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ebay Auktion: 'gestohlene' Ware möglicherweise wieder entdeckt?

01.03.2012 14:49 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,

ich bin derzeit absolut unsicher wie ich mich am besten verhalten soll und wäre für einen umsetzbaren Rate sehr dankbar.

Am 18.3 habe ich bei eBay Kompletträder für ca. EUR 900,-- ersteigert (Felgen samt Reifen). Den Verkäufer habe ich umgehend gebeten mir seine Bankverbindung mitzuteilen. Dies hat er drei Tage lang nicht gemacht. Am 21.3 teilte er mir dann mit, er könne die Räder nicht mehr liefern, sie wären ihm aus seinem umbeachten und ungesicherten Hausflur in einem Mehrfamiliehaus gestohlen worden.

Die Kompletträder habe ich sehr günstig erstanden. Der eigentlich Marktwert dürfte eher bei EUR 2500,-- liegen. Der Verkäufer ist mit dem Verkauspreis sicher nicht glücklich gewesen. Nach Internetrecherche ist es dann nicht selten so das die Ware als gestohlen bezeichnet wird um sie dann anderweitg zu einem höheren Preis doch noch zu verkaufen. Eine Anzeige hat der Verkäufer bis heute nicht gemacht - auf meine letzten eMails hat er nicht mehr reagiert.

Heute habe ich bei eBay eine Auktion gefunden, von der glaube, das dort die "gestohlenen" Felgen wieder angeboten werden. Es stimmt das Fabrikat, die Größe, das Zubehör (etwas erweitert als Standart) und insbesondere die Bereifung (vorne eine andere Marke als hinten) sowie die Profiltiefe. Besonderheit: Angeboten werden die Felgen nun von einer Firma die Felgen aufbereitet, der vorher leicht verkratze Felgenrand (hierüber wäre eine ganz eindeutige Zuordnung möglich gewesen, da ich Bilder von den Rädern habe)wurde nun ganz frisch poliert. Alles andere stimmt haargenau!

Ich vermute folgendes:
der jetzige Anbieter hat gesehen, das die Räder für einen sehr niedirgen Preis versteigert wurden. Er hat den Anbieter angeschrieben und ihm einen höheren Preis angeboten und die Räder erhalten. Der jetzige Anbieter hat die Räder überarbeitet und stellt sie jetzt wieder für den doppelten Preis zum Verkauf. Der jetzige Anbieter ist geweblicher Händler (incl. Regelungen zum Fernabsatzgesetz).

Nun meine Frage:
wie gehe ich am besten vor?

- Anzeige gegen den jetzigen Anbieter stellen (wegen Hehlerei) damit dieser Nachweisen muss woher er die Felgen hat? Wenn nachvollziehbar ist, das er sie von meinem Verkäufer hat, was passier dann? Was kann mir "passieren" wenn ich so eine Anzeige auf Verdacht hin mache und sich nachher rausstellt, das es nicht die selben Räder waren (halte ich nicht für sehr wahrscheinlich, aber es könnte ja trotzdem sein).

- Anzeige gegen den Verkäufer der Räder (also der am mich hätte liefern müssen) wegen Betrug oder auch wegen Hehlerei?

- andere Vorschläge?

Die jetzige Auktion läuft noch eine Woche. Wenn innerhalb dieser Frist keine Klarheit geschaffen wird, dann ist es nachher vielleicht gar nicht mehr nachvfollzehbar...

Ich danke vielmals für die Mithilfe!

Sehr geehrter Ratsuchender,

der einzig sichere Weg wäre folgender:

Sie schreiben den jetzigen Anbieter an und schildern ihm den Sachverhalt. Teilen Sie ihm auch mit, von wem Sie die Felgen erworben haben und dass der damalige Verkäufer nach dem Kauf den Diebstahl gemeldet haben.

Bitten Sie den jetzigen Anbieter daher dann um einen Herkunftsnachweis, also auch den Namen „seines Verkäufers". Auch sollten Sie den Zustand beim Ankauf erfragen und dazu auch die Bilder von damals vorlegen.

Bestätigt der jetzige Anbieter dann Ihre Vermutung, könnten Sie dann straf- und zivilrechtlich (auf Schadensersatz) gegen Ihren damaligen Verkäufer vorgehen.


Nun „blind" Strafanzeigen zu schalten, ist sehr gefährlich.

Denn stellt sich heraus, dass Ihre Vermutung nicht zutrifft, wird der damalige Anbieter nun seinerseits Strafantrag gegen Sie stellen. Auch könnte er in Form einer Unterlassungsklage dann erfolgreich gegen sie vorgehen.

Stellen Sie gegen den jetzigen Anbieter „blind" eine Strafanzeige, hat dieser die Felgen ohne Kenntnis der Vorgeschichte ordnungsgemäß gekauft, wird er ebenso gegen Sie vorgehen können.


Daher sehe ich derzeit nur die Möglichkeit, mit dem jetzigen Anbieter offen in Verbindung zu treten. Denn für ihre Vermutungen wären Sie voll beweispflichtig und ohne Hilfe des jetzigen Anbieters werden Sie diesen Beweis nicht erfolgreich führen können.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de

Nachfrage vom Fragesteller 01.03.2012 | 15:51

Wenn meine Vermutung richtig ist, das derjetzige Anbieter den ursprünglichen Verkäufer dazu animiert hat den Vertrag mit mir nicht einzuhalten (sondern an den jetzigen Anbieter zu verkaufen) dann würde er sich doch selber der Mithilfe bezichtigen wenn er zugibt woher er die gekauft hat.

Soll ich ihn dennoch einfach danach fragen und hoffen das er mir eine Antwort gibt mir der er sich selber belastet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.03.2012 | 16:09

Sehr geehrter Ratsuchender,

es könnte ja auch die Möglichkeit bestehen, dass Sie sich irren.

Vielleicht weiß der jetzige Anbieter nichts von der Sache und hat die Felgen ganz ordnungsgemäß gekauft. Dann wird er Ihnen sicherlich Auskunft geben.


Haben tatsächlich Beide zusammen gespielt, besteht zwar das Risiko, dass Sie eine falsche Auskunft bekommen.


Mit diesem Risiko sollten Sie aber leben. Denn Anzeigen ins Blaue hinein können weit gravierende Fogen für Sie haben. Insoweit verweise ich auf meine Erstauskunft.

Das Problem ist hier, dass die Beweislast voll bei Ihnen liegt. Und um diese Hürde auszuschalten, werden Sie um ein Anschreiben nicht umhinkommen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de

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