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doppelte Haushaltsführung bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft

| 03.11.2010 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Ich lebe und arbeite derzeit in A., dort befinde ich mich drei bis vier Tage pro Woche. Die restlichen Werktage und Wochenenden bin ich bei meiner Freundin in B. Wir sind seit einem halben Jahr zusammen - Kontakte nach B. hatte ich vorher nicht.

Unsere Überlegung ist nun, dass ich "offiziell" zu meiner Freundin umziehe und Kosten doppelter Haushaltsführung geltend mache. Da es sich um eine recht weite Entfernung handelt, wird das Finanzamt sehr genau hinsehen.

Gleichzeitig planen wir ein Kind. Es ist erfahrungsgemäss davon auszugehen, dass meine Freundin während der Schwangerschaft auf Hilfe angewiesen ist. Heiraten können wir nicht, da ich noch verheiratet bin.

Frage: Wird das Finanzamt die Kosten der doppelten Haushaltsführung anerkennen bzw. gibt es Einschränkungen, die beim Zeitpunkt des Umzugs beachtet werden sollten (z.B. Beginn der Schwangerschaft, Geburt)? Gibt es sonstige "Fallen"?

04.11.2010 | 11:12

Antwort

von


(411)
Stiller Winkel 3
18225 Kühlungsborn
Tel: 038293/432783
Tel: 0177/7240222
Web: http://www.rechtsbuero24.de
E-Mail:

Sehr geehrer Fragesteller,

grds. gilt, dass die doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst sein muss. Der Musterfall ist derjenige, dass man an einem Ort wohnt und dann an einem anderen Ort arbeiten muss. Am Wohnort muss sich sodann der sog. Lebensmittelpunkt befinden.
Eine berufliche Veranlassung soll dann vorliegen wenn die Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, die vor der Geburt eines gemeinsamen Kindes an verschiedenen Orten berufstätig sind, bereits eine Wohnung innehaben und anlässlich der Geburt des Kindes eine der beiden Wohnungen zur Familienwohnung machen (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 15. März 2007, Aktenzeichen VI R 31/05 ).
Bei kinderlosen, nichtehelichen Lebensgemeinschaften ist die Anerkennung einer "Doppelten Haushaltführung" aber oftmals schwierig. Es geht eben meistens, wie o.g. um die berufliche Veranlassung-
Dies zeigt auch ein aktuell vom Finanzgericht Düsseldorf entschiedener Fall. Dort hatte das Finanzgericht Düsseldorf entschieden, dass bei einem Steuerpflichtigen, der neben seiner fortbestehenden Wohnung am Beschäftigungsort ohne zeitlichen Zusammenhang mit der Geburt eines gemeinsamen Kindes einen weiteren Hausstand am Wohnort seiner Lebensgefährtin begründe, das auslösende Element für die Aufsplitterung des Wohnens auf zwei Haushalte im gemeinsamen Zusammenleben liege und daher privat und nicht beruflich veranlasst sei. Die Kosten der Zweitwohnung seien daher keine Werbungskosten im Rahmen einer "Doppelten Haushaltsführung".
Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Bundesfinanzhof hat auf die Beschwerde des Klägers hin die Revision gegen dieses Düsseldorfer Urteil zugelassen.
Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 14. August 2008 – 11 K 1160/07 E
(Revisionsverfahren beim BFH: VI R 34/09 )
Sie sollten daher in der Steuererklärung zunächst die doppelte Haushaltsführung angeben und dies insbesondere nach dem Urteil des BFH (s.o.) begründen, dass der Lebensmittelpunkt bei Ihrer Freundin und insbesondere bei Erwartung des Kindes hier eine Festigung des Lebensmittelpunktes erfolgt und beabsichtigt ist.

Als günstiger Zeitpunkt für den Umzug könnte hier dann auch durchaus der Beginn der Schwangerschaft gesehen werden.
Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung und hoffe, Ihnen zunächst hilfreich geantwortet zu haben.


Rechtsanwalt Christian Joachim

Rückfrage vom Fragesteller 10.11.2010 | 23:04

Vielen Dank für die äusserst hilfreiche Antwort - mit dem Verweis auf das (inzwischen mit Urteil vom 06.05.2010 abgeschlossene) Revisionsverfahren haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen:

"Eine solche aus beruflichem Anlass begründete doppelte Haushaltsführung liegt nach der geänderten Rechtsprechung des Senats grundsätzlich auch dann vor, wenn ein Arbeitnehmer seinen Hausstand aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt und er daraufhin in einer Wohnung am Beschäftigungsort einen Haushalt neubegründet, um von dort aus seiner bisherigen Beschäftigung weiter nachgehen zu können."

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.11.2010 | 09:30

Vielen Dank für die Bewertung, ich freue mich, dass ich Ihnen helfen konnte.

Viele Grüße

Bewertung des Fragestellers 10.11.2010 | 22:49

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