Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

ebay-verkauf privat-privat


25.03.2007 11:31 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



ich habe am 18.03. 1 telefon zum verkauf eingestellt.am 21.03. habe ich bei ebay die versch. verkaufsoptionen angeschaut und bin dabei auf "angebot vorzeitig beenden " gestossen.Von einem clock auf "beenden" habe ich mir nähere hinweise auf diese aktion erwartet.aber sofort wurde mit mitgeteilt, dass ich meine Auktion beendet hätte und der z.zt.meistbietende den Zuschlag für € 162,00 erhält.Das war wie ein Schock für mich, es war mein erster Verkaufsversuch, ich war also noch unbelastet.Ich habe sofort den Käufer benachrichtigt und mein Problem gesc hildert.Die Aktion sollte noch bis 25.03.laufen, also bestand überhaupt kein Grund, sie abzubrechen, zumal der Preis sicher noch in die Höhe gegangen wäre.Der Käufer will von meinem Missgeschick nichts wissen und will die Ware. er hat sofort bezahlt, ich habe zurücküberwiesen.Was kann ich tun ? Wer hat recht ?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Es haben sich mit Ihrem Problem in gleich gelagerten Fällen bereits mehrere Gerichte beschäftigt (vgl. Landgericht Coburg, Urteil vom 06.07.2004, Az. 22 O 43/04; LG Berlin, Urteil vom 20.07.2004, Az. 4 O 293/04 bestätigt durch KG Berlin, Beschluss vom 25.01.2005, Az. 17 U 72/04; OLG Oldenburg, Urteil vom 28.07.2005, Az. 8 U 93/05).

Dabei sind alle Gerichte - meines Erachtens zutreffend - zu dem Ergebnis gekommen, dass die vorzeitige Beendigung des Angebotes durch Abbruch der Auktion zu einem wirksamen Kaufvertragsschluss führt. Zur Begründung haben die Gerichte angeführt, dass im Rahmen einer Internetauktion bei „eBay“ der Anbieter (vorliegend: Sie) durch die Einstellung des Artikels ein verbindliches Angebot zum Vertragsschluss über diesen Artikel abgibt (was so auch in den AGB von „eBay“ geregelt ist, die mittelbar zur Anwendung kommen), das der Bieter (vorliegend: Ihr Käufer) durch Abgabe des Höchstgebots per Mausklick annimmt. Dies gilt auch dann, wenn die Versteigerung durch den Anbieter (vorliegend: Sie) vorzeitig beendet wird.

Sie haben mit dem Käufer daher einen wirksamen Kaufvertrag geschlossen, den Sie grundsätzlich auch erfüllen müssen.

Da Sie aber bei Beendigung der Auktion über die Wirkung des Klickens auf den Button „beenden“ im Irrtum waren (Sie wussten ja nicht, dass Sie damit die Auktion beenden, die Juristen sprechen daher von einem „Irrtum über die Erklärungshandlung“ oder „Erklärungsirrtum“), kommt eine Anfechtung des Kaufvertrages wegen eines Erklärungsirrtums nach § 119 Abs. 1 BGB in Betracht.

Sie müssen den Kaufvertrag jedoch nach § 121 BGB unverzüglich - also ohne schuldhaftes Zögern - anfechten. Es gibt hier keine verbindliche Frist. Entscheidens sind die Umstände des Einzelfalles. Eine unverzügliche Anfechtung erfolgt nach der Rechtsprechung in der Regel zwischen sieben und vierzehn Tagen. Ich kann Ihnen allerdings in Ihrem eigenen Interesse nur dringend raten, den Kaufvertrag umgehend - und damit meine ich lieber heute als morgen, maximal aber binnen zehn Tagen ab Ende der Auktion - unter Berufung auf Ihren Erklärungsirrtum anzufechten und in dem Anfechtungsschreiben die Gründe Ihres Irrtums darzulegen (da die Anfechtungserklärung ansonsten nicht wirksam ist; die Angabe der Gründe soll dem Anfechtungsempfänger die Überprüfung der Anfechtungsgründe ermöglichen).

Sie müssen zudem dafür Sorge tragen, dass den Käufer Ihre Anfechtungserklärung auch nachweisbar innerhalb der Anfechtungsfrist erreicht. Schicken Sie die Anfechtung daher als Einschreiben mit Rückschein (soweit möglich vorab per Fax und per Email). Sollte das Einschreiben zurückkommen, weil der Käufer es nicht abgeholt hat, trifft Sie nach der Rechtsprechung eine Pflicht, den Zustellungsversuch unverzüglich zu wiederholen. Sie müssen dann Ihr Schreiben umgehend erneut per Einschreiben versenden. Bitte beachten Sie jedoch, dass Sie im Prozess das Vorliegen eines Erklärungsirrtums beweisen müssen, wenn der Bieter bestreitet, dass Sie einem solchen Irrtum erlegen sind.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.




Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator


------------------------------------------
Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 14.04.2007 | 16:23

Herzlichen DAnk für Ihre prompte Hilfe.Am 25.03. habe ich auf Grund IHrer Empfehlung den KAufvertrag angefochten, 1x e-mail 2.per Einschreiben.Der Käufer hat sich darauf nicht mehr gemeldet. Kann ich das Telefon jetzt wieder bei ebay einstellen oder direkt verkaufen ?
DAnke und ein schönes Wochenende
A.Langenmayr

Ergänzung vom Anwalt 17.04.2007 | 19:33

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Sie können das Telefon nach erfolgter, wirksamer Anfechtung wieder bei „eBay“ verkaufen. Bitte bedenken Sie jedoch, dass mir der genaue Wortlaut Ihres Anfechtungsschreibens nicht vorliegt und ich daher nicht abschließend prüfen kann, ob die Anfechtung wirksam ist. Auch gilt nach wie vor, dass Sie im Zweifel den Anfechtungsgrund beweisen müssen. Dieses Risiko kann Ihnen niemand abnehmen. Sie handeln daher auf eigenes Risiko, wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass die Anfechtung - aus welchen Gründen auch immer - nicht wirksam ist.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER