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ersteigerte Tickets an falsche Adresse - nur noch 13 Tage gültig

| 18.08.2009 22:06 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


10:48
Hallo!
Ich habe vor 10 Tagen sogenannte Tchibotickets ersteigert, 6 Fahrten, diese sind gültig bis zum 31.8.2009.
Am Montag letzter Woche bestätigte der Verkäufer den Zahlungseingang und schrieb, dass er die Karten noch am selben Tag losschicken werde. Leider an meine alte Adresse. Diese hatte ich vor Jahren angegeben, als ich mich bei ebay registriert hatte und war nicht gleich der Lieferanschrift. Die Lieferanschrift hatte ich längst aktualisiert und es hatte auch nie Probleme mit anderen Lieferungen gegeben.
Auf seine Mail habe ich eine halbe Stunde später geantwortet und ihm mitgeteilt, dass das die falsche Adresse ist und ihm zur Sicherheit nochmal die aktuelle Adresse gegeben.

Seitdem habe ich nichts von ihm gehört.
Ich habe seine Telefonnummer recherchiert und unter dieser einmal mit seiner Schwester und seiner Mutter gesprochen, die mir sagten, das der Verkäufer seit Montag in Urlaub sei und sobald etwas zurückkomme, sie sich bei mir melden würden.
Leider ist da auch nichts passiert. Ich habe bei der Post einen Nachforschungsauftrag erteilt und das Problem bei ebay gemeldet. Leider dauert das alles sehr lange (bis zu 4 Wochen), bis auf diesem Wege etwas geklärt wird sind die Tickets nicht mehr gültig.
Eine Fristsetzung erscheint mir auch nicht sinnvoll, denn selbst wenn ich die Tickets in den nächsten Tagen noch bekäme, könnte ich in dem verbleibenden Zeitraum kaum alle Fahrten nutzen. Muss ich trotzdem eine Frist setzen? Wenn ja bis wann? Auf dem Postweg dauert so ein Einschreiben ja schon 2 Tage, ich kann doch nicht eine Frist von einer Woche einräumen und dann sind die Tickets nur noch ein paar Tage gültig! Kann ich nicht einfach mein Geld zurückverlangen?

Ich habe also termingebundene Ware wegen eines Fehlers des Verkäufers nicht bekommen und möchte wissen, wie ich weiter vorgehen kann. Die Ware hat jetzt keinen bzw. jeden Tag weniger Wert für mich, und ich möchte den Kaufpreis zurückerstattet bekommen.
18.08.2009 | 22:53

Antwort

von


(140)
Saarlandstraße 62
44139 Dortmund
Tel: 0231 580 94 95
Web: http://www.rechtsanwalt-do.de
E-Mail:

Geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und Ihrer Sachverhaltsdarstellung nehme ich wie folgt Stellung:

I. Eine Fristsetzung ist dann nicht erforderlich, wenn die Nacherfüllung dem Käufer unzumutbar ist bzw. besondere Umstände vorliegen. Unzumutbar ist dabei ein Begriff, von dem nur schwer vorher zusagen ist, wie ihn ein Richter auslegt. Meiner Ansicht nach ist das in Ihrem Fall aber gegeben. Denn dem Verkäufer ist klar, dass die Tickets mit der Zeit ihren praktischen Wert verlieren und bald ganz wertlos sind. Daher ist klar, dass deshalb auch der zügige Versand eine Voraussetzung des Vertrages ist. Jetzt sind von der restlichen Gültigkeitsdauer von etwa drei Wochen bereits 10 Tage verstrichen. Nach meiner Einschätzung können Sie sofort vom Vertrag zurücktreten.

II. Alternativ: Sie müssen nicht per Einschreiben die Frist setzen. Schriftform ist nicht vorgeschrieben. Sie können dies auch z.B. per Email oder Fax tun. Dem Verkäufer wird nichts unzumutbares abverlangt, wenn er die Tickets, die er sowieso seit einiger Zeit zu versenden hat, am selben oder nächsten Tag in einen Briefkasten wirft. Eine Fristsetzung per Email oder Fax bis Samstag halte ich daher für angemessen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick geben und meine Antwort hat Ihnen weiter geholfen. Noch Fragen? Dann nutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion.
Wenn ich Sie in der Sache tätig werden soll, rufen Sie mich gerne an. Sie können mir auch eine Email z.B. mit einer Rückrufbitte schicken. Ich melde mich dann bei Ihnen.

Bitte bedenken Sie, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Zu einer umfassenden Beratung gehört, gemeinsam alle relevanten Informationen zu erarbeiten. Das kann diese Plattform nicht leisten. Hier soll nur eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen gegeben werden. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Tatsachen bei Ihrer Schilderung kann sich eine ganz andere rechtliche Beurteilung ergeben.



Ich wünsche einen schönen Abend und
mit freundlichen Grüßen

Sebastian Belgardt
Rechtsanwalt



Kanzleianschrift:
Großholthauser Str. 124
44227 Dortmund

Kontaktmöglichkeiten:

Telefon: 0231. 580 94 95
Fax: 0231. 580 94 96
Email: info@ra-belgardt.de


Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2009 | 10:23

Danke Ihnen erstmal für Ihre bisherige Hilfe. Gestern morgen hat sich der Verkäufer bei mir per Mail gemeldet und mir mitgeteilt, dass er die Tickets verschickt habe und sie am nächsten Tag da seien.
Ich hatte zu dem Zeitpunkt aber schon meinen Vertragsrücktritt per Einschreiben an ihn geschickt, so dass sich beide Schreiben sehr unglücklich überschnitten haben. Das habe ich ihm auch sofort als Antwort gemailt.
Heute morgen kam dann tatsächlich das Einschreiben, es ist noch ungeöffnet.
Ich brauche die Tickets jetzt nicht mehr, weil ich zwischenzeitlich Ersatztickets gekauft habe.
Ich habe dem Verkäufer eine Mail geschrieben, er möge mich bitte anrufen, damit wir das weitere Vorgehen besprechen können.
Ich gehe allerdings davon aus, dass die Sache für ihn jetzt erledigt ist, weil er das Geld hat und die Tickets verschickt hat.
Kann ich die Tickets einfach zurückschicken? (wie gesagt ungeöffnet)
Wenn ich sie behalte, was ist dann mit meinem Vertragsrücktritt? ich "verstoße" ja sozusagen dagegen. Vielen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2009 | 10:48

Überschneidungen sind immer etwas unglücklich. Vor allem, weil sie zwar juristisch recht eindeutig sind, aber oft von der einen oder anderen Seite als ungerecht empfunden werden.
Bei einem wirksamen Rücktritt sind die beiderseitgen Leistungen zurückzugewähren (§346 I BGB). Der Kaufvertrag wird sozusagen auf den Kopf gestellt und in ein so genanntes Rückgewährschuldverhältnis umgewandelt. Das heißt, ein Rücktritt ist duchaus auch auf Fälle zugeschnitten, bei denen beide Parteien bereits geleistet haben.
Nach meiner Einschätzung ist Ihr Rücktritt wirksam erklärt. In der Folge müssen Sie die Tickets zurückgeben und der Verkäufer den Kaufpreis zurückzahlen. Die Rücksendung der Tickets ist aber weder Voraussetzung für die Wirksamkeit des Rücktritts noch für den Anspruch auf den Kaufpreis.
Ich nehme genau wie Sie an, dass der Verkäufer ungern den Vertrag rückgängig machen will. Er wird aber auch einsehen müssen, dass auf seiner Seite einiges schief gelaufen ist. Daher wünsche ich Ihnen, dass Sie sich einigen.

Alles Gute und mfG
RA Belgardt



Bewertung des Fragestellers 20.08.2009 | 10:55

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