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ebay-Verkauf / Privatverkäufer / Haftung für Transportschaden

| 16.08.2012 10:40 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Am 26.07.2012 hatten wir über ebay 2 gebrauchte Designerstühle/Sonderausführung verkauft. Der Verkauf erfolgte als Privatverkauf unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung und Garantie an einen gewerblichen Käufer. Aus Kulanz haben wir die Rücknahme innerh. von 14 Tagen nach Erhalt angeboten, was selbstredend den einwandfreien Artikelzustand der Ware voraussetzt. Der Versand erfolgte als Sperrgut durch DHL und selbstredend i.H. von 500,-- EUR versichert. Zusätzlich hatten wir die Abholung des Sperrguts gebucht/Beweis liegt hier vor/.

Lt. DHL-Produktflyer deklariert DHL Versandgut als Sperrgut: wenn „Gegenstände nicht vollständig verpackt oder unverpackt sind" , „Teile der Verpackung abstehen", „Sendungen mit loser/lockerer Schnürung oder Umreifung" sowie „alle nicht vollständig verpackten bzw. unverpackten Gegenstände, wie z.B. Eimer, Pflanzen, Autoteile, Stühle, Kinderwagen, Kleinmöbel". Speziell Kleinmöbel wie Sessel oder Stühle werden von DHL in dem Produktflyer als Sperrgut beworben und sind auch als solche graphisch dargestellt bzw. mit einem Foto abgelichtet /Beweis liegt hier vor/.

Auf der aktuellen DHL-Homepage > DHL > Paket > Privatkunden > Nationaler Versand ist zudem ausgeführt, dass der Sperrgutversand nicht nur eine Sonderform des nationalen Paketversands ist, sondern dass Sperrgut „keine formstabile Außenverpackung aus Wellpappe, Vollpappe oder Papier" hat, wie es auch in unserem konkreten Fall zutraf /Beweis liegt hier vor/.

Die beiden Stühle wurden - obgleich von DHL für Sperrgut wie oben beschrieben nicht verlangt – vollständig mehrfach mit 5 Metern Rollenwellpappe für den Außenbereich und 5 Metern Luftpolsterfolie für den Innenbereich verpackt. Die Ecken und Kanten wurden zusätzlich gesichert und das gesamte Sperrgut mehrfach mit extra breitem Paketklebeband fixiert. Das Verpackungsmaterial – Luftpolsterfolie, Rollenwellpappe, extrabreites Paketklebeband, Versandtaschen - wurde im gewerblichen Bereich erworben und entspricht darüber hinaus vollumfänglich den Empfehlungen von einschlägigen Verpackungsanbietern und Versandunternehmen für die Außen- und Innenverpackung. DHL selbst bietet dieses Verpackungsmaterial zu Versand- und Transportzwecken zum Verkauf an /Beweis liegt hier vor/.

Für den Versand des Sperrguts wurde wie o.e. die Abholung durch DHL gebucht. Der DHL-Kollege quittierte die ordnungsgemäße Frankierung und den einwandfreien Verpackungszustand des Sperrguts /Zeuge steht zur Verfügung/.

Insofern war unsere Vorgehensweise im Hinblick auf den deklarierten Sperrgutversand vorbildlich. In dem Zshg. sei angemerkt, dass der Kunde ja auch den deutlich höheren Preis für den Sperrgutversand zusätzlich zum Paketpreis für die besondere Behandlung des Versandguts zahlt.

Nun wurden die Stühle durch DHL auf dem Transportweg beschädigt. Der Schaden wurde DHL durch die Käuferin gemeldet. DHL hat die schadhaften Stühle vor wenigen Tagen retourniert. Mit DHL stehen wir als Haftungspartner im Schriftwechsel bzgl. der endgültigen Schadenregulierung.

