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falsche PDA bei Geburt mit Folgen, Schmerzensgeld Anspruch?

| 15.11.2010 21:03 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Hallo,

bei der Geburt meines Kindes ist es aufgrund von Fehlern der Ärzte zu erheblichen Komplikationen gekommen.
Nach mehreren Stunden in den Wehen wurde ich dazu ermutigt doch einer PDA (Periduralanästhesie) zu zustimmen um die Schmerzen für mich erträglicher zu machen da laut Hebamme das Kind noch länger auf sich warten ließe. Diesem habe ich dann leider zugestimmt und das entsprechende Formular unterschrieben, wobei ich bis jetzt nicht genau weiss was drin stand da ich aufgrund der starken Schmerzen es nicht durchlesen konnte.
Nach der PDA und dem Beginn der Taubheit in den Beinen etc. verließ der Anästhesist den Kreissaal nach ca. 15 Min. da für ihn alles in Ordnung schien.
Ungefähr 10 Minuten später bekam ich starke Atemnot und konnte nicht mehr schlucken. Damit war ich ein Intensiv-Fall und mir wurde gesagt das jetzt sofort ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss da eine normale Geburt nicht mehr möglich ist. In dieser Situation wirklicher Todesangst wurde mir unverschämterweise auch noch das Einwilligungsformular für den Kaiserschnitt zur Unterschrift unter die Nase gehalten. Mein Mann berichtetet mir später was für eine groteske Situation es war, ich selber habe nicht mehr viel mitbekommen.
Es wurde dann ein Kaiserschnitt durchgeführt und ich leide noch 14 Tage später unter Schmerzen im Operationsbereich. Zusätzlich konnte ich mehrere Tage nicht aufstehen da mein rechtes Bein weiterhin taub war. Ich habe noch bis jetzt ein leichtes Müdigkeitsgefühl in dem Bein was hoffentlich noch weg geht.
Es stellte sich heraus das versehentlich eine totale Spinalanästhesie durchgeführt wurde, also es wurde das Betäubungsmittel in den falschen Kanal gespritzt. Der Anästhesist hat sich dafür entschuldigt aber gleich den Satz angefügt „das könnte mal passieren denn wir können ja nicht genau sehen wo wir hinspritzen". Aus diesem Fehler resultierte dann der Kaiserschnitt.

Meine Frage an einen erfahrenen Medizinrechtler lautet:
Besteht hier die Chance auf Schmerzengeld aufgrund z.b
-Todeangst durch die Atemnot
-Schmerzen/Bewegungseinschränkung nach der Operation
-Das nächste Kind darf ich erst nach 12 Monaten bekommen aufgrund des Kaiserschnitts

In der Antwort bitte begründen warum Ja,Nein oder Vielleicht.
Da ich beide Formulare (PDA und Kaiserschnitt) unterschrieben habe kann ich es schwer einschätzen ob die Ärzte damit völlig aus der Verantwortung sind oder nicht. Ich weiss ja bis jetzt nicht mal mehr was ich eigentlich unterschrieben habe, aber es werden Standardformulare gewesen sein.

Ich werde eine Antwort dann mit in die Entscheidungsfindung einfließen lassen ob ich den Rechtsweg bestreite oder nicht.

Unserem Kind geht es übrigens sehr gut, es hat davon zum Glück nichts mitbekommen

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt:

Sie haben selbstverständlich Anspruch auf Schmerzensgeld und auch Erstattung möglicher sonstiger Folgen (z. B. Zuzahlungen zu Medikamenten/Arztkosten), WENN eine ärztliche Fehlbehandlung vorgelegen hat. Dies lässt sich jedoch aus Ihren Schilderungen und ohne Einsicht in Ihre Behandlungsunterlagen leider nicht abschließend beurteilen.

Ein möglicher Anhaltspunkt, dass es zu einer Fehlbehandlung gekommen ist, ist möglicherweise in der Aussage des Anästhesisten zu sehen, es sei versehentlich eine totale Spinalanästhesie gesetzt worden. Letztlich lässt sich dies allerdings nur nach Einsicht in die ärztlichen Unterlagen beurteilen. Sie sollten daher auf jeden Fall einen im Arzthaftungsrecht erfahrenen Kollegen damit beauftragen, beim behandelnden Krankenhaus eine vollständige Kopie Ihrer Behandlungsunterlagen anzufordern und anschließend zu überprüfen, ob sich hieraus Behandlungsfehler ableiten lassen. Bei dieser Einsicht lässt sich auch erkennen, worüber Sie vor Unterzeichnung der Aufklärungsformulare aufgeklärt wurden; wenn sich aus dem Vergleich der unterzeichneten Aufklärung und den durchgeführten Maßnahmen bereits eine Diskrepanz ergibt, hat das Krankenhaus bzw. der Anästhesist möglicherweise fehlerhaft gehandelt.

