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ebay - Verkäufer liefert nicht

| 04.05.2013 17:23 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war Höchstbietender bei einer ebay-Auktion und habe somit einen gültigen Kaufvertrag mit dem Verkäufer. Es geht um Tickets für ein Fußballspiel.

Der Verkäufer hat, wie sich herausstellte, den Artikel zur Auktion eingestellt ohne ihn überhaupt zu besitzen und kann folglich nicht liefern.

Der Artikel ist allerdings in der Zwischenzeit deutlich im Wert gestiegen, so dass ich die Differenz zwischen dem aktuellen Beschaffungswert und dem Kaufpreis der Auktion als Schadensersatz vom Verkäufer fordern werde.

1) Der Käufer wohnt in D. Der Verkäufer in einem anderen EU-Mitgliedsstaat. Welches Recht gilt? Welches Gericht ist zuständig?

2) Wie setze ich den aktuellen Beschaffungswert fest? Das Spiel ist ausverkauft. Tickets gibt es daher nur noch auf dem Sekundärmarkt.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


1. Grundsätzlich muss man prüfen, was vereinbart wurde. Wenn der Kauf über ebay Deutschland lief, gelten die AGB´s von ebay und damit deutsches Recht. Hiervon gehe ich aus. Desweiteren ist Erfüllungsort in der Regel der Sitz des Käufers so das hier deutsches Recht gilt. Einen großen Unterschied macht das aber wegen der EU Angleichungen nicht. Davon zu unterscheiden ist der Gerichtsstand. Zumindest wenn der Verkäufer auch eine Privatperson ist, gilt der allgemeine Gerichtsstand, der Verkäufer muss also an seinem Wohnsitz verklagt werden.

2. Sie können als Schadensersatz durchaus den Preis ansetzen, der für die Beschaffung auf dem Sekundärmarkt anfällt, allerdings keine "Schwarzmarktpreise". Wenn Tickets regulär von privat verkauft werden und dies offiziell erlaubt ist, kann die Differernz in Ansatz gebracht werden.
Es dürfte erforderlich sein einen Anwalt am Sitz des Verkäufers zu beauftragen, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll erscheint.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.05.2013 | 19:39

Sehr geehrter Herr Wöhler,

vielen Dank für Ihre Antwort.

1) Bedeutet das, dass der Verkäufer zwar im Ausland, aber nach deutschem Recht (deutsches BGB) veklagt werden muss? Ist sowas wirklich möglich?

2) Wo genau liegt für Sie der Unterschied zwischen "Sekundärmarkt" und "Schwarzmarkt"?
Ein Verkauf von Privatperson an Privatperson ist zwar legal, wurde (zumindest vor ein paar Jahren) umgangsspr. Schwarzmarkt genannt.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.05.2013 | 21:52

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

1) Was das zur Anwendung kommende Recht angeht, kommt es wie gesagt darauf an, was vereinbart wurde. Nach der sog. Rom I Verordnung gilt, dass wenn die Parteien für Kaufverträge über bewegliche Sachen keine Rechtswahl getroffen haben, sich das anzuwendende Recht nach dem Aufenthaltsorts der Partei, die bei der Vertragserfüllung die hauptsächliche Leistung erbringt, bestimmt. Dies ist in der Regel der Verkäufer der die Sache verschickt. Wenn aber über ebay Deutschland der Vertrag geschlossen wurde, liegt die nähere Beziehung zum deutschen Recht vor. Das ändert aber nichts am Gerichtsstand. Die Rechtsprechung nimmt teilweise bei Verträgen zwischen Händlern und Verbrauchern, bei denen Versendungskauf vereinbart ist, an das Gerichtsstand der Erfüllungsort ist und damit beim Käufer. Dies greift in Ihrem Fall aber nicht ein. Sie müssten den Verkäufer an seinem Wohnsitz verklagen, wobei deutsches Recht sehr wahrscheinlich gelten würde, was in Fällen des IPR absolut nichts ungewöhnliches ist. Auch deutsche Gerichte müssen in vielen Fällen ausländisches Recht anwenden.


2. Wenn der Veranstalter es erlaubt, dass der ursprüngliche Ticketkäufer die Karten weiterverkauft , dann ist es kein Problem. Schadensersatzrechtlich ist es aber schon problematisch ob man die jetzigen Preise als Schaden heranziehen kann, oder ob man Ihren Anspruch auf den damaligen Ticketwert beschränkt. Wichtig ist, dass Sie den Schaden nicht nur anhand eines fiktiven Deckungskaufes berechnen, sondern konkret die teure Karte erwerben um dann die Differenz zu verlangen.

Ob der gesamte Aufwand lohnt sollten Sie prüfen, denn selbst wenn Sie in Deutschland klagen könnten und ein Urteil erhielten, müssten Sie es im Ausland vollstrecken mit all den Problemen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.05.2013 | 04:39

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