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brasilianisches Erbrecht

| 24.03.2015 20:24 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von


19:59

Zusammenfassung: Rechtswahl bei grenzüberschreitendem Sachverhalt, anwendbares Recht außerhalb der EU

Meine Frau (brasilianische und deutsche Staatsangehörigkeit) und ich (deutsche Staatsangehörigkeit) haben 1994 in Sao Paulo geheiratet. Güterstand ist "Comunhao parical de Bens" . Wir haben keine Kinder. Eltern leben nicht mehr. Wir haben Geschwister.
Wir leben seit 1999 in Deutschland.
Das gemeinsame Vermögen befindet sich ausschließlich in Deutschland.

Wenn ich es richtig verstehe, würde nach deutschem Recht im Todesfalle der Überlebende drei Viertel des gemeinsamen Vermögens erben, die Geschwister des Verstorbenen ein Viertel.

Wir wollen, dass der Überlebende Alleinerbe wird. Nach deutschen Recht würde wohl ein handschriftliches Testament mit dem Inhalt "Wir setzen uns gegenseitig zu unbeschränkten Alleinerben ein" ausreichen.

Müssen wir noch zusätzlich brasilianisches Recht beachten, und wenn ja, was wäre zu tun?





24.03.2015 | 21:42

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Nutzungsbedingungen dieses Forums im Rahmen einer Erstberatung möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Der einfachste Weg ist, Sie unterstellen das Erbrecht (allein) dem deutschen Recht durch eine zulässige Rechtswahl. Eine solche Rechtswahl bedarf der notariellen Form.
Da Sie beide auch (bezogen auf Ihre Frau) die deutsche Staatsangehörigkeit haben und sich Ihr Vermögen nur in Deutschland befindet würde an sich sowie nur deutsches Recht gelten. Falls aber in Zukunft der Ansatzpunkt vom brasilianischen Erbrecht heraus kommen sollte, gehen Sie mit der Rechtswahl auf „Nummer sicher".
Wichtig ist aber noch folgender Hinweis: Sollten Sie in Zukunft einmal Grundbesitz in Brasilien erwerben, so würden sich die Rechtsverhältnisse im Erbfall bezogen auf diesen Besitz ausschliesslich nach brasilianischem Recht richten, auch bei einer Rechtswahl des deutschen Rechts. In Lateinamerika gilt fast ausschliesslich das Recht am Ort der Belegenheit. Und da im internationalen Recht eine Spaltung des Nachlasses vermieden werden sollte, könnte so dann doch brasilianisches Recht zur Anwendung kommen. Also treffen Sie die Rechtswahl.
Sicherlich ist es ratsam, auch im Rahmen der Rechtswahl die Ehewirkungen (also auch für den Fall einer Scheidung) dem deutschen Recht zu unterstellen und den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft (kommt dem von Ihnen angesprochenen Güterstand der „allgemeinen Gütergemeinschaft" am ähnlichsten) zu vereinbaren.
Wenn Sie dann die Rechtswahl getroffen haben, können Sie testamentarisch so verfügen, wie von Ihnen angesprochen.

Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung und basiert auf den Angaben aus Ihrer Frage. Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gern für Ergänzungen sowie gegebenenfalls für die weitere Interessenwahrnehmung im Rahmen einer Mandatierung zur Verfügung.

Wenn Sie meine Antwort im Rahmen der Bewertung beurteilen, helfen Sie mit, dieses Portal transparenter und verständlicher zu gestalten.

Mit freundlichen Grüssen


gez. RA Dannheisser
dannheisser@rae-dpc.de
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Nachfrage vom Fragesteller 26.03.2015 | 17:09

Verstehe ich richtig: wenn kein Immobilienkauf in Brasilien beabsichtigt ist, ist eine notarielle Rechtswahl nicht nötig?

Nicht ganz verstanden habe ich folgendes: Sie schrieben: im Falle eines bras. Grundbesitzes gilt für diesen Besitz bras. Recht, selbst wenn deutsches Recht notariell vereinbart wurde. Da eine Spaltung des Nachlasses vermieden werden soll, gilt damit bras. recht für den gesamten Nachlass. Eine Festlegung auf deutsches Recht würde aber dann nicht helfen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2015 | 19:59

Die notarielle Beurkundung der Rechtswahl ist definitiv der sicherere Weg.
Für den Fall von zukünftigem Grundbesitz in Brasilien gilt aber auf jeden Fall das Recht am Ort der Belegenheit, also bras. Recht, auch wenn Sie deutsches Recht als anwendbares Erb-(und ggfs. Familien-)recht vereinbart haben sollten.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen nunmehr die nicht gerade einfache Materie des Internationalen Privatrechts etwas näher bringen. Ansonsten können Sie sich gerne an meine Kanzlei wenden.

MfG

RA Dannheisser

Bewertung des Fragestellers 28.03.2015 | 08:54

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