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doppelte Haushaltsführung


24.07.2007 22:36 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers



Ich bitte um die Beantwortung folgenden Sachverhalts:

Eigentumswohnung in A, beruflicher Wechsel nach B (ca. 500 km entfernt). Dort ist ein Hausbau geplant, vorübergehend ist eine Wohnung in B angemietet (ca. 6 Monate). Familie kommt mit, Eigentumswohnung in A bleibt eingerichtet, bis sie verkauft ist bzw. bis das Haus in B fertig ist.

1. Kann die Übergangswohnung in B als Zweitwohnsitz angemeldet werden?

2. Kann doppelte Haushaltsführung geltend gemacht werden, auch wenn die Familie mitkommt?

Ich habe gelesen, "dass es nicht erforderlich ist, dass in der Wohnung am Ort des eigenen Hausstands hauswirtschaftliches Leben herrscht, z. B. wenn der Arbeitnehmer seinen nicht berufstätigen Ehegatten (und die Kinder??) an den auswärtigen Beschäftigungsort mitnimmt..." Damit wäre der Lebensmittelpunkt doch automatisch verlegt, dies scheint aber steuerrechtlich für die Anerkennung der doppelten Haushaltsführung kein Problem zu sein?!

Die Eigentumswohnung in A bleibt vorest komplett eingerichtet, der eigentliche Umzug findet erst statt, wenn das Haus in B fertig ist. Reicht das aus, um doppelte Haushaltsführung geltend zu machen?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort!!
Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie erahnen wohl das richtige Ergebnis, gelangen aber leider nicht dorthin, weil Sie bei Ihrer Beurteilung des Sachverhalts gewissermaßen auf halbem Wege stehen geblieben sind.

Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur dann vor, wenn Sie Ihre Hauptwohnung nicht am Beschäftigungsort haben. Zu den Merkmalen der Hauptwohnung gehört, dass

1. Sie dort einen eigenen Hausstand unterhalten u n d
2. dort Ihr Lebensmittelpunkt ist.

Zwar ist erste Voraussetzung auch dann gegeben, wenn in der Wohnung am Ort des eigenen Hausstands kein hauswirtschaftliches Leben herrscht. Dies besagt der von Ihnen zitierte Satz 3 in Abschnitt R 43 Abs. 3 der LStR 2005 mit dem dort aufgeführten Beispiel. Im nächsten Satz heißt es dann aber eben weiter: "Die Wohnung muß außerdem der Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers sein." Und an dieser zweiten Voraussetzung fehlt es für Ihre Wohnung in A, wenn auch Ihre Familie nach B mitkommt. Denn nach Abschnitt R 42 Abs. 1 Satz 4 LStR 2005 befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen bei einem verheirateten Arbeitnehmer regelmäßig am tatsächlichen Wohnort seiner Familie.

Behalten Sie Ihre Wohnung in A nur deshalb noch bei, weil sie noch nicht verkauft bzw. der in B beabsichtigte Hausbau noch nicht fertiggestellt ist, genügt dies für die steuerliche Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung also nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2007 | 21:31

Sehr geehrter Herr Schroers,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Kurze Nachfrage:

Was genau bezeichnet man denn als "hauswirtschaftliches Leben" in steuerrechtlichem Sinne? Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

MfG!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2007 | 23:22

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein hauswirtschaftliches Leben erfordert die Anwesenheit von Familienanghörigen in der Hauptwohnung, wobei diese sich dort jedoch nicht ununterbrochen aufhalten müssen, vgl. BFH-Urteil vom 6.10.1994 (VI R 136/89) BStBl. 1995 II S. 184.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt

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