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defektes Radlager bei Mietwagen - Folgekosten will Vermieter nicht übernehmen


| 13.06.2007 20:35 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Hoyer



Autovermietung:
*****

Miete von Fiat Ducato Kastenwagen vom Donnerstag, 25.Mai um 17.30 Uhr bis Samstag, 27. Mai um 17.30 Uhr (Tarif: unbegrenzte Kilometer).

Streitsache: € 1000 für Rückführungskosten nach Österreich, weitere zusätzlich entstandene Kosten ca. € 480.

Sachverhalt:
Ich holte den Mietwagen wie geplant am Donnerstag Abend in Wien ab und fuhr damit zusammen mit meinen beiden Freunden ***** zwecks Umzug von mir nach ***** (Seminarhaus) bei ***** in Norddeutschland. Herr ***** und Herr ***** wollten mit dem Bus zurück nach Wien fahren.

Auf der Fahrt bemerkten wir ein merkwürdiges Geräusch, vor allem in den Kurven. Herr ***** vermutete ein defektes Radlager. Wir fuhren vorsichtig weiter bis nach Oberlethe, wo wir am Freitag Abend gegen 17.30 Uhr ankamen. Zu dieser Zeit rief ich den Vermieter in Wien an, um ihn über das Problem zu berichten. Der Mitarbeiter von F**** sagte mir, dass ich wenn möglich zu einer Fiat Vertragswerkstätte fahren soll, um den Schaden beheben zu lassen. Die nächstgelegene Fiat Werkstätte ist von Oberlethe ca. 40 Minuten entfernt. Ich sagte dem Sachbearbeiter bei F***** in Wien, dass wir an dem Freitag Abend es nicht mehr zu einer Fiat Werkstätte schaffen würden und am Samstag morgen eine andere Werkstätte finden wollten, um den Wagen zu begutachten. Fiat Oldenburg hat am Samstag nicht geöffnet. Der Sachbearbeiter (ein Student) meinte, dass eine Inspektion bei einer anderen Werkstatt in diesem Fall ok sei, eine Reparatur aber nur durch einen Fiat Vertragspartner durchgeführt werden durfte (wegen der Garantie).

Wir fanden am Samstagmorgen eine offene Werkstatt (nicht Fiat), welche sich das Auto anschaute. Es wurde ein defektes Radlager festgestellt. Von einer Weiterfahrt wurde uns dringend abgeraten.

Nachdem wir dann auf Anraten von Herrn ***** mit dem Garantieservice von Fiat gesprochen hatten, wurde der Wagen am Samstagabend bei uns abgeholt und zur Fiat Werkstatt in Oldenburg abgeschleppt. Nachdem an diesem Wochenende Pfingsten war, blieb die Werkstatt am Montag geschlossen. Meine beiden Mitfahrer mussten aber am Montag zurück nach Wien, um zu arbeiten. Sie fuhren mit dem Nachtzug am Sonntag Abend zurück.

F***** wollte uns weder eine Alternative zur Rückfahrt anbieten, noch sich an den zusätzlich entstehenden Kosten beteiligen.

Die Kosten für den Aufenthalt (Unterkunft, Verpflegung im Seminarhotel) der beiden und die Rückfahrt mit dem Zug nach Wien habe ich übernommen, Aufwand ca. € 480. F***** wollte uns weder einen anderen Mietwagen zur Verfügung stellen, noch die Kosten der Rückfahrt übernehmen. Im Gegenteil, sie verlangten, dass wir den Wagen nach der Reparatur (frühestens Dienstag Nachmittag) nach Wien zurückbringen würden.

Ich bot Herrn ***** an, dass ein anderer Kursteilnehmer den Wagen am Wochenende nach Wien bringen würde, wenn er bereit ist, die Hälfte der € 480 zu übernehmen. Er wollte sich dies überlegen und mir Bescheid geben. Nachdem ich bis Donnerstag nichts gehört hatte, rief ich ihn nochmals an, worauf er mir sagte, dass er den Wagen von jemanden aus Wien abholen lassen würde.

Mit dieser Entscheidung beliess ich das Ganze, d.h. meine zusätzlich entstandenen Kosten von € 480 bezahlte ich selber. Aufgrund der geringen Höhe unterliess ich es weitere Schritte zu unternehmen. Ich bin der Meinung, dass diese Kosten der Autovermieter bezahlen müsste.

