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echter oder unechter Grenzgänger mit 2 Wohnungen


| 01.12.2015 10:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Ich bin als Geschäftsführer bei meiner schweizer GmbH angestellt und arbeite 5 Tage pro Woche in der Schweiz als Unternehmensberater.
Ich habe ein Zimmer in Grenznähe in Deutschland und pendel täglich dorthin. Das Zimmer hat die Funktion eines "Schlafpatzes".
Ich fahre am Wochenende zu meiner Familie Nähe Mannheim (>250km) und habe dort meinen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt.
Ich habe kein Zimmer in der Schweiz und G Bewilligung.

Für mich stellt sich die Frage, ob ich mit dem fixen Pauschalsteuersatz von 4,5% als echter Grenzgänger besteuert werde oder ob ich als Wochenendaufenthalter und unechter Grenzgänger in der Schweiz voll versteuert werde.
Bewirkt das tägliche Pendeln zu dem Zimmer in Grenznähe nach Deutschland, dass ich ein echter Grenzgänger bin/werde?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Grenzgänger i.S.d. Art. 15a Abs. 2 des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland - Schweiz sind Sie immer dann, wenn Ihnen die Rückkehr in den Ansässigkeitsstaat (in Ihrem Fall Deutschland) aus beruflichen Gründen möglich ist und Sie dies auch regelmäßig tun. Ihre Grenzgängerrolle würde nur entfallen, wenn Sie mehr als 60 Nichtrückkehrtage im Jahr haben.

Nach Ihrem Vortrag verbringen Sie überhaupt keinen Nichtrückkehrtag in der Schweiz, Sie überqueren die Grenze jeden Abend und reisen am Wochenende ins Rhein-Neckar Gebiet. Die Wohnung auf deutscher Seite dürfte trotz Ihrer Qualifikation als "Schlafplatz" als Wohnsitz i.S.d. DBA gelten. Falls Sie dort noch nicht gemeldet sind, sollten Sie dies ggf. nachholen.

Ich sehe daher keine Probleme hier von den Vorteilen der Grenzgängerregelung für Sie zu profitieren.

Aus meiner Sicht wäre daher nur eine Quellenbesteuerung von 4,5% aus schweizerischer Sicht gegeben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2015 | 12:22

Die zuständige Stelle für Quellensteuer in der Schweiz schreibt zu dem identisch geschilderten Vorgang:
Gemäss Art. 15 Abs. 4 DBA zwischen der Schweiz und Deutschland ist für natürliche Personen, die in einem Vertragsstaat ansässig sind (DE), aber als Vorstandmitglied, Direktor, Geschäftsführer, Gesellschafter usw. einer in dem anderen Vertragsstaat ansässigen Kapitalgesellschaft (CH) tätig ist, mit den Einkünften aus dieser Tätigkeit in diesem anderen Staat (CH) besteuert werden.
Im Handelsregister sind Sie als Gesellschafter eingetragen. Deshalb ist Ihr Einkommen aus der Firma vollumfänglich in der Schweiz an der Quelle zu besteuern.

ändert das etwas an der Situation?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2015 | 12:39

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Grundsätzlich ergibt sich aus Art. 15 Abs. 4 DBA die Möglichkeit des Tätigkeitsstaates, eine Vergütung aus Tätigkeit als Geschäftsführer für eine Kapitalgesellschaft zu versteuern. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Person wie in Ihrem Falle als Gesellschafter im Handelsregister eingetragen ist.

In Ihrem Falle wird in der Tat der Schweiz das Besteuerungsrecht zugewiesen. Diese Einkünfte sind von der deutschen Finanzverwaltung freizustellen. So hat mittlerweile auch der Bundesfinanzhof entscheiden (vgl. Urt. v. 11.11.2009 - I R 83/08).

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

Bewertung des Fragestellers 03.12.2015 | 23:20


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