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erbschaft aus usa, nicht verwandt, erbschaftssteuer

22.08.2017 12:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Krueckemeyer


guten tag,

ich habe einen betrag von ca 100 000 us dollar geerbt. der verstorbene war amerikaner in usa ansaessig. die oertliche inheritance tax in pennsylvania betraegt fuer nicht verwandte 15 prozent.

wenn ich mir die erbschaft nach deutschland ueberweisen lasse unterliegt das geld auch der deutschen erbschaftssteuer? was bedeutet das doppeltbesteuerungsabkommen zwischen usa und deutschland in diesem fall?

noch als info, ich habe sowohl die deutsche als auch die amerikanische staatsangehoerigkeit.

dankeschoen

mit freundlichem gruss

Sehr geehrter Fragesteller,

ihre Frage beantworte ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass ein veränderter Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen kann.
 
Der deutschen Erbschaftsteuer unterliegt gem. § 1 (1) Nr. 1 ErbStG der Erwerb von Todes wegen. Die Persönliche Steuerpflicht tritt ein, wenn der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer ein Inländer ist, also seinen Wohnsitz im Inland hat (§ 2 (1) Nr. 1 a) ErbStG). Als Erwerb von Todes wegen gilt gemäß § 3 (1) Nr. 1 ErbStG der Erwerb durch Erbanfall (§ 1922 BGB). Die Steuer entsteht bei Erwerben von Todes wegen mit dem Todes des Erblassers (§ 9 (1) Nr. 1 ErbStG. Als steuerpflichtiger Erwerb gilt die Bereicherung des Erwerbers, soweit sie nicht steuerfrei ist (§ 10 (1) S. 1 ErbStG). Ich gehe davon aus, dass sie der Steuerklasse III (§ 15 (1) ErbStG) unterliegen. Gemäß § 16 (1) Nr. 7 ErbStG bleibt ein Betrag in Höhe von 20.000 € steuerfrei. Die Erbschaftsteuer beträgt gemäß § 19 (1) III ErbStG 30 %.
 
Im vorliegenden Fall heißt das, im Zeitpunkt des Todes des Erblassers sind Sie auf Grund Ihres Wohnsitzes in Deutschland Erbschaftsteuerpflichtig. Die Erbschaftsteuer entsteht nicht erst durch Überweisung des Geldbetrages. Sollten Sie bisher keine Erbschaftsteuererklärung bei Ihrem zuständigen Erbschaftsteuerfinanzamt eingereicht haben, rate ich Ihnen dringend dies umgehend nachzuholen. Andernfalls könnte eine Steuerhinterziehung vorliegen.
 
Hier liegt eine sogenannte Doppelbesteuerung vor (sowohl die USA als auch Deutschland besteuern ein und dasselbe Ereignis). Die USA haben mit Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen für die Erbschaftsteuer. Dies sieht in Ihrem Fall vor, dass Deutschland die Anrechnung der oertliche inheritance tax vornimmt (Art 11 (3) b) Doppelbesteuerungsabkommen USA).
 
Nach Ihren Angaben müsste die Steuer wie folgt erhoben werden:
 
100.000 € Erwerb von Todes wegen
- 20.000 € Steuerfreibetrag (§ 16 (1) Nr. 7 ErbStG)
80.000 € steuerpflichtiger Erwerb
 
Steuer hierauf: 24.000 € (30 % gem. § 19 (1) III ErbStG)
 
Anrechnung der oertliche inheritance tax in Höhe von 15.000 €
 
Steuer in Deutschland somit 9.000 €
 
Bitte beachten Sie dass gem. Art 11 (7) DBA USA die Anrechnung der oertliche inheritance tax nur innerhalb einer Frist von 1 Jahr nach der endgültigen Festsetzung erfolgen kann.

Sollten Nachfragen bestehen, nutzen sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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