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erbschein zum zweitenmal,, Erbmasse weg, Gläubiger

20.05.2009 14:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Es handelt sich um eine Erbengemeinschaft. Mein Vater am 11.11.verstorben hinterlies etwas Geld auf sein alleiniges Konto. Am Tag d. Beisetzung (12.12.) ging es anschl. zur Bank um als Erbengemeinschaft eine Vollmacht für die Witwe (sie sollte die Konten auflösen es gab keinen Hinweis wie hoch die Summe war)auszustellen. Erst jetzt bekam ich nach Anforderung die aktuellen Kontoauszüge. Die Witwe hat mit der EC Karte meines Vaters alle Gelder abgeholt Rest 27 EUR sind als Saldo übrig. Genau vom 12.11. bis 10.12.wurde alles abgeholt.(ohne Vollmacht oder Testament oder Verfügung) Danach wurde das Konto ja gesperrt und die EC Karte eingezogen . Ich möchte jetzt die Rechtslage wissen. Und möcht einen Erbschein beantragen. Es sind mehrere ausgestellt aber an die anderen Erben verteilt worden. Desweiteren werden mir horrende Summen der Beerdigung von der Witwe in Rechnung gestellt.Sie regelte alles im Alleingang ohne jegliche Absprachen. Wie muss ich jetzt darauf reagieren? Und als I-Punkt hat mein Vater Schulden. Hätte aus der Erbmasse bestritten werden können. Was nun.?

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Der Nachlass wird gemeinschaftliches Vermögen der Erben gem. § 2032 BGB und wird gemeinschaftlich verwaltet; § 2038 BGB.

Vom Nachlass sind die Nachlassverbindlichkeiten, soweit fällig, zu begleichen. Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören die Beerdigungskosten und die Verbindlichkeiten des Erblassers.

Gem. § 1968 BGB haben die Erben die Beerdigungskosten zu tragen. Hat die Witwe die Beerdigungskosten zunächst gezahlt, hat sie gegenüber der Erbengemeinschaft einen Anspruch auf Erstattung. Durch das Abheben des Vermögens des Erblassers von dessen Konto durch die Witwe wurden ein Teil oder die gesamten Beerdigungskosten erstattet.

Als Ehefrau des Erblassers war diese auch zur Totenfürsorge berechtigt und hat daher einen entsprechenden Anspruch auf Erstattung. Sollten die Kosten der Beerdigung die einer durch die Lebensstellung des Erblassers angemessenen Beerdigung übersteigen, hat die Witwe für den übersteigenden Betrag keinen Erstattungsanspruch. Sollte dies der Fall sein, können Sie die Forderung zurückweisen.

2.
Gegenüber den Gläubigern haftet die Erbengemeinschaft als Gesamtschuldner. D.h. die Gläubiger können die fälligen Verbindlichkeiten von jedem einzelnen der Miterben oder von der Erbengemeinschaft fordern.

3.
In Anbetracht des möglicherweise überschuldeten Nachlasses rate ich Ihnen daher dringend einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit Ihrer Vertretung zu beauftragen. Dieser kann zunächst prüfen, ob die Forderungen der Witwe gegen Sie in der Höhe berechtigt sind und ob Sie dadurch selbst Ansprüche gegenüber anderen Miterben erhalten.

Weiterhin sollte geprüft werden, ob sich die Haftung auf den Nachlass beschränken lässt oder Sie das Erbe noch wegen Irrtums ausschlagen können. Da dabei wichtige Fristen zu beachten sind, sollten Sie einen Rechtsanwalt für die Prüfung kurzfristig beauftragen. Bis zur Entscheidung ob Sie das Erbe annehmen oder ausschlagen, sollten Sie zunächst keinen Erbschein beantragen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2009 | 15:42

War es denn Rechtens das die Witwe sich die Gelder angenommen hat? Ich war bisher der Meinung über meinen Erbteil selbst zuverfügen zu können und Verbindlichkeiten zu bestreiten.Desweiteren gibt es schon eine Annahme des Erbes von allen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.05.2009 | 16:55

Sehr geehrter Fragesteller,

die Witwe war nicht dazu berechtigt, die Gelder vom Konto an sich zu nehmen. Allerdings hätte die Witwe, wenn Sie Ihre Ansprüche gegen sie durchsetzen würden, trotzdem einen Anspruch auf Erstattung der Beerdigungskosten gegen die Erbengemeinschaft. Dieser Anspruch wäre auch bereits fällig.

Desweiteren dürfen Sie ohne Zustimmung der Erbengemeinschaft Ihren Anteil dem Nachlass nicht entnehmen, da es sich um gemeinschaftliches Vermögen der Erbengemeinschaft handelt.

Dies ist erst nach der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft möglich, die grundsätzlich jeder Erbe jederzeit verlangen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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