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ebay - Betrug


28.10.2007 00:07 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht




Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich in eigener Sache bzgl. Strafanzeige wegen ebay-Betrugs an Sie.

Zunächst zu meiner Person: Ich bin 27 Jahre alt, bisher nicht vorbestraft; mein derzeitiges monatliches Einkommen beträgt 750 Euro aus einer vermieteten Immobilie (Erbschaft). Weil ich ein Studium der Rechtswissenschaften begonnen, mittlerweile aber abgebrochen und durch eins der Geschichtswissenschaften ersetzen will, glaubte ich zunächst, ausreichend Kenntnis der Materie zu besitzen, um mich selbst zu verteidigen. Nun aber, da die Hauptverhandlung -Mittwoch, den 31.10.- immer näher rückt, überkommen mich große Ängste und Zweifel.

Mir wird zur Last gelegt, vom Januar 06 bis März 07 in insgesamt 9 selbstständigen Handlungen Warenbetrug bei ebay begangen zu haben. Es geht hierbei um eine Gesamtsumme von knapp 5.500 Euro.

Die Anklage lautet auf besonders schweren Betrug gem. § 363 Abs. 1, Abs. 3 StGB (in der Anklageschrift wird genauer das „gewerbsmäßige Handeln“ angesprochen, wobei ich davon ausgehe, dass unter Abs. 3 wohl nur die Nr. 1 angesprochen wird).

Zur Sache selbst: Bei drei der angegebenen Handlungen handelt es sich um drei Handys der gleichen Art, die gemeinsam im Januar 06 in ebay eingesetzt wurden (Gesamtsumme knapp 1.700 der 5.500 Euro). Hier waren die Geräte durchaus vorhanden, d.h. ich wollte sie wirklich verkaufen und besaß diese auch. Leider sind sie mir durch einen Schadensfall zerstört worden, was ich den Käufern auch mitgeteilt habe. Den damaligen Besitz der Geräte kann ich allerdings nicht mehr beweisen, so dass hier nur mein Wort stünde.

In den anderen Fällen lag Betrugsabsicht vor, diese zogen sich allerdings von Oktober 06 bis Januar 07 hin, es ist also keine(?) regelmäßige Einnahmequelle von der ersten (wenn hier auf Betrug entschieden würde) zur zweiten Reihe der Vorfälle zu erkennen. Zudem habe ich die sechs Betrugsfälle deshalb unternommen, weil ich von einer ehemaligen Lebensgefährtin von mir, die mittlerweile wieder in ihrem Heimatland China lebt, gebeten wurde, ihr mit Geld auszuhelfen. Ich möchte in diesem Zusammenhang vor Gericht jedoch nicht den Namen der Dame erwähnen, da ich mir nicht sicher bin, welche Konsequenzen dies für sie hätte.

Des weiteren gesellen sich zu den angeklagten Fällen noch zwei weitere hinzu, die in der Anklage aber ausgelassen worden sind. In diesen beiden ist in Gemeinsamkeit mit zwei weiteren der sechs „echten“ eine Zivilklage gestellt worden, der ich mit Bitte auf ein Anerkenntnisurteil entsprochen habe. Hier habe ich auch schon erste Gelder an die Prozessbevollmächtigten gezahlt und eine Anfrage auf Ratenzahlung gestellt.
Ebenso wurde bereits eine Zivilklage bzgl. eines der drei „Handy-Handlungen“ ohne Betrugsabsicht gestellt. Auch hier habe ich Antrag auf ein Anerkenntnisurteil gestellt und den Schaden sowie die zusätzlichen Kosten bereits beglichen.

Meine Fragen lauten nun:

- Welches Strafmaß habe ich zu erwarten, wenn ich vor Gericht meine Reue bzgl. der Taten deutlich mache, meine bislang strafrechtliche Unbescholtenheit hinzukommt und ich meine Bemühungen auf Schadensausgleich anhand der Anerkenntnisurteile bzw. der bereits erfolgten Zahlungen darlege? Schneide ich mir hierbei evtl. ins eigene Fleisch, wenn durch Einsicht von eins der beiden Anerkenntnisurteile kenntlich wird, dass es noch zwei weitere Fälle von Betrug gibt?


