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falsche Fliesen in ETW


| 26.07.2006 00:47 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe über einen Bauträger eine ETW gekauft. Über die Handwerkerliste konnte ich zu den einzelnen Handwerkern Kontakt aufnehmen und die angebotenen Leistungen entsprechend aussuchen. So geschah es auch beim zuständigen Fliesenleger. Da ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin und auf entsprechenden Eigenschaften der Fliesen achten muss, erfolgte eine entsprechende ausführliche und lange Beratung. Meine Tante und ihr Lebensgefährte waren bei diesem Termin dabei.

Da ich gerne etwas helles in meiner zukünftigen Wohnung haben wollte, fiel die Wahl auf eine helle melierte Fliese mit hohen Abrieb.

Nach einigen Wochen erhielt ich ein Angebot mit Preisangabe für Zusatzleistungen bei den Badezimmerfliesen und Auflistung der Fliesen die im Kaufpreis sind, dieses Angebot mußte ich weder bestätigen noch irgend eine Unterschrift leisten.

Ich stolperte zwar über den Ausdruck anthrazit aber überlegte mit meiner Tante das die ausgesuchte Fliese ja meliert und nicht einfarbig sei und eventl. ja auch ein Grau mit bei war ( :-( ziemlich blöd).

All die Monate habe ich mich nun auf meine schönen hellen Fliesen eingestellt, die Möbel entsprechend ausgesucht und jedem erzählt wie schön hell die Wohnung wird.

Gestern schaute nun der Lebensgefährte meiner Tante wie weit die Fliesenleger in der Wohnung sind und nun beginnt mein Alptraum.
Die komplette Wohnung wurde mit dunklen, fast schwarzen Fliesen ausgelegt. Meine Tante rief sofort den Fliesenleger an, der wiederum mich anrief. Er behauptet das sei die Fliese die ich ausgesucht habe und er könne sich gut daran erinnern und selbst wenn er ein Fehler gemacht hätte, dann wäre es meine Pflicht gewesen nachdem ich das Angebot erhalten hatte ihn auf diesen Fehler hinzuweisen.

Ich sagte ihm wir seien doch zu dritt bei ihm gewesen und dunkle Fliesen hatte ich gleich zu Anfang ausgeschlossen. Er meinte das hat nichts zu sagen ob wir zu dritt da waren, wir hätten uns ja auch absprechen können weil mir die verlegte Fliese nun nicht mehr gefällt (auf meinen Einwand das ich selber die verlegten Fliesen noch gar nicht sehen konnte weil ich als Rollstuhlfahrer nicht in die Wohnung komme solange der Aufzug noch nicht in Betrieb ist, ging er gar nicht ein).Ich konnte ihm ganz genau sagen wo die ausgesuchte Fliese in seinem Geschäft war, darauf hatte er als Antwort parat das er seit meinen Besuch 3x umgeräumt hätte. Er teilte mir noch mit das er nun 14 Tage im Urlaub sei und er seine Handwerker angewiesen hat zuende zu fliesen.

Ich bin nun absolut geschockt, ich habe darauf vertraut das der Fliesenleger nach diesem ausführlichen Beratungsgespräch die richtigen Fliesen aufschreibt.

Heute bin ich dann mit meiner Tante zum Geschäft gefahren weil ich den Auftrag sehen wollte und sehen wollte welche Fliese nun tatsächlich in meiner Wohnung liegt. Die ursprünglich ausgesuchte Fliese war noch am gleichen Platz und die nun verlegte falsche Fliese empfinde ich schlicht weg als häßlich.
Eine wirkliche Auftragsbestätigung gibt es nicht, mir wurde ein PC Ausdruck gezeigt indem handschriftlich die falschen Fliesen aufgeführt waren und unter dem ebenfalls handschriftlich ohne Datum stand " Auftrag telefonisch erteilt".

Meine Frage ist nun ob ich rechtlich gar nicht dagegen unternehmen kann und nun mit schwarzen anstelle von freundlich hellen Fliesen leben muss?

