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eBay Verkauf - Käufer wählt unversicherten Versand, Ware nicht angekommen

| 10.11.2015 11:41 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Tervooren


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin gewerblicher eBay Verkäufer und biete mehrere Versandoptionen an. Der Kunde hat die Auswahl zwischen unversicherten Briefversand und versicherten Paketversand.

Der Kunde, um den es nun geht, hat sich trotz Bestellung von Waren im Wert von 80,-€ für den unversicherten Briefversand als Maxibrief entschieden. Ich als Verkäufer habe mich jedoch kulanterweise FREIWILLIG dazu entschieden, den Brief wenigstens als Einwurf-Einschreiben abzusenden.

Nun behauptet der Käufer, die Ware sei nie angekommen. Der Einlieferungsbeleg liegt mir vor und laut Sendungsstatus ist die Ware angekommen. Auch nach telefonischer Rücksprache mit der Post, teilte man mir dort mit, das eine Unterschrift vorliegt.

Meine Frage ist nun: hat der Käufer Anspruch auf Rückzahlung seines Geldes, obwohl er sich für den unversicherten Versand entschieden hat? Und wird die von mir freiwillige Zustellung als Einwurf-Einschreiben anerkannt? Muss ich als Verkäufer haften, obwohl ich alles richtig gemacht habe?

Einen Nachforschungsauftrag habe ich trotzdem gestellt, aber ich gehe davon aus, dass ich von dort aus eh nur die Bestätigung bekommen werde, das der Brief zugestellt wurde.

Der Käufer selbst pocht auf seinen Käuferschutz und will sich das Geld durch eBay wieder holen und verlangt die Rückzahlung von mir.

Wie sieht die Rechtslage aus?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Gefahr des zufälligen Untergangs (d.h. Verschwinden des Kaufgegenstandes) geht nach der generellen Regelung des § 446 BGB mit der Übergabe an den Käufer auf diesen über.

Hiervon macht § 447 BGB für den Versendungskauf eine Ausnahme. Danach geht die Gefahr bereits mit der Übergabe an den Frachtführer auf den Käufer über.

Auf diese Vorschrift können Sie sich aber leider nicht berufen, da § 447 BGB beim Verbrauchsgüterkauf (und um einen solchen handelt es sich) nur bei bestimmten Bedingungen Anwendung findet, die vorliegend nicht erfüllt sind, § 474 Abs. 4 BGB. Somit gilt wieder die Regelung des § 446 BGB.

Hierbei spielt es leider auch keine Rolle, dass Sie einen sichereren Versand gewählt haben, als der Kunde wollte. Auch die Tatsache, dass irgendjemand die Sendung erhalten hat, ändert hieran nichts, wenn derjenige nicht vom Käufer hierzu ermächtigt war, was Sie im Zweifelsfall nachweisen müssen.

Der Käufer hat somit Anspruch auf Nachlieferung der Ware oder Erstattung des Kaufpreises.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2015 | 12:31

Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort. Dann ist es also wie immer so, dass der Verkäufer das Nachsehen hat. Ganz toll...

Laut Post ist ja eine Unterschrift vom Postboten vorhanden. Kann ich jetzt die Post wenigstens auf Ersatz verdonnern, weil der Käufer ja angibt, nichts erhalten zu haben?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2015 | 12:39

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie müssten der Post ein Verschulden nachweisen. Das könnte darin liegen, dass das Einschreiben in einen falschen Briefkasten eingelegt worden ist.

Der Nachweis wird aber kaum zu führen sein.

Für die Zukunft empfiehlt sich daher entweder ein versicherter Versand oder zumindest ein Einschreiben mit Rückschein. Dann wüssten Sie zumindest, wer die Ware erhalten hat.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Tervooren
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 10.11.2015 | 12:41

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