Eine andere Frage ist auch noch, ob Sie bei Unterzeichnung der Erklärung überhaupt noch fähig waren, die Tragweite einer entsprechenden Unterschrift abschätzen zu können. Allerdings wird gerade in Notsituationen auch unter Berücksichtigung Ihrer sog. hypothetischen Einwilligung der Vorgang zu beurteilen sein (Extrembeispiel: Sie könnten ja auch wegen eines Unfalles bewußtlos ins Krankenhaus eingeliefert werden; zur Durchführung entsprechender Maßnahmen wird insoweit unterstellt, dass Sie eine Genehmigung hierfür erteilen würden, wenn Sie ansprechbar wären - eine sog. hypothetische Einwilligung). Ob sich also aufgrund der "Notsituation", in der Sie sich bei Unterzeichnung der Aufklärungsbögen befanden, ein Fehlervorwurf begründen lässt, ist insbesondere unter Berücksichtigung der Krankenunterlagen und der dort dokumentierten Umstände zu beurteilen.

Im Ergebnis lässt sich also leider die Aussicht auf begründete Ansprüche erst nach Einsicht in die ärztlichen Unterlagen absehen. Unterstellt, es lag eine Fehlbehandlung vor (keine entsprechende oder eine fehlerhafte Aufklärung; Kausalität der Fehlbehandlung zu den von Ihnen geschilderten Folgen), könnten Sie selbstverständlich für die anschließenden Folgen (Todesangst, Schmerzen nach der OP, Wartezeit für erneute Schwangerschaft) ein Schmerzensgeld fordern. Die genaue Höhe richtet sich nach der Schwere des Fehlers und den unmittelbaren konkreten Folgen; je schwerer diese wiegen, desto höher auch ein entsprechendes Schmerzensgeld.

Rückfrage vom Fragesteller 16.11.2010 | 15:27

Sehr geehrter Herr Rabauer,

leider bringt mich ihre Antwort nicht wirklich weiter.
Am Ende wird nur ein Gericht feststellen können ob es sich um eine ärztliche Fehlbehandlung gehandelt hat.
Mir ging es um die Einschätzung eines Experten ob diese vorgelegen haben könnte. Ich denke meine Schilderungen sind dafür eindeutig genug. In den Behandlungsunterlagen wird vermutlich sowieso stehen das alles nach Vorschrift verlaufen ist, die Ärzte werden da nicht reinschreiben welche Fehler sie gemacht haben.
Sie sagen selber ich soll einen in Arzthaftungsrecht erfahrenen Kollegen beauftragen, daher vermute ich das Sie dies selber nicht sind. Vielleicht hätte ein solcher Kollege von Ihnen diese Frage etwas präziser beantworten können.
Meine Nachfrage daher: Können Sie ewtas konkreter einschätzen ob es sich um einen Behandlungsfehler handeln könnte oder mir einen Präzedensfall nennen in dem ein ähnlicher Vorgang behandelt wurde.

Viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.11.2010 | 20:49

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Wie bereits ausgeführt, wäre zu überprüfen, ob das Vorgehen des Krankenhauses insgesamt lege artis erfolgt ist oder nicht. Allerdings ist insoweit die Erfolgsaussicht eines rechtlichen Vorgehens seriös nur dann zu beantworten, wenn die gesamten Krankenunterlagen eingesehen werden konnten. Es wäre aus Sicht des Unterzeichners nun wahrlich kein Zeichen vom Kompetenz, wenn ohne Berücksichtigung derart entscheidender Unterlagen die rechtliche Vorgehensweise festgelegt werden würde. Nachdem Sie selbst mitgeteilt haben, nicht zu wissen, was genau Sie unterzeichnet haben, stellt sich natürlich die berechtigte Frage, wie denn dann - ohne Einsicht in die Krankenunterlagen und damit auch die von Ihnen unterzeichnete Erklärung - beurteilt werden soll, ob und inwieweit eine wirksame Einwilligung Ihrerseits in die Behandlungsmaßnahmen vorlag und ob ggf. das Krankenhaus fehlerhaft gehandelt hat. Denn wenn sich beispielsweise die Aufklärung eben nicht auf eine totale Spinalanästhesie bezog, letztere aber durchgeführt wurde, wäre dies bereits ein evtl. Ansatzpunkt. Ohne genaue Kenntnis Ihrer Einwilligung lässt sich aber dieser Punkt gar nicht beantworten.

Die Anregung, eine versierten Kollegen zu beauftragen, entsprang weniger der mangelnden Kompetenz des Unterzeichners, der seit Jahren ausschließlich Arzthaftungssachen bearbeitet, als vielmehr der rein tatsächlichen Notwendigkeit, angesichts der Komplexität und Tragweite der Angelegenheit mehrere persönliche Unterredungen mit Ihnen - idealerweise in der Nähe Ihres Wohnortes - führen zu müssen; letzteres kann naturgemäß im Rahmen einer Erstberatung in diesem Forum nicht geleistet werden.

Auf Ihre konkrete Nachfrage darf ich daher antworten, dass eine Fehlbehandlung dann vorliegen könnte, wenn eine totale Spinalanästhesie gesetzt wurde, ohne dass Sie hierüber aufgeklärt wurden und ohne dass diese medizinische indiziert gewesen ist. Eine Gerichtsentscheidung mit dem identischen oder einem ähnlichen Sachverhalt ist mir nicht bekannt, wobei aber auch nicht alle Gerichtsentscheidungen veröffentlich werden.

Bewertung des Fragestellers 19.11.2010 | 19:43

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Nach dem jetzigen System werde ich das Portal vermutlich nicht mehr benutzen und auch nicht weiterempfehlen."
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