Belastung von € 1000 von meiner Kreditkarte
Am 10. Juni bemerkte ich, dass € 1000 von meiner Kreditkarte von der Autovermietung abgebucht wurden. Diese € 1000 entsprechen der Kaution, welche ich vorab mittels einer Kreditkartenauthorisierung leisten musste. F***** schickte mir darauf eine Rechnung über € 1000 für die Rückführungskosten, d.h. die Kaution wurde von F***** beansprucht.

Ich rief Herrn ***** sofort an. Er berief sich auf eine Frau *****, welche als Sachbearbeiterin bei F***** arbeitet. Diese wiederum erklärte mir, dass ich vertraglich verpflichtet bin, diese Kosten in der Höhe von € 1000 zu bezahlen.

In den Vertragsbedingungen steht meiner Meinung nach nichts darüber, dass ich für solche Kosten verantwortlich gemacht werden kann. Ohne mein Verschulden, ist der Wagen 4 Tage in Oldenburg in der Werkstatt gestanden. Meine beiden Freunde konnten nicht bis Dienstag Mittag oder Mittwoch warten. Meiner Meinung nach, kann der Autovermieter nicht verlangen, dass wir in diesem Fall den Wagen selber zurückbringen müssen. Im Gegenteil wir hätten uns hier ein kundenfreundliches Service gewünscht, d.h. dass uns F***** einen anderen Wagen zur Verfügung stellt, damit wir wieder nach Wien zurück fahren können.

Mängel am Fahrzeug
Der Mangel des defekten Radlagers dürfte bereits von Anfang an bestanden haben. Da ich selber keine Erfahrung mit Autos habe, habe ich den Mangel auch nicht sofort bemerkt. Erst nach einiger Zeit ist es dann Herrn ***** aufgefallen, dass da was nicht in Ordnung ist. Zusätzlich dazu hatte die Windschutzscheibe an zwei Stellen ca. 40 cm lange Risse. Mein Gefühl ist, dass die Wagen bei F***** schlecht gewartet sind. Die Autos werden nur ein Jahr gefahren und laufen somit unter Garantie. Der Vermieter kümmert sich nicht um die Wartung. Wenn ein Mangel auftritt, dann beruft sich der Autovermieter auf die Garantie. Die zusätzlich entstehenden Kosten werden einfach dem Kunden aufgehalst.


Aufgelaufene Kosten
Neben den zusätzlich aufgelaufenen Kosten von ca. € 480 habe ich in der Zwischenzeit sehr viele Stunden aufgewendet, mich um das Ganze zu kümmern. Diese Zeit geht mir an meiner Arbeitszeit als Selbständiger Unternehmensberater ab.

Schlusswort
Ich hatte mich damit abgefunden, die € 480 selber zu zahlen. Ich bin aber nicht damit einverstanden, dass ich zusätzlich € 1000 für die Rückführung bezahle.

In der zusätzlichen Rechnung über € 1000 wird mir aus Kulanz 7 Tage Stehzeit erlassen, 4 von diesen 7 Tagen stand der Wagen in der Werkstatt! Die Rechnung für die 2 Tage Miete habe ich im voraus bereits bezahlt.

Die Allg. Geschäftsbedingungen sind auf der Website von F**** zu finden: *****

Bitte sagen Sie mir, ob ich diese Sache weiterführen kann und wie meine Chancen stehen.

Gruss
*****
sehr geehrter Rechtsratsuchender,

durch den mit dem Vermieter geschlossenen Mietvertrag steht ihnen das Recht zu, das Fahrzeug in vertragsgemäßen Zustand zu gebrauchen.

Dadurch, dass es durch den Mangel am Fahrzeug zu einer Panne kam, wurde dieser Gebrauch eingeschränkt, mit der Folge, dass sie auch die Mietkosten nicht mehr hätten zahlen müssen.

Einen Schadensersatzanspruch, wie ihn hier der Vermieter geltend macht, hätten sie nur dann zu leisten, wenn nach Übergabe des Fahrzeuges der Mangel am Fahrzeug von ihnen verursacht worden wäre. Nach ihrer Aussage befand sich jedoch schon vor Übergabe des Fahrzeuges ein Mangel in Form des defekten Radladers, wonach der Vermieter beweisen muss, dass der Schaden am Fahrzeug von ihnen herbeigeführt worden ist. Dies wird ihm aufgrund des beschriebenen Mangels nicht möglich sein.

