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falsche Angabe der Wohnfläche


12.05.2005 12:14 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo!
Wir haben eine 2-Raum-Wohnung gemietet, in der Anzeige und auch in der Ausschreibung der Hausverwaltung war diese mit 83 qm angegeben.
Da wir die Wohnung schon vor ca. 3 Monaten besichtigt hatten und auch den Mietvertrag im März unterschrieben haben, haben wir die Wohnung größer in Erinnerung gehabt und haben nun festgestellt, dass der Wohnraum max. 60 qm beträgt. (mit Balkon und vielen Dachschrägen, da es eine 2 Etagen-Wohnung ist), der effektiv nutzbare Wohnraum ist also noch weniger.
Ein Grundriss liegt uns seit ca. 2 Wochen vor und bestätigt die niedrigere Wohnfläche.
Die Kaltmiete beträgt 550€, was für 80 qm Wohnung ok ist, aber nicht für 45-50 qm.
Frage: Hat man realistische Chancen, die Kaltmiete zu senken (auch wenn der Mietvertrag schon unterschrieben ist und die Wohnung abgenommen wurde) Auf welche Gesetze kann man sich berufen?
Vielen Dank für die Bearbeitung!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Bundesgerichtshof hat im letzten Jahr eine Entscheidung zu der Frage getroffen, unter welchen Umständen ein Mieter bei einer erheblichen Abweichung der tatsächlichen von der vertraglich vereinbarten Wohnfläche zur Minderung der Miete berechtigt ist (VIII ZR 295/03).

Der BGH hat dazu wie folgt entschieden:

Weicht die tatsächliche Größe um mehr als 10% von der vereinbarten Größe ab, so ist also, nach nunmehr höchstrichterlicher Rechtsprechung, die Tauglichkeit der Wohnung gemindert, ohne dass der Mieter eine konkrete Beeinträchtigung durch die Flächenabweichung nachweisen muss.

Es liegt dann nämlich ein Mangel der Mietsache i.S.d. § 536 BGB vor.

Zwar ist in Ihrem Fall die Wohnung mehr als 10% kleiner, als vorher angepriesen. Ob Sie aber die Miete mindern dürfen, wird sich danach richten, ob die genannten 83 qm vereinbart wurden, oder lediglich zu Werbezwecken angegeben wurden, und sich im Mietvertrag nicht wiederfinden. Enthält der Mietvertrag selbst diese 83 qm nämlich nicht, kann sich die Vereinbarung nur mündlich aufgrund der Anzeige ergeben, was aber im Einzelfall zu prüfen sein wird. Es wird dann darauf ankommen, wie die Anzeige formuliert ist, ob die Wohnfläche Gegenstand der mündlichen Verhandlungen waren, und ob Sie dies auch nachweisen können.

Auf jeden Fall sollten Sie, bevor Sie Forderungen an den Vermieter stellen, die tatsächliche Wohnfläche durch einen Fachmann ermitteln lassen.

Ich möchte Sie an dieser Stelle auf meine beiden Beiträge bei 123recht.net zu dieser Frage hinweisen, die Sie unter

<a href= "https://www.123recht.net/article.asp?a=9064&f=ratgeber_mietrecht_raschwartmannmietminderqm&p=1">Mietminderung bei abweichender Wohnfläche

und

BGH: Zur Berechnung der Wohnfläche im freien Wohnungsbau

finden können.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


A. Schwartmann
Rechtsanwalt


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