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falsches Knie


24.03.2005 20:55 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Ich wurde am linken knie operiert, fälschlicherweise.
das rechte Knie sollte operiert werden.
als ich aus der Narkose aufwachte sagte ich es den narkosearzt, ich wurde wieder in narkose versetzt und als ich das zweite mal aufwachte waren bd. knie operiert, der operateur -ein kollege von mir- sagte er wollte das gesunde knie zu vergleich sehen!

wieviel schmerzensgeld kann ich verlangen, was sagen die gerichtsurteile in ähnliche fälle

mfg

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Sehr geehrte(-r) Fragesteller(-in),

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach § 253 BGB aus Schadensersatz wegen ärztlicher Behandlungsfehler im Zusammenhang mit einer Operation ist mit Ihren Informationen dem Grunde nach offensichtich gegeben.

Der Anspruch kann dem Grunde nach sowohl aus Vertrag (Schlechtleistung) wie auch aus sog. unerlaubter Handlung ergeben, letzteres, da ja kaum von einem, auch nur mutmasslichen, Einverständnis Ihrerseits ausgegangen werden kann.

Was nun die Höhe des Schmerzensgeldes betrifft, hängt diese natürlich auch von evt. Dauerfolgen ab, die ich Ihrer kurzen Sachverhaltsbeschreibung nicht entnehmen kann. Daneben davon, wie intensiv die temporärer Beeinträchtigungen durch den völlig überflüssigen Eingriff waren. Grundsätzlich gilt, dass Ausmass und Schwere der physischen und evt. auch phsychischen Störungen, das Mass der Lebensbeeinträchtigung, Heftigkeit und Dauer der Schmerzen (OLG Oldenburg, MDR 96, 54) genaus relevant sind wie Dauer der stationären Behandlung, der evt. Arbeitsunfähigkeit, dauerhafte Beeinträchtigungen wie zB auch Narben u.a.

Zur ersten Orientierung können aber folgende Urteile dienen:

Bei der Durchführung einer zeitlich nicht dringenden und in der Sache zum Operationszeitpunkt überflüssigen Knieoperation mit der Folge einer eitrigen Infektion des operierten Knies und zwei notwendigen Folgeoperationen hat das OLG München (28.7.1994 VersR 1995, 1193) dem Kläger 8.400 DM zugesprochen.

DM 10.000,-- Schmerzensgeld sowie Feststellung des Ersatzes künftigen materiellen Schadens wegen einer fehlender Einwilligung in eine unnötige und falsche Operationsmethode hat das OLG München (Urteil vom 19.05.1994 - Aktenzeichen 1 U 4325) ausgeurteilt.

Immerhin 70000,-- DM Schmerzensgeld hat das OLG Hamm (OLGReport-Hamm 2000, 322) einem Kläger zugesprochen, dem irrtümlich der Hauptgallengang statt des Ductus zysticus durchtrennt wurde. Hieran anzuknüpfen ist aber nur mit Vorsicht möglich, da dieses Urteil zwar wichtige Hinweise zur ärztlichen Obliegenheit enthält, aber thematisch mit Ihrem Fall nicht vergleichbar ist.

Dies aber nur zu Ihrer ersten Orientierung. Denn die konkrete Hähe Ihres Schmerzensgeldanspruchs hängt primär von den obigen Einzelfallumständen ab, die ich Ihrer kurzen Sachverhaltsschilderung nicht entnehmen kann.

Bitte beachten Sie, dass mögliche Ansprüche gegen Arzt / Krankenhaus gem. §§ 195, 199 BGB nach drei Jahren verjähren.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung, genauso für eine weitergehende Interessenwahrnehmung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de

Nachfrage vom Fragesteller 24.03.2005 | 22:40

Da die operation vor kurzen durchgeführt wurde - 2tage- kann ich noch nicht abschätzen ob eine duerschädigung verbleibt, der operateur hat mir mitgeteilt, dass entweder am "richtigen" noch am "falschen" knie schwere schäden festzustellen waren.
soll ich also erstmal den heilungsverlauf abwarten oder soll ich jetzt -unter den Schock des operateur- eine summe benenne und wie hoch wäre diese zum beispiel.
ich bin medizinstudent und habe zur zeit 2 wochen ferien.


vielen Dank für die rasche antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.03.2005 | 22:55

Schönen guten Abend,

ich meine, der Arztfehler ist doch fachlich wie juristisch offensichtlich. Die Folgen für Sie sind aber noch nicht ganz überschaubar. Und von denen hängt ja die Höhe Ihres Schmerzensgeldanspruchs ab, wie ich Ihnen schilderte. Da zudem Verjährung zudem erst am Ende des Jahres 2008 eintritt, würde ich Ihnen vorschlagen, sollten Sie

-zum einen den Heilungsverlauf abwarten
-zum anderen die einer möglichen Klage zugrundeliegenden Tatsachen (Operation beider Knie, evt. Beschwerden beim "gesunden" Knie) bald von einem anderen Chirurgen untersuchen und bestätigen lassen, um nicht später in Beweisnot zu kommen. Es geht hierbei weniger um den Dauerschaden, dies wäre ein weiterer Anspruchsgrund, sondern primär um Schmerzen, Bewegungseinträchtigungen, Behinderungen der Mobilität usw., die jetzt anstehen.

Der Operateur, Sie schrieben, er sei wohl selbst geschockt von seinem Verhalten, wird übrigens kaum sofort einen Anspruch ausgleichen, sondern sich natürlich auch erstmal informieren. Also abwarten und Beweise -wie oben geschildert- sicher, dann sehen wir weiter.

Freundliche Grüsse

RA Dr. Schimpf

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