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darf Heizung nachts abgestellt werden ?


30.10.2006 18:16 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

ich bin Mieter einer Wohnung in Berlin, wobei die
gesamte Mietanlage über einen im Keller befindlichen
Gas-Heizkessel beheizt wird, der wiederum die Heizkörper
in den einzelnen Wohnungen erwärmt.

Seit Beginn der Heizperiode werden nachts ab 23 Uhr
die Heizkörper kalt, so dass ein Heizen bis zum Morgen
nicht mehr möglich ist.

Wie lange die Heizfunktion nächtlich unterbrochen wird,
habe ich noch nicht verbindlich herausgefunden, der
Abschalt-Zeitraum scheint jedoch zwischen 6 und 8
Stunden zu liegen.

Da ich mitunter auch deutlich länger als 23 Uhr wach
bin, bin ich unzufrieden mit dieser Situation, denn
bei kalten Nächten sinkt auch die Temperatur in der
Mietwohnung nach Mitternacht deutlich.

Daher würde ich gern wissen, ob das nächtliche Abstellen der
Heizung zulässig ist.
Ich vermute dabei, dass die Zulässigkeit des Abstellens von
der tatsächlichen Zimmertemperatur abhängt.
Muss hier ein Temperaturprotokoll geführt werden ?
Können dem Mieter zum Zwecke der "Wärmeerhaltung"
einschränkende Massnahmen zugemutet werden, wie z.B. ein
Verzicht auf spätabendliches Lüften oder eine Aufheizung
der Wohnung vor dem Abschalten der Heizung um 23 Uhr ?

Dank und Gruss
Sehr geehrter Ratsuchender,


dem Vermieter ist es zwar nicht verboten, die Heizung zeitweise abzustellen. Er muss aber gemäß § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB die Sache dennoch in vertragsgemäßem Zustand erhalten, hierzu gehört auch die ausreichende Versorgung der Wohnung mit Wärme.

Sie haben einen Anspruch darauf, dass auch nachts die Temperatur in den Zimmern, in denen Sie sich aufhalten, auf einem gewissen Mindestwert gehalten werden kann, die Rechtsprechung geht von ca. 17°C bis 18°C aus (tagsüber 20°C bis 22°C).

Nur soweit es zumutbar und vernünftig ist, müssten Sie hierzu durch Anpassung der Heiz- und Lüftgewohnheiten beitragen. Wenn z.B. eine ausreichende Temperatur nachts nur durch übermäßiges „Vorheizen“ überhaupt erreicht werden kann und/oder zu lange Zeit nicht gelüftet werden kann, wird dies von Ihnen nicht abverlangt werden können. In diesem Fall kann es nämlich zu übermäßiger Feuchtigkeitsbildung in der Wohnung kommen, vor allem wenn dann die Temperatur in den frühen Morgenstunden noch einmal stark abfällt.

Sobald die angemessene Raumtemperatur unterschritten wird, sind Sie zur Minderung der Miete berechtigt.
Sie sollten diesen Schritt gegenüber dem Vermieter ankündigen, um ihn zum Handeln zu bewegen, müssten aber in der Tat Höhe und Dauer der Temperaturunterschreitung täglich genau (im Idealfall mit Zeugen) protokollieren – nur so lässt sich ein Anspruch später (gerichtlich) auch der Höhe nach darlegen und beweisen.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Auskunft Klarheit verschafft hat.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Gerne übernehme ich auch Ihre weitere Vertretung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2006 | 21:14

Hallo Herr Geyer,

vielen Dank für die Antwort, die mir gut gefallen hat.

Noch eine Nachfrage: Wie ist die Lage, wenn man
sich in der Wohnung überwiegend nur nachts aufhält,
also zu Zeiten, wo die Heizung nicht geht.

Ist es dem Mieter hier zuzumuten, das er die Wohnung
beim morgendlichen Verlassen mit (reduziert) angestellter
Heizung verlässt, um es dann abends/nachts ein wenig
warm zu haben ?

Ratsuchender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.10.2006 | 00:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich es so formulieren: der Vermieter darf Sie nicht zur Verschwendung tagsüber zwingen, nur um eine erträgliche Wohntemperatur auch abends und nachts erreichen zu können. Dies wäre unzumutbar. Außerdem müssen Sie regelmäßig kurz lüften können (hierzu sind Sie im Prinzip sogar verpflichtet), ohne einen solchen Wärmeverlust zu erleiden, den Sie dann nicht mehr ausgleichen können.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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