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ebay Verkauf - Käufer will geld zurück weil angeblich Mängel vorhanden sind


| 04.05.2007 19:09 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Hallo,

ich möchte mich schon jetzt absichern, da ich befürchte, das ein Rechtsstreit auf mich zu kommt.

Ich habe ein Navi/DVD-Gerät aus meinem Jahreswagen (Chrysler 300C) ausbauen lassen und dieses auf ebay.de zum Verkauf angeboten. Das Gerät war bis dato in einwandfreiem Zustand. Den Ausbau hat eine zertifizierte Car-Hifi-Firma vorgenommen. Im Anschluss habe ich das Gerät ordnungsgemäss (dick in Luftpolsterfolie, ausreichender Karton ohne Spiel für das verpackte Gerät) verpackt, ein Angehöriger meiner Familie hat das Paket zur Post gebracht.

So, das Gerät wurde nicht über ebay.de verkauft, sondern ich habe ein Sofortkaufangebot über das ebay-käufer/verkäufer-fragen-system erhalten, das Angebot beendet und das Gerät für 800,- € nach Schweden verkauft. Wie gesagt, das Gerät war bis zum Ausbau voll funktionstüchtig ohne jeden Mangel.
Hier der Originaltext aus der Beschreibung:

Gerät ist aus einem Chrysler 30C Touring, lief bis dato einwandfrei, incl.Navi-Dvd und Bedienungsanleitung.
Wechsler ist integriert (6-fach).

Einbau auch in Jeep, Dodge oder andere Chrysler Modelle möglich, da baugleich. Im Original ist es ein Alpine Gerät, Kostenpunkt ab Werk liegt bei 2600 €.

Verkauf ab privat, daher keine Gewährleistung


Vor ca. 1 Woche meldet sich der Käufer, dass das Gerät angekommen sei, alles okay, auch die Verpackung sei in Ordnung, aber nach dem Einbau würde das Laufwerk für die Navi-DVD nicht funktionieren. Lange Rede, kurzer Sinn, er behauptet, ich habe ein defektes Gerät verkauft, ein Chrysler-Händler habe ihm gesagt, das käme vom Transport, da seiner Meinung nach das Gerät auf dem "Kopf" gelagert worden wäre, was den Defekt verursacht habe. Eine Reparatur koste mit Versand ca. 520,- € oder 4800 Schwedische Kronen.
Der Käufer sagt jetzt, ich solle entweder den Kaufpreis erstatten oder die Reparatur bezahlen. Ich bin mir sicher, dass das Gerät beim Versand ohne Mangel war, da ich auf das Gerät/Wagen noch Garantie habe, also ein defektes Gerät hätte austauschen können. Zum einen droht nun der Käufer mit Polizei/Anwalt in Schweden und in Deutschland, und auch noch mit einem, wie er sagt, für mich unangenehmen persönlichen Besuch.
Ich habe ihm aus Kulanz angeboten, die Hälfte der Reparatur zu übernehmen.

Nun meine Frage, was kann mir im schlimmsten Fall passieren, kann ich meinerseits schon jetzt rechtliche Schritte gegen ihn einleiten?

Vielen Dank,

J.

ps Ich bin mir der §444 BGB und §447 BGB bzgl. der Gewährleistung und der Käuferverantwortung ab Übergabe an ein Transportunternehmen bewusst.

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Sie haben die Sachmängelgewährleistung für das Navigationssystem durch den Zusatz „keine Gewährleistung“ wirksam ausgeschlossen. Daher haften Sie für Mängel nicht, die bei Gefahrübergang bestanden haben und die Sie - was nach Ihrer Schilderung aber nicht der Fall ist - nicht arglistig verschwiegen haben. Daher sind Sie grundsätzlich nicht verpflichtet, dem Käufer eine Gewährleistung für Sachmängel an dem Navigationssystem zu bieten.

Grundsätzlich können Sie sich jedoch schadensersatzpflichtig machen, wenn Sie den Artikel nicht sachgerecht verpacken und es infolge dieser mangelhaften Verpackung auf dem Transport zu einem Schaden an dem Artikel kommt. Von dieser Folge befreit Sie auch § 447 BGB nicht, da dieser den Verkäufer vor nicht in seinem Einflussbereich liegenden Gefahren schützen soll (die Verpackung liegt aber gerade in Ihrem Einflussbereich).

Wenn der Käufer sich darauf beruft, dass der Artikel aufgrund einer mangelhaften Verpackung auf dem Transport beschädigt wurde, muss er jedoch beweisen, dass Sie den Artikel nicht sachgemäß verpackt haben und dass es ausgerechnet aufgrund dieser schlechten Verpackung zu dem Schaden gekommen ist. Erfahrungsgemäß fällt vielen Käufern dieser Nachweis sehr schwer, wenn es sich nicht gerade um eklatante und für jedermann offensichtliche Verpackungsmängel handelt. Da Ihr Verkäufer aber eine intakte Verpackung bescheinigt, kann es sich zumindest um keinen Schaden handeln, der aufgrund einer äußerlich zerstörten Verpackung eingetreten ist.

Ich würde Ihnen daher empfehlen, schlichtweg abzuwarten, ob der Käufer seine Rechte überhaupt geltend macht. Denn der Käufer muss hier aktiv werden, wenn er Geld von Ihnen haben möchte. Er trägt demnach auch das Prozesskostenrisiko. Da Ihr Käufer im Ausland sitzt, ist die tatsächliche Durchsetzung seiner vermeintlichen Rechte eher unwahrscheinlich, da es mit erheblichem Aufwand verbunden sein kann, von Schweden aus einen deutschen Anwalt zu beauftragen. Dieser Aufwand wird oftmals gescheut. Einer Strafanzeige können Sie gelassen entgegensehen, da die Staatsanwaltschaft Ihnen einen Betrugsvorsatz kaum wird beweisen können. Ich gehe davon aus, dass es sich eher um „Drohgebärden“ des Käufers handelt, der Sie jetzt einschüchtern möchte.

Soweit Sie von dem Käufer bedroht werden, können Sie selbstverständlich Strafanzeige erstatten (es kommen Nötigung und Erpressung als Straftatbestände in Betracht), müssen jedoch Ihrerseits damit rechnen, dass das Verfahren aufgrund des Auslandsbezugs „im Sande verläuft“.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

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Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com
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