- Lohnt sich JETZT 28.10. – Hauptverhandlung ist am 31.10.- noch die Hinzuziehung eines Anwalts oder kann man den Verhandlungstermin evtl. verschieben? Eigentlich wollte ich die Sache allein –wie oben beschrieben- handhaben, doch mittlerweile kommen mir Zweifel.
Für die rasche Beantwortung der Fragen wäre ich Ihnen sehr dankbar und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich ihre Frage wie folgt:

Betrug kann nach § 263 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Da Sie Ersttäter sind kommt eine Verurteilung zu einer Geldstrafe in Betracht.

Für die Höhe des Strafmaßes sind vor allem die kriminelle Energie und die Schadenshöhe entscheidend, mit der die Straftat begangen wurde, also auch die Beweggründe.

Die Schadenswiedergutmachung und die Reue würden das Strafmaß zu Ihren Gunsten beeinflussen. Sie sollten auch den Umstand mitteilen, dass Sie Ihrer damaligen Lebensgefährtin, die in finanziellen Schwierigkeiten stand, helfen wollten.

Vorbehaltlich der Akteneinsicht würde ich davon ausgehen, dass die Geldstrafe unter 90 Tagessätze liegen wird.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei wirklicher Reue, erfolgter Schadenswiedergutmachung und keinerlei einschlägiger Vorstrafen sicherlich die Möglichkeit besteht, dass lediglich eine Geldstrafe bzw. eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesprochen wird.

Die Tagessatzhöhe bemisst sich nach Ihrem Nettoeinkommen geteilt durch 30. Evtl können Sie auch Ratenzahlung vereinbaren.

Sie können natürlich jetzt noch einen Anwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen. Dieser könnte u.U. Verschiebung des Verhandlungstermins bei Gericht beantragen. Aber fraglich ist, ob dieser für Sie mehr tun kann als Sie selbst schon getan haben (Schadenswiedergutmachung) und noch weiterhin tun werden (Reue). Ist letztlich Ihre Entscheidung. Bedenken Sie dabei, dass dann noch die Anwaltskoten auf Sie zukommen.

Sie könnten aber immer noch, nachdem das Urteil gesprochen wurde, einen Anwalt mit der Einlegung der Berufung beauftragen, falls Sie mit dem Urteil unzufrieden sein sollten.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben

Mit freundlichen Grüßen

Dileyha Altintas
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 28.10.2007 | 01:34


Vielen Dank für die rasche Antwort. Sie meinen also, dass ein besonders schwerer Fall des Betruges -was ja wie erwähnt in der Anklageschrift steht- durch die Darstellung des Falles nicht "durchkommen" d.h. letztendlich nur eine Verurteilung wegen einfachem Betrugs herauskommen wird? (ich frage deshalb, da Sie sich bei der Festlegung des Strafmaßes auf einfachen Betrugs stützten). Sollte das Anerkenntnisurteil, welches auch die beiden nicht in der Anklageschrift vorkommenden Betrugsfälle gemeinsam mit den beiden vorkommenden behinhaltet, zwecks Beweis der Schadenswiedergutmachung vorgelegt werden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.10.2007 | 02:13

Ja, das ist möglich. Entweder können Sie nachweisen, dass kein gewerbsmäßiges Handeln vorgelegen hat oder die Staatsanwaltschaft kann es Ihnen nicht nachweisen.
In der Regel wird in einem solchen Fall ohnehin nur wegen einfachen Betruges Anklage erhoben oder man wird nachher wegen einfachen Betruges abgeurteilt.
Wie gesagt, die Angaben beruhen auf der von Ihnen gemachten Sachverhaltsschilderung und ohne Akteneinsicht kann leider keine verbindliche Aussage, sondern nur eine erste Einschätzung getroffen werden.
Aber auch wenn Sie wegen schweren Betruges verurteilt werden sollten, dann würde sicher eine Bewährungsstrafe dabei raus kommen.
Ich würde Ihnen empfehlen, die Schadenswiedergutmachung anders zu belegen, evtl. schriftlich durch die Geschädigten bestätigen lassen oder durch Kontoauszüge, wo man die Überweisungen ersehen kann.

MfG

D. Altintas

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