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faellt mir ehrlich gesagt keine ein....


21.06.2006 08:45 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



guten tag,
ich stelle meine frage mal hier in den raum,damit ich mal eine externe meinung zu diesem thema hoere.
folgender sachverhalt:
produktionsfirma mit einem umsatz von ca 400.000 per annum,
inhaber 2001 ploetzlich verstorben,als bonbon gabs zum erbe
noch ca 800.000 verbindlichkeiten dazu.
im gegenzug hatten die banken natuerlich eintraege ins grundbuch beider hallen.
da sich altinhaber und zustaendige baenker ganz gut kannten, wurden die werte entsprechend nach oben bilanziert.
direkt nach dem tode sind die beteiligten banken u.a. nach einer neuen bewertung der gebaeude recht zuegig nervoes geworden und haben alle konten gesperrt.
da ich selber allerdings an die produkte und das unternehmen ( es bestand zu diesem zeitpunkt schon 30 jahre ) geglaubt habe, habe ich zusammen mit der tochter des verstorbenen das ganze erbe angenommen ( also 800.000 verbindlichkeiten und 2 hallen plus wohnkomplex).
nach enstprechenden verhandlungen mit den banken , uebernahmen uswusw haben wir alle verbdinlichkeiten in drei groessere kredite bei EINER bank gebunkert.
diese bank hat uns jetzt 5 jahre PROBLEMLOS begleitet,so daß
wir durch entsprechende manpower in der lage waren die verbindlichkiten auf ca 260.000 zuu druecken.
weitere verbindlichkeiten ( ausser denen aus dem normalen tagesgeschaft ) existieren nicht.
trotz enorm hoher zins und tilgung haben wir bis jetzt immer ein
positives betriebsergenis gehabt, ABER die summen als solches reichen NICHT aus um notwendige investitionen bzw ruecklagen
fuer gebeaudesanierung ( energiereduzierung ) und maschinenpark
zu generieren.
die bank selber ist aber momentan nicht bereit,frisches kaptal zuzuschiessen,da die bewertungen fuer die genaeude jaehrlich runtergfahren werden.
auf der anderen seite bin ich aber aufgrund der seit jahren kontinuerirlich darstellbaren umsatzsteigerungen gezwungen,eine neue halle zu bauen,bzw eine von den bestehenden komplett umzubauen.
ODER aber was mir vorschwebt,die alte firma in die insolvenz bringen und eine neue zu eroeffnen, dann aber ohne verbindlichkeiten, am anfang dann klar zur miete aber nach drei vier jahren wieder eigentum.
wie die bank reagieren wuerde,kann ich momentan nicht abschaetzen,auf der anderen seite waere mit der insolvenz und dem daraus resultierenden verkauf via der hausbank meiner meinung nach die verbindlichkeiten bei der bank gedeckt.
wie ist mein vorschlag zu bewerten,ist das reel durchfuehrbar,
ist das sinnvoll, ist das gesetzlich OK uswusw?
ich habe diesbezueglich noch keinen kontakt mit unserem StB bzw RA aufgenommen,da ich erst mal eine externe meinung hierzu hoeren moechte

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt Stellung nehmen möchte:

Die beabsichtigte Unternehmensinsolvenz setzt zunächt eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung voraus. Zahlungsunfähigkeit liegt nach § 17 InsO dann vor, wenn der Schuldner nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wird eine Zahlungsunfähigkeit nicht angenommen werden können.
Bei einer juristischen Person ist nach § 19 InsO auch die Überschuldung Eröffnungsgrund.Diese liegt dann vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Bei der Bewertung des Vermögens des Schuldners ist jedoch die Fortführung des Unternehmens zugrunde zu legen, wenn diese nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich ist. Sie werden daher zunächst einen Überschuldungsstatus erstellen müssen. Da die Bilanzen sich positiv entwickelt haben, ist die Fortbestehens- und Ertragsprognose positiv, so dass die Aktiva Ihrer Firma unter „going-concern“- Gesichtspunkten bewertet werden können. Hierbei sind alle Positionen ohne Rücksicht auf steuerliche Gesichtspunkte zu Verkehrswerten in Ansatz zu bringen. Da auch das Anlagevermögen (Grundstücke, Bebäude, Betriebs- und Geschäftsausstattung) mit in den Überschuldungsstatus einfließt, wird Ihr Unternehmen im Hinblick auf den Verkehrwswert des Gebäudes, des Maschinenparks und des Wertes der Halle ggf. noch nicht im Sinne von § 19 InsO überschuldet sein. Eine genaue Aussage hierüber wird erst Ihr Steuerberater nach Erstellung der Aktiva und Passiva treffen können.

Ergibt die Bilanz eine Überschuldung, könnten Sie das Unternehmen zur Insolvenz anmelden. Mit Zustimmung der Gläubiger ist eine Eigenverwaltung des Unternehmens gem. § 270 f InsO möglich. Ist die Masse verteilt und die Gläubiger befriedigt, können Sie nach Verfahrensaufhebung die Firma erneut eröffnen. Eine neue Selbständigkeit während des Insolvenzverfahrens wird grundsätzlich nur im Einvernehmen mit dem Insolvenzverwalter erfolgen können.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtswanwältin
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