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eBay - verkaufte Digitalkamera - jetzt defekt - Käufer verlangt Rücknahme


| 01.08.2006 08:39 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Ich habe Mitte Mai bei eBay eine Sony Digitalkamera für 550 Euro ersteigert. Artikel wurde als NEU von privat verkauft, Zustand entsprach der Beschreibung. Rechnungskopie vom 10.2.06 wurde mitgeliefert, Kamera wurde im Rahmen eines Handyvertrages erworben. Marktpreis der Kamera zum Zeitpunkt des Kaufes ca. 700 Euro.
Mehrere hundert Bilder gemacht, jedoch weniger als 1000. Alle Bilder einwandfrei.
Am 22.7.06 bei eBay für 595 Euro wieder verkauft, Erwerb einer teureren Kamera geplant. Beschrieben als neuwertig in Top Zustand, die Kamera war optisch makellos, die Funktion ebenfalls durch Zeugen bestätigbar einwandfrei, keine Kratzer auf Linse und Bildschirm, eine kleine Gebrauchsspur vom Finger am Griff.

Privatklausel in Auktion enthalten. Am 23.7.06 noch einwandfreie Bilder gemacht, am 25.7. 06 versendet. Am 27.7.06 erhalten.

Am 29.7.06 vom Käufer eine E-Mail erhalten. Das Gerät wurde darin als fehlerhaft beschrieben, keine Funktion des Blitzschuhadapters mit einem originalen Blitz, zwischen 10 und 50% der Bilder fehlerhaft. Mangelnde Fokussierung im Nahbereich.

Käufer verlangt ausschließlich Rücknahme.

Er behauptet weiterhin, dass in den knapp 2 Monaten meiner Nutzung der Kamera ca. 7500 Bilder damit entstanden sind, womit die Kamera als nicht mehr neuwertig deklarierbar verkauft werden kann. Festgestellt hat er das daran, dass die Kamera die Bilder fortlaufend nummeriert. Jedoch beginnt mit Einsetzen eines anderen Speichermediums die Nummerierung an den Bildern auf dem Speichermedium. In meinem Falle wurde ein Speichermedium einer vorhandenen Sony Kamera verwendet. Dieses Argument wäre widerleg- und beweisbar. Ich habe ca. 700 Bilder mit dieser Kamera gemacht.

Weiterhin bemängelt der Käufer die Richtigkeit der mitgelieferten Rechnung. Der Verkäufer der Kamera in meinem Fall hat ca. 10% schlechte Bewertungen, jedoch im Falle des Kamerakaufes ist alles einwandfrei gelaufen. Der Verkäufer des Handyvertrages hat nach einem Telefonat mit mir die Richtigkeit des Kaufes bestätigt.

Zudem ist zwischen und in den Zeilen der E-Mails des Käufers ersichtlich, dass ihm der bezahlte Kaufpreis zu hoch war und ihm die mitgelieferte Rechnungskopie vom Verkäufer der Kamera als nicht korrekt erscheint.

Was kann ich tun? Die Kamera kann trotz einwandfreier Verpackung auf dem Transportweg Schaden bekommen haben, aber auch könnte der Käufer sie bewusst beschädigt haben, was ich ihm aber nicht unterstelle.
Er droht mir Rechtsstreit, sollte ich die Kamera nicht umgehend zurücknehmen. Garantieansprüche können gegenüber Sony geltend gemacht werden, da einwandfreie Garantie vorhanden (Kamera weniger als 6 Monate alt).

Muss ich die Kamera zurückgeben und das Geld erstatten? Habe ich im Falle eines Rechtsstreits gute Aussichten auf Erfolg?
Wie sind die Fristen zur evtl.en Rücknahme und Erstattung?


URL zum Kauf: http://cgi1.ebay.de/aw-cgi/eBayISAPI.dll?ViewItemWithCategory&item=7612002546

URL zum Verkauf: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=260010130915&ssPageName=STRK:MESO:IT&ih=016

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Frage beantworte ich summarisch wie folgt:

Sie können sich bei der gegenständlichen Auktion nicht auf Ihren Gewährleistungsausschluss berufen, denn Sie garantieren wörtlich für den "beschriebenen, einwandfreien Zustand" der Kamera. Dies stellt eine besondere Zusicherung dar. Solche Formulierungen sollten Sie zukünftig vermeiden.

Der Käufer kann somit wegen einer Abweichung vom einwandfreien Zustand Ansprüche gegen Sie geltend machen, sofern tatsächlich ein Defekt des Blitzschuhadapters vorliegt. Dann würde keine einwandfreie Lieferung der Kaufsache vorliegen. Die weiteren Rügen sind zunächst zu vernachlässigen, da Nutzungshäufigkeit und Originalrechnung nur bedingt, bzw. gar keinen Einfluß auf den garantierten Zustand haben.

Zum weiteren Vorgehen:
Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten nach Gefahrübergang ein Sachmangel, muß der Verkäufer die Vermutung widerlegen, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war. Sofern Sie den mangelfreien Zustand bei Übersendung der Kamera an den Käufer und die ordnungsgemäße Verpackung nachweisen können, können Sie die Ansprüche des Gegners zurückweisen. Wenn entsprechende Beweismittel nicht vorliegen, sind Sie in der Beweislast, so dass ich für diesen Fall empfehlen würde, die Kamera zurückzunehmen und selber die Herstellergarantie in Anspruch zu nehmen.

Die Erfolgsaussichten in einem Rechtsstreit sind insoweit abhängig von der Beweislage, die von hier nicht abschliessend beurteil werden kann.

Gesonderte Fristen zur Rücknahme und Erstattung gibt es nicht. Es gelten die allgemeinen Verjährungsfristen. Sie sollten aber vom Käufer gesetzte Fristen beachten, da ein Verzug negative Auswirkungen haben kann.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Einschätzung hilfreich war.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.08.2006 | 11:37

Hallo, vielen Dank für die prompte und sehr hilfreiche Antwort.

Aus dieser lese ich heraus, dass es wohl für die Zukunft wenig sinnvoll ist, neuwertige Elektrogeräte bei Online-Auktionshäusern als in Ordnung zu verkaufen?
Wie kann man im Falle eines Verkaufs sich gegen Betrug absichern?
Sie schreiben ja, dass trotz Ausschlussklausel eine sechsmonatige Quasi-Garantie gilt? Gilt dies nur für neuwertig verkaufte Artikel oder prinzipiell für jeden Artikel, welcher keinen Verschleissgegenstand darstellt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.08.2006 | 12:01

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte haben Sie Verständnis, dass sich die kostenlose Nachfragefunktion ausschließlich auf die ursprüngliche Fragestellung bezieht. Zur Vorbereitung künftiger Online-Auktionen kann ich daher hier keine weitere Auskunft geben. Insoweit stehe ich allerdings zu einer Anfrage unter meiner E-Mail-Adresse gerne zur Verfügung.

Grundsätzlich wäre es beim Verkauf der Kamera für Sie als Privatmann möglich gewesen, die Gewährleistung auszuschließen. Dann hätte die Erklärung aber nicht die Garantie für einen bestimmten Zustand enthalten dürfen, die den Ausschluss der Gewährleistung "ausgehebelt" hat.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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