmut der weiteren teilnehmenden Anwälte zuziehen, sondern bei den übrigen Fragestellern/innen falsche Erwartungen im Bezug auf das Preis-/Leistungsverhältnis wecken.

Ich hoffe gleichwohl auf eine positive Bewertung durch Sie und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Bernd Gutschank
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60065 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Anwalt hat meine Fragen ausführlich beantwortet und mir weitere Aspekte aufgezeigt, die ich dringend mit meinem Anwalt besprechen muss. Vielen Dank. Dass mein Rechtsempfinden leider ein anderes ist, als die tatsächliche ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche Beantwortung aller Fragen. Keine Allgemeinplätze, sondern konkrete Informationen und Erläuterungen. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise der Bearbeitung! Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
RA war sehr deutlich und sehr gut verständlich ...
FRAGESTELLER