Die Käuferin stellt sich nun auf den Standpunkt, dass wir als Privatverkäufer für den Schaden aufzukommen hätten und verlangt die Rückabwicklung des Kaufs und Erstattung von Kaufpreis und Versandkosten. Unsere Rechtsposition ist, dass es sich hierbei grundsätzlich um einen ebay-Privatverkauf handelt. Lt. ebay-Richtlinien geht bei Privatverkäufen das Versandrisiko - d.h. Beschädigungen, Verlust - ohnehin auf den Käufer über /siehe ebay-Richtlinien für Privatverkäufe/. Dies deckt sich mit § 447 BGB, wonach der Gefahrenübergang zum Käufer übergeht, sobald der Verkäufer die Ware dem Spediteur oder Frachtführer – hier DHL - übergeben hat. Insofern kann die Käuferin uns gegenüber zunächst keine Ansprüche geltend machen, sondern trägt hier das alleinige Risiko von Verlust und/oder Beschädigung des Versandguts.

Der Sachverhalt wurde auf 123recht.net bereits mehrfach in unserem Sinne eingeschätzt, dennoch würde uns Ihre Einschätzung des Sachverhalts unter Berücks. der aktuellen Rechtsprechung interessieren.

Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:

Beim Versendungskauf von Privatpersonen geht die Gefahr nach § 447 BGB in dem Moment der Übergabe an die zur Versendung bestimmten Personen über. Eine Haftung des Versenders scheidet damit grundsätzlich aus, ( AG Höxter, 10 C 140/09 ). Diese Regel wird nur dann durchbrochen, wenn versendete Ware falsch oder unzureichend verpackt worden ist.

Ein Anspruch könnte der Käufer wegen Verletzung von Pflichten aus dem Schuldverhältnis wegen mangelhafter Verpackung ergeben (§ 433 i.V.m. § 280 I BGB ).

Meine Erfahrung mit derartigen Transportschäden zeigt, dass die Versandunternehmen in der Regel und zwar ohne Ausnahme, somit auch DHL, behaupten, die Ware sei unzureichend verpackt und gesichert worden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung, um sich vor der Schadensersatzpflicht zu drücken.

Somit wird es darauf hinauslaufen, dass der Käufer von Ihnen den Kaufpreis zurückverlangen wird, und dies notfalls im Klageweg versucht einzufordern. Bei der von Ihnen geschilderten Beweislage und Beweiskette bezüglich der Verpackungsmaterialien und Versendungsart müssen Sie sich vor einer solchen Klage jedoch nicht fürchten.

Sie sollten für eine spätere Beweisaufnahme die zum Zeitpunkt der Versendung gültigen Versandbedingungen und das Verpackungsmaterial aufbewahren. Wenn Sie dieses vorlegen haben Sie kein negatives Urteil gegen den Käufer zu befürchten und dieser wird seine Ansprüche gegen das Versandunternehmen richten müssen.

Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.

Weiterhin möchte ich Sie höflichst auf die Bewertungsfunktion aufmerksam machen, die dafür sorgt, diesen Service für andere Ratsuchende transparenter zu machen.


Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 16.08.2012 | 12:14

Sehr geehrter Herr RA Gerth,

besten Dank für Ihre umgehende Beantwortung unserer Frage. Den Sachverhalt haben wir ähnlich wie Sie beurteilt, freuen uns jedoch über die zusätzliche fachanwaltliche Bestätigung. Zudem liegen hier auch noch die Kaufbelege für das Versandmaterial (Rollwellenpappe, Luftpolsterfolie, Packband, etc.) vor. Insofern sehen wir einer eventuellen Klage der Käuferin gelassen entgegen. Sollte die Klägerin tatsächlich den Rechtsweg beschreiten, beauftragen wir Sie gern mit der Wahrnehmung unserer Interessen.

Eine abschließende Bitte noch - bei Ihrer Antwort muss die Formatierung ein wenig durcheinander gerutscht sein. Könnten Sie uns Ihre Antwort daher noch einmal korrekt formatiert zukommen lassen? Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.08.2012 | 13:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

das mache ich sehr gerne. Ich schicke Ihnen die Antwort noch einmal per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.08.2012 | 12:15

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