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dringend - Nachbarin behauptet ich hätte beim Parken ihr Auto angefahren

21.08.2010 08:05 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


12:38

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Nachbarin behauptet, dass ich beim Ein-oder Ausparken ihren PKW touchiert haben soll.

Ich bin mir jedoch keiner Schuld bewusst, zumal ich den Schaden sofort gemeldet hätte, wenn ich gegen ihren PKW gefahren wäre.

Heute Mittag möchte die Nachbarin eine Begutachtung meines PKW auf Schäden bzw. Farbanhaftungen untersuchen. Dadurch soll der Beweis erbracht werden, dass ich für den Schaden an ihrem PKW verantwortlich bin.

GGf. wird die Polizei hinzugezogen.

Da mein PKW ein älteres Model ist, und auch schon diverse kleinere Krazter aufweist, könnte fälschlicherweise angenommen werden, dass einer dieser Kratzer an meiner schwarzen Kunststoffstoßstange von einer Berührung mit dem PKW meiner Nachbarin stammt.

Wie soll ich mich am Besten verhalten?
1.) ein Sachverständigen Gutachten einfordern, falls die Nachbarin weiterhin mich als Schuldigen darstellt?
2.) Ggf. zur Abwehr gleich einen RA vor Ort zur Begutachtung mit hinzuziehen?

Die Beschädigung scheint gering zu sein, jedoch bin ich nicht willens für einen Schaden aufzukommen, der von mir nicht verursacht wurde.

MfG

21.08.2010 | 08:51

Antwort

von


(206)
Borussiastraße 112
44149 Dortmund
Tel: 0231/ 96 78 77 77
Web: http://www.ra-jeromin.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ausgangspunkt Ihrer Überlegungen sollte die Frage sein, ob Sie kategorisch ausschliessen können, das Fahrzeug Ihrer Nachbarin bei einem Parkvorgang berührt zu haben oder lediglich sagen können "wenn es so war, habe ich es nicht bemerkt".

In beiden Fällen sollten Sie letztlich Ihren Versicherer darüber informieren, dass Sie bei einem Parkvorgang angeblich ein anderes Fahrzeug berührt haben sollen, davon aber selbst nichts bemerkt haben. Ihr Versicherer würde dann die Schadensbearbeitung übernehmen und erfahrungsgemäß eine Gegenüberstellung der Fahrzeuge fordern.

Mit dieser Gegenüberstellung soll geprüft werden, ob eventuelle Schäden am Fahrzeug Ihrer Nachbarin mit dem Aufbau bzw. eventuellen schäden an Ihrem Fahrzeug kompatibel sind und auch keine Altschäden untergeschoben werden sollen.

Können Sie einen Kontakt der Fahrzeuge ausschliessen, sollten Sie es bei der höflichen Mitteilung an Ihre Nachbarin belassen, dass Sie Ihren Versicherer über den Vorwurf Ihrer Nachbarin informiert haben und dieser sich bei ihr melden wird. Begleiten kann man dies mit dem Satz "Es bringt doch nichts, wenn wir jetzt vor den Fahrzeugen stehen und uns eventuell noch streiten. Wofür gibt es Versicherungen, darum sollen sich Experten kümmern."

Selbstverständlich gibt es auch keine Verpflichtung, Ihrer Nachbarin Ihr Fahrzeug vorzuführen, damit diese es eingehend betrachten kann.

Auch wenn Sie lediglich sagen können "wenn es eine Berührung gab, habe ich sie nicht bemerkt" können Sie daher wie vorstehend verfahren.

Sie können aber auch vorschlagen, dass beide Fahrzeuge der Parksituation entsprechend nah eineinander gestellt werden. Dabei soll Ihre Nachbarin zunächst schildern, in welcher Fahrzeugstellung es zu einem Kontakt gekommen sein soll, dann lassen sich die Fahrzeuge entsprechend ausrichten.

Selbstverständlich sind Sie beide keine Sachverständigen und können gerade in Grenzfällen keine abschließende Antwort finden. Insofern könnte auch ein Anwalt bei dieser Gegenüberstellung wenig helfen, es sei denn, die Anwesenheit eines sachlichen Dritten wäre Ihnen wichtig, z.B. um eine Eskalation aufgrund unterschiedlicher Sichtweisen und Gemütszustände zu vermeiden.

Aber wenn die Fahrzeuge ausgerichtet sind und die Nachbarin erklärt hat, welcher Schaden angeblich auf Sie zurückzuführen ist, werden Sie feststellen können, ob eine Schadensverursachung durch Sie zumindest im Bereich des möglichen liegt.

Letztlich genügt es ja nicht, dass Sie irgendwo Kratzer in der Stoßstange haben und das Fahrzeug Ihrer Nachbarin irgendwo eine Beule. Frische, Höhe und Anstossstelle dieser Schäden müssten übereinstimmen, um eine Schadensverursachung als möglich erscheinen zu lassen.

Lässt sich eine Verursachung durch Sie durch entsprechende Vorgehen ausschliessen, dürfte die Sache erledigt sein. Komt eine Verursachung durch Sie in Betracht, lässt sich zur abschließenden Klärung wiederum der Weg über Ihrer Versicherer beschreiten. Möglicherweise kommen Sie nach einer Gegenüberstellung der Fahrzeuge auch zu dem Schluss "zwar habe ich nichts bemerkt, aber das passt ja tatsächlich".