Sofern der Wagen also aufgrund der Panne nach Wien zurückgeführt werden musste, können die hierfür angefallenen Kosten nicht vom Vermieter auf den Mieter umgelegt werden. Es ist Pflicht des Vermieters, dafür zu sorgen, dass ihnen ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt wird, mit denen sie auch fahren können. Sie sind keinesfalls vertraglich verpflichtet, diese 1000 € zu begleichen. Zum einen schon aus dem Grunde nach nicht, zum anderen ist schon die Schadenshöhe mehr als fraglich.

Hier müsste der Vermieter nachweisen, inwieweit sich die Höhe ergibt und unter welchen Gesichtspunkten sie zum Schadenersatz verpflichtet sind. Ihnen müsse ein Verschulden angelastet werden, was ich bei der Schilderung des Sachverhaltes jedoch nicht erkennen kann.

Ich kann Ihnen nur raten, den Vermieter über einen Anwalt anschreiben zu lassen und die 1000 € zurück zu fordern, ansonsten klageweise gegen den Vermieter vorzugehen.Auch die Kosten der Beauftragung des Anwalts hat der Vermieter dann unter dem Gesichtspunkt des Verzugsschadens zu tragen, wenn Sie ihn schriftlich aufgefordert haben, bis zu einer gesetzten Frist den Betrag zurückzuzahlen.

Ich hoffe Ihnen in dieser Angelegenheit weitergeholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt

Andreas Hoyer

Nachfrage vom Fragesteller 14.06.2007 | 08:55

Vielen Dank für die Antwort, das hilft mir sehr!

Betreffend der Kosten:
Kann ich die kompletten Mietkosten von 2 Tagen (€ 440) und die mir entstandenen Kosten von € 480 zusätzlich zurückfordern? Falls ja, dann würde ich ihm einen Brief schreiben mit einer Frist von 10 Tagen, ist das ok?

haben Sie die AGB der Firma gelesen (www.*****), kann es nicht sein, dass dort beschrieben ist, dass er doch damit durchkommt?

Falls ich doch einen Anwalt benötige, würden Sie diesen Fall übernehmen? Wie hoch ist Ihr Honorar? Sind sie mit dem österreichischen Recht vertraut?

Gruss und besten Dank
*****

Ergänzung vom Anwalt 15.06.2007 | 14:19

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der Tatsache, dass ihnen ein Fahrzeug uebergeben worden ist, dass mit einem Mangel ausgestattet war, steht ihnen aus dem Gesichtspunkt der Minderung die bereits bezahlte Miete als Rueckforderung zu.

Davon zu unterscheiden ist die darueber hinausgehenden Kosten, die sie hatten, dass das Fahrzeug nicht mehr funktionsbereit war. Um diesen Schadensersatzanspruch geltend zu machen, muesste dem Vermieter ein Verschulden dahingehen vorgeworfen werden koennen, dass er bereits bei Uebergabe wusste, dass das Fahrzeug mit einem Mangel ausgestattet war. Da dies wohl kaum nachweisbar ist, sind die darueber hinausgehenden Kosten wohl nicht ersatzfaehig.

Im Ergebnis steht Ihnen daher die Rueckzahlung der bereits geleisteten Miete sowie die von Vermieter zu Unrecht abgebuchten 1000 € Ihre Kreditkarte zu.

Ich kann Ihnen gerne anbieten, in dieser Angelegenheit fuer sie taetig zu werden.Allerdings ist bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung die Einschaltung eines Kollegen Vor Ortes notwendig, so dass ich Ihnen empfehlen wuerde, sich direkt mit meinem oesterreichischen Kollegen aus Wien, dessen Name und Anschrift ich Ihnen gerne geben wuerde,in Verbindung zu setzen.

Sofern Sie es wuenschen, kann die gesamte Angelegenheit auch ueber meine Person ablaufen, wobei ich dann meinen oesterreichischen Kollegen in einem gerichtlichen Verfahren beauftragen werde. Mehrkosten wuerden ihnen hierdurch nicht entstehen.

Vielleicht setzen sich diesbezueglich mit mir unter meiner e/mail adresse in Verbindung.

Freundliche Gruesse

Andreas Hoyer
Rechtsanwalt
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