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beschädigte Waschbecken in Mietwohnung


08.10.2007 16:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Sehr geehrte Damen und Herren

ich hätte gerne einen Rat zu folgendem Sachverhalt:

Ich habe in einem gemietetem Haus, aus dem ich vor kurzem ausgezogen bin, wei Waschbecken beschädigt (kleine Sprünge).
Meine Haftpflichtversicherung hat sich nach einem Ortstermin bereit erklärt, den Schaden zu übernehmen.

Eine Sanitärfirma wurde von dem Vermieter beauftragt, den Schaden zu beheben. Der Vermieter hat sich jetzt aber nicht nur die beiden Waschbecken, sondern auch noch neue Amaturen erneuern lassen, weil die alten angeblich nicht mehr passten. Der Kaufpreis für die beiden Becken beträgt zusammen 188 Euro, die Gesamtrechnung beläuft sich jetzt auf 798,13 Euro.
Mein Versicherungsagent hat mich heute aufgesucht, mir eine Kopie der Handwerkerrechnung an meinen Vermieter in die Hand gedrückt und mir mitgeteilt, die Versicherung würde 600 Euro des Schadens übernehmen und die Differenz von 198,13 Euro sollte ich selbst an die Firma überweisen.

Ich bin jetzt ein wenig ratlos, zum einen, weil ich diese Rechnung für völlig überzogen halte und zum anderen natürlich, weil die Versicherung ja ursprünglich zugesagt hatte, den Schaden zu übernehmen.
Ich hätte gerne gewusst, wie ich mich jetzt verhalten soll oder ob ich evtl. doch zahlen sollte.

Vielen herzlichen Dank!
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Der Schädiger hat grds. den Zustand wiederherzustellen, der ohne das schädigende Ereignis bestünde. In Ihrem Fall bedeutet das, dass der Vermieter einen Anspruch auf ein funktionierendes schadfreies Waschbecken hat. Hiervon sind grds. auch neue Armaturen umfasst, wenn es tatsächlich zutrifft, dass die alten (aus bautechnischen Gründen) nicht mehr passen und kein Waschbecken erhältlich war, das insoweit dem alten entspricht.

Allerdings ist hier wohl ein Abzug "neu für alt" angebracht. Wird eine gebrauchte Sache durch eine neue ersetzt, führt dies in der Regel zu einer Werterhöhung, da die neue Sache in der Regel eine längere Lebensdauer aufweist und evtl. Reparaturen erspart werden. Sollte dieser Umstand noch nicht berücksichtigt worden sein, sollten Sie mit Ihrem Vermieter diesbzgl. versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Die Höhe des Abzugs richtet sich dabei insbesondere nach der Relation der Nutzungsdauer der alten und der neuen Sache.

Was Ihre Versicherung betrifft, so ist bislang kein Grund ersichtlich, warum diese nicht den vollen Schaden übernehmen sollte. Vorbehaltlich einer entsprechenden Regelung in Ihrem Versicherungsvertrag ist diese zur Übernahme des vollen Schadens verpflichtet, was Ihnen ja auch mündlich zugesichert wurde. Insoweit sollten Sie zunächst versuchen, gegenüber Ihrer Versicherung die Übernahme des vollen Schadens durchzusetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.10.2007 | 18:46

Sehr Herr Mauritz,

ich danke Ihnen für diese Antwort.
In meinem Vertrag steht:

3.3 aus Mietsachschäden
Die HÖchstersatzleistung beträgtinnerhalb der Deckungssumme für Sachschäden je Schadensereignis 150.000 Eur. Eine Einschränkung für diesen Fall habe ich nicht gefunden.
Die Versicherung will nur den Schaden für die kaputten Waschbecken bezahlen, nicht aber die Armaturen. Sie sagen, dieses hätten Sie zugesagt, mehr nicht. Ob dieser Austausch berechtigt war und ob es tatsächlich keine passenden Waschbecken gab, vermag ich nicht zu sagen.
Ich vermute, der Vermieter wird jetzt diese 198,00 Euro von meiner Kaution einbehalten.
Wenn Sie sagen, der Vermieter hat einen Anspruch darauf, dass der Zustand wieder herzustellen sei, kann dann die Versicherung tatsächlich die Zahlung der dazugehörigen Armaturen verweigern?
Der Handwerker wurde sogar selbst von der Versicherung beauftragt, wie ich gerade auf der Rechnung gesehen habe.

Vielen Dank für Ihre Mühe und einen schönen Abend!


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2007 | 15:40

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die Reparatur der Armaturen notwendig war, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, gehört sie zum Schaden, der dann auch von der Versicherung zu tragen ist. Mangels einer entsprechenden Einschränkung in Ihrem Versicherungsvertrag ist daher kein Grund ersichtlich, warum die Versicherung nicht verpflichtet sein sollte, den vollen Betrag zu zahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

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