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deep link auf Webcam

| 07.04.2009 14:31 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Viele Webseiten enthalten Webcams oder Links auf solche (Webcamsammlungen, Verkehrswebcams, Skigebiete, Webcam eines Golfclubs, Webcams eine Hotels, Städteansichten,...)

Die Webcam erscheint dann i.a. im Kontext einer Webseite. Aber jede Webcam hat natürlich ihre eigene URL, über die sie direkt aufrufbar ist. Man erhält sie, indem man sich mit der Maus über das Webcambild stellt und mit der rechten Taste "Eigenschaften" auswählt.

Verwendet man diese URL, dann wird direkt das "nackte" Webcambild angezeigt, ohne dem Kontext, in dem sie, über "ihre" Webseite aufgerufen, normalerweise angeboten wird. Allerdings gibt es auch Webcams, die von mehreren Webeiten angezeigt werden.

Ich denke, es ist erlaubt, zur Verdeutlichung folgende 2 Beispiele zu geben:
Eine VerkehrsWebcam:
Webcam-URL: http://www.fhd-osterode.de/osterode.jpg.php
Webseite: http://www.fhd-osterode.de/?page=18
Das Heidelberger Schloss:
Webcam-URL: http://cvbuse.han-solo.net/M1/m1test.jpg?
Viele Webseiten: google: cvbuse.han-solo.net/M1/m1test

Frage:
Darf man solche direkten Links auf Webcams auf der eigenen Seite bereitsstellen, ohne Rückfrage beim Betreiber?
Wobei allerdings gleichzeitig die URL der Webcam und die der Webseite, in deren Kontext die Webcam erscheint, eingeblendet werden und dem Betrachter durch Hinweis verdeutlicht wird, dass dies die Webcam auf jener Webseite ist.

Zusatzfrage, nur(!) wenn im Rahmen des Einsatzes noch sinnvoll beantwortbar:
Wenn die Webcam(URL) im Ausland liegt, welche rechtliche Situation wäre denkbar?

Ich würde erwarten: dazu passt das sog. "paperboy" :
Urteil des Bundesgerichtshof über "deep links", Mitteilung der Pressestelle Nr. 96/2003

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Bei dem von Ihnen genannten "Paperboy"-Urteil handelt es sich in der Tat um einen vergleichbaren Fall. Problematisch an Urteilen ist, dass sie nur zwischen den jeweils am Prozess beteiligten Parteien unmittelbar gelten. Weiter ist an der Anwendung dieses Urteils auf Ihren Fall problematisch, dass es sich bei den von Ihnen geplanten Verlinkungen um Webcams und nicht um Textseiten handelt.
Dennoch kann man wohl von einer ähnlichen Situation und Beurteilung ausgehen.
Nach dem Urteil wird nicht in das Vervielfältigungsrecht an einem Werk eingegriffen, wenn ein Hyperlink zu einer Datei auf einer fremden Webseite mit einem urheberrechtlich geschützten Werk gesetzt wird. Dies gilt auch bei sogenannten Deep-Links. Danach ist es unproblematisch, wenn Sie direkt auf die Adresse der Webcam verlinken. Dies gilt insbesondere dann, wenn – wie Sie vorhaben – verdeutlicht wird, dass sich die Webcam auf der entsprechenden Seite befindet. Eine Urheberrechtsverletzung könnte allenfalls dann vorliegen, wenn ein objektiver Beobachter nicht erkennen kann, dass diese nicht von Ihnen stammen. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Bilder der Webcam direkt auf Ihrer Seite angezeigt würden.
Allerdings weist der BGH ergänzend darauf hin, dass das von ihm gefundene Ergebnis dann anders ausfallen kann, wenn der Berechtigte technische Schutzmaßnahmen gegen die unmittelbare und direkte Aufrufbarkeit seiner Inhalte im Wege des Deep-Links ergriffen hat.

Um des Rechtsfriedens willen, rate ich Ihnen allerdings, sich vor der Verlinkung mit dem Betreiber der Webcam in Verbindung zu setzen. Denn ein Rechtsstreit ist immer zeit- und meist auch kostenaufwendig.

Bei ausländischen Servern gilt das Recht des Landes, für das Ihr Angebot bestimmt ist. Da dies offenbar Deutschland ist, ist deutsches Recht anzuwenden.



Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Rückfrage vom Fragesteller 07.04.2009 | 15:48

Es ist schon erstaunlich, wie man am eigenen Text herumfeilt und dem Leser doch noch eigene Interpretationsmöglichkeiten bietet.

Das Bild der Webcam wird auf der eigenen Seite als kleines Bildchen eingeblendet.
Erst beim Drüberfahren mit der Maus erscheinen die URL-Angaben. Und beim Klick auf das Bildchen wird es in einem eigenen Rahmen in tatsächlicher Größe angezeigt.
Dabei werden aber in der Bottomline nochmals alle URL-Angaben eingeblendet.
Allerdings wird bereits vorher deutlich darauf hingewiesen, dass Webcambilder, so sie vorkommen, die Webcams fremder Seiten darstellen und nie der eigenen Seite.

Trotzdem: Ihrer Ausführung entnehme ich, dass das rechtlich riskant ist.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.04.2009 | 17:13

Sehr geehrter Fragesteller,

bei der Verwendung von Thumbnails ergibt sich eine ganz andere rechtliche Beurteilung:
Die bisherige Rechtsprechung geht davon aus – wie in der ursprünglichen Antwort schon ausgeführt, gelten Urteile grundsätzlich nur zwischen den Parteien – dass auch hier urheberrechtlich geschützte Werke vorliegen. Dies gilt auch, wenn nur verkleinerte Abbilder benutzt werden, denn die Verkleinerung reicht nicht, um ein neues, eigenes Urheberrecht zu schaffen.
Das bedeutet, dass sich die Urheber der Vorschaubilder grundsätzlich auf ihr Urheberrecht berufen können. Somit bedürfen Sie für die von Ihnen genannte Darstellung einer Erlaubnis des jeweiligen Urhebers, also des Inhabers der Webcam. Haben Sie die Bilder ohne Erlaubnis auf Ihrer Website, so machen Sie sich schadensersatzpflichtig, dies gilt umso mehr, wenn der Urheber nicht genannt ist. Eine Nennung lediglich dadurch, dass die Internetadresse beim Fahren mit der Maus über das Bild erscheint, reicht für die Nennung des Urhebers nicht aus.
Schließlich wird es auch nicht ausreichen, dass die genaue Adresse nur in der Bottomline angegeben ist.
Ihre derzeitige Darstellung ist also rechtlich nicht nur riskant, sondern höchst problematisch. Eine abschließende Beurteilung kann aber natürlich nur im Einzelfall erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers 07.04.2009 | 17:33

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