Wir hatten damals ein Stück Fliese von der ursprünglich ausgesuchten mitgenommen, aber ich schätze mal wenn ich dieses Stück in meinem Umzugskisten wiederfinde, wird es sicher kein Beweis sein.

Am 28.07. ist nun Wohnungsabnahme und ich weiß nun nicht ob ich die falschen Fliesen beanstanden kann oder ob der Fliesenleger im Recht ist. Hätte ich als Laie alleine am Wort anthrazit im Angebot erkennen müssen das der Fliesenleger die falschen Fliesen aufgeschrieben hat?

Ich hoffe Sie können mir mit einer Auskunft weiter helfen.

M.f.G.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen wie folgt beantworte.

Zunächst sollten Sie keinesfalls vorbehaltlos die Abnahme erklären. Ich rate bereits jetzt zur Inanspruchnahnme anwaltlicher Hilfe, um Ansprüche gegen den Fliesenleger, der es sich offenkundig sehr einfach machen möchte, mit dem nötigen Nachdruck anzumelden.

Dies halte ich bereits jetzt für erforderlich, da nicht unerhebliche Material- und Personalkosten im Hintergrund stehen dürften und Fehler beider Parteien in Betracht kommen. Wie ein Gericht beiderseitige Fehler im Sinne eines Mitverschuldens quotenmäßig aufteilt, lässt sich schwer vorhersagen und wird zudem einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass diesbezüglich eine außergerichtliche Einigung angestrebt werden sollte.

Festzuhalten bleibt zunächst, dass es sehr von Bedeutung sein kann, dass Sie das Beratungsgespräch zu dritt geführt haben. Ansonsten wären Zeugen im Zivilprozess fast immer wertlos, weil diese sich quasi immer absprechen könnten.

Ob ein Zeuge glaubwürdig ist, entscheidet allein der Richter im Rahmen seiner Beweiswürdigung.

Auch die Musterfliese ist zunächst ein Indiz dafür, was von Ihnen tatsächlich gewollt war, zumal deren Beschaffenheit offenkundig mit den im Beratungsgespräch verlangten Eigenschaften übereinstimmt.

Darüber hinaus kann der Fliesenleger natürlich nicht frei nach dem Motto "ich kann ruhig alles falsch notieren, wenn es der Kunde nicht merkt, gilt es als genehmigt," verfahren.

Da Sie allerdings wussten, dass anthrazit dunkel ist und Sie ausdrücklich helle Fliesen wollten, kommt ein Mitverschuldensanteil ihrerseits in Betracht.

Grundsätzlich muss die Gegenseite die Annahme des Auftrags durch Sie beweisen, wobei eine bloße Notiz ohne Datumsangabe eher dürftig ist, allerdings verstehe ich Sie so, dass Sie trotz Ihrer Zweifel hinsichtlich anthrazit zugestimmt haben.

Nur der Vorsicht halber: ein Bestreiten der Annahme in der Hoffnung, die Gegensiete würde sie nicht beweisen können, birgt vor diesem Hintergrund das Risiko des Prozeßbetrugs.

Letztlich muss das Angebot und die Fliese dem von Ihnen zu beauftragenden Anwalt auch vorgelegt werden, um optisch zu beurteilen, ob die Beschaffenheit der Fliese und die Beschreibung im Angebot tatsächlich zu Verwechslungen führen können, oder ob sich fast hätte aufdrängen müssen, dass hier Unterscheid bestehen.

Ich bitte um Verständnis, dass hier aus der Ferne aufgrund der vorstehende Umstände keine seriöse abschließende Einschätzung im Sinne von "Sie/der Fliesenlieger hat allein recht" erfolgen kann, hoffe aber, Ihnen auf diesem Weg die im Rahmen dieses Forums angebotene erste Orientierung ermöglicht zu haben und verbliebe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rehtsanwalt
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