Dann liesse sich ein kleinerer Schaden eventuell auch ohne großen Aufwand zwischen Ihnen regeln, ohne dass es der Einschlatung Ihrers Versicherers bedarf.

Taktisch möchte ich Ihnen den Rat geben, Ihrer Nachbarin zunächst das Gefühl zu vermitteln, ihren Vorwurf ernst zu nehmen. Denn zum einen unterstelle ich zunächst, dass Ihre Nachbarin hier in guten Glauben handelt, Sie seien "der Schuldige" und gerade keinen Betrugsversuch zu Ihrem Nachteil unternimmt.

Zum anderer würde ein forsches "Abfertigen" Ihrer Nachbarin evtl. dazu führen, dass Ihre Nachbarin die Polizei einschaltet und diese ein Ermittlungsverfahren gegen Sie mit dem Vorwurf der "Unfallflucht", § 142 StGB , einleitet.

Auch wenn Sie tatsächlich einen Schaden verursacht hätten, käme es zu keiner Sanktion, solange Ihnen nicht nachzuweisen ist, dass Sie die Schadensverursachung auch bemerkt haben, bevor Sie weiter fuhren. Das dürfte aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung auch nicht gelingen.

Auf der anderen Seite möchte sich natürlich auch der Unschuldige das Ärgernis eines Ermittlungsverfahrens gegen ihn gerne ersparen.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine hilfreiche erste Orientierung emöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 21.08.2010 | 09:26

Sehr geehrter Herr Jeromin,

vielen Dank für die umgehende und ausführliche Antwort.

Kurz möchte ich noch erwähnen, dass die Nachbarin schon bei der Polizeibehörde war und die Beschädigung gemeldet hat. Diese teilte ihr mit, dass die Beschädigung auch ohne eine Kenntnisnahme des Verursachers hat entstehen können. Weiterhin vermutet die Nachbarin nur, dass es sich um ein silbernes Fahrzeug mit schwarzer Kunststoffstoßstange handeln muss. Bedauerlicherweise bin ich in unserem Mehrfamilienhaus der einzige mit einem solchen Fahrzeug. Jedoch kann die Nachbarin nicht sagen, wann die Beschädigung entstanden sein soll. Sie hat es einfach mal "bemerkt".

Somit ist natürlich nicht auszuschließen, dass der Schaden auch an einer ganz anderen Örtlichkeit hat entstehen können.
Mir zwängt sich der Eindruck auf, dass ich eben "gut in Frage komme", da mein KfZ eben ansatzweise "passt".

Da wir mit der Nachbarin ein normales Verhältnis haben, und man auch miteinander "reden" kann, denke ich nicht, dass es zu einer Streitsituation kommen wird. Ich werde meine Versicherung darüber informieren, aber auch betonen, dass ich starke Zweifel habe. Zumal ich ausschließen kann, dass ich den Schaden verursacht habe. Auch, da ich letzte Woche auf Grund einer Krankheit gar nicht mit meinem KfZ unterwegs war...

Sollte es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommen, würden Sie ggf. die Vertretung übernehmen? Rechtschutz, sowie Verkehrsrechtschutz ist vorhanden.

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.08.2010 | 12:38

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer weitergehenden Erläuterungen ist eine Schadensverursachung durch Sie noch unwahrscheinlicher geworden. Allein dass Ihre Nachbarin "plötzlich" einen Schaden bemerkt, aber selbst nicht weiss, wann und wo er verursacht worden sein soll, lässt schwerlich den Rückschluss auf Sie als Verursacher zu. Es scheint sich hier im eine reine Mutmaßung "ins Blaue hinein" zu handeln.

Ob sich Ihr Versicherer hier aufgrund einer reinen Mutmaßung überhaupt veranlasst sehen wird, einen Sachverständigen zu beauftragen, halte ich für sehr zweifelhaft.

Sollten Sie in einem Ermittlungsverfahren wegen "Unfallflucht" als Beschuldigter geführt werden, können Sie sich gerne zur weiteren Interessenwahrnehmung an mich wenden, wobei es sich um eine strafrechtliche Vertretung handeln würde, die aller Voraussicht nach nicht vom Versicherungsumfang Ihrer Rechtsschtuzversicherung gedeckt wird.

Sobald Ihrem Versicherer der "Schaden" gemeldet wird, übernimmt dieser laut Versicherungsvertrag die Regulierungshoheit, dass heisst, er entscheidet ob und wenn ja, wieviel gezahlt wird.

Der Versicherer darf in diesem Fall auch den Anwalt bestimmen, der im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung den Versicherer und Sie vertreten würde.

Zwar können Sie Ihrem Versicherer gegenüber den Wunsch äußern, dass der Anwalt Sie und den Versicherer doch vertreten möge, der Sie außergerichtliche bereits beraten hat. Ob der Versicherer allerdings aufgrund der räumlichen Entfernung einen Anwalt aus Dortmund beauftragen würde, halte ich für sehr zweifelhaft.

Gleichwohl danke ich Ihnen herzlich für das in dieser Anfrage zum Ausdruck kommende Vertrauen !

Ich wünsche Ihnen in dieser Sache weiterhin einen guten, möglichst wenig aufwendigen, Ausgang.

Mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt

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