Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

darf ohne Mahnung gleich ein Inkassobüro tätig werden?

11.02.2015 18:05 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Sehr geehrte Rechtsanwälte,
bitte senden Sie mir ein unverbindliches Preisangebot zur Beantwortung folgende(r) Rechtsfrage(n):

Mein Schwiegervater hatte noch kurz vor seinem Tode etwas bei Versandhäusern bestellt und auch erhalten. Da mein Schwiegervater plötzlich verstarb und auch seine Geschäfte bis zu seinem Tode absolut alleine geregelt hatte, haben die Erben bei der Wohnungsauflösung nicht mehr feststellen können, ob noch Rechnungen fällig und nicht bezahlt waren. Wenn dem so wäre, ging man davon aus, dass es eine Mahnung für die nicht bezahlten Rechnungen gäbe. Der Briefkasten war noch 6 Wochen nach seinem Tode zugänglich.

Dem war leider nicht so. Jetzt meldet sich ein Inkassobüro bei den über das Standesamt ermittelten Erben. Es verlangt neben dem Warenwert von 88 €, Inkassokosten in Höhe von 70 €, weitere 5 € Auslagen für Standesamt und einen kleinen Betrag für Verzugszinsen. Aus dem Warenwert von 88 € werden so insges. 164 €.
Auf Nachfrage zu den ausgebliebenen Mahnungen bei Kontaktaufnahme mit dem Inkassobüro gab es die Auskunft, das es rechtlich nicht mehr erforderlich ist zu mahnen und deswegen auch ohne Mahnung ein Inkassobüro tätig werden kann.

Meine Fragen hierzu lauten:

1. ist es richtig, dass man wie hier fällige Rechnungen nicht mehr anmahnen muss?

2. Ist es berechtigt, dass die nächste Post nach der Rechnung gleich ein Schreiben eines Inkassobüros ist?

3. Ist die Höhe der Inkassokosten ohne weitere Aufschlüsselung berechtigt?
Bei den 70 € Inkassokosten beruft sich das Inkassobüro auf die §§ 280, 286 BGB analog §13 RVG; Kosten werden unterteilt in 58,50 € Gebühr und Auslagen i.H. 11,70 €

4. Hätte man berechtigte Chancen die Forderung abzuwehren?

Im ersten Ansatz wäre es ausreichend, nur die 4 Fragen mit ja oder nein zu beantworten.
Eingrenzung vom Fragesteller
11.02.2015 | 18:22

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Ja. Wurde eine Zahlungsfrist genannt, ist mit deren Verstreichen Verzug eingetreten. Ohne Zahlungsfrist gilt § 286 Abs. 3 BGB:

"Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist. Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug."

Es wird also darauf ankommen, wie die Rechnung aussieht und ob ein Hinweis nach § 286 Abs. 3 BGB oder eine Zahlungsfrist enthalten sind.

2. Ja, gerät der Schuldner in Verzug, darf ein Inkassobüro beauftragt werden.

3. Ja, die Forderung ist schlüssig.

4. Das kommt auf die Rechnung an, siehe 2.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72575 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Trotz der Komplexitaet des Falles, konnte der Anwalt zuegig die Vorfaelle durchschauen und mir/uns gezielt weiterhelfen. Auch die Beantwortung der Nachfrage war sehr hilfreich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sachliche kompetente Beratung. Werde nun meine Optionen prüfen. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Die Frage wurde flink und konkret beantwortet. Allerdings bleibt ein Beigeschmack zumindest für den vermuteten Ausgestaltungsspielraum in der konkreten Situagion der Rechtssprechjng, insbesondere, da gerade diese Anwältin auch ... ...
FRAGESTELLER