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beleidigung nötigung falsche verdächtigung


| 04.08.2007 02:36 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



sehr geehrte damen und herren,
meiner meinung nach wurde ich per email von einer internetbekannten beleidigt genötigt und falsch verdächtigt.

sie schrieb mir per email:"dass ich wirklich an verfolgungswahn leide"

sie behauptet in ihren mails an mich, ich würde Datenmissbrauch betreiben, um pn`s auszulesen.
dazu müssen sie wissen, dass ich ein vogelforum betreibe und diese person bei mir als registrierte userin und moderatorin zugegen war.

nach einigen vorfällen vertraute ich ihr nichtmehr und sperrte sie.

diese tatsache brachte sie so zum hass, dass sie nun versucht, mir und meinem forum zu schaden, wo sie nur kann. sie schrieb mir, ihr sei nun jedes mittel recht.

nun behauptet sie, ich würde mit ihrem nicknamen mich in meinem forum aufhalten um irgendwelche dinge zu drehen und ihre oder andere pn´s ausspionieren. sie hätte zeugen dafür, dass ich um bestimmte uhrzeiten mit ihrem nicknamen auftauche. dieses sei als screenshot gespeichert.

ich muss dazu sagen, dass wenn man im forum gesperrt ist, und man versucht sich trotzdem anzumelden, zwar der username zu sehen ist, aber der user nicht rein kommt ins forum.

ich weiss auch, dass sie ihr passwort von anderen foren hergibt, damit nichtangemeldete ihr bekannte user lesen können.
auch mir gab sie schon mal ihr passwort von einem anderen forum, damit ich mitlesen konnte.

den beweis, dass es so war, habe ich von ihr in einer email geschrieben und somit bestätigt bekommen.

entweder sie hat ihr passwort jemanden anderen gegeben, damit sie sich im forum sehen lassen, bei einem versuch sich anzumelden, um behaupten zu können, dass ich , ihren nicknamen verwende. oder sie hat es selbst getan oder ihr mann.

um in deren userbereich zu kommen, müsste ich das passwort wissen oder ich müsste hacken können. das alles kann ich nicht. und um pn´s zu lesen, muss ich nicht mit fremden nicks herum geistern. pn´s als beweismittel, könnte ich mir von meinem hoster auslesen lassen.

ich persönlich kenne mich nichtmal mit datenbanken aus und brauche immer supporthilfe. dies kann ich jederzeit nachweisen. ich bin 60 und kann mit ach und krach mit meinem computer ins internet um zu surven und mein forum zu beobachten.

ich will diese person, der ich einst vertraute, nun anzeigen auch wegen nötigung.

denn sie schrieb mir auch, dass, wenn ich nicht sofort ihre daten und beiträge lösche, sie gegen mich vorgeht, wegen missbrauch ihrer daten. dafür hätte sie zeugen und es sei alles gespeichert und gesichert.

ich meine, sie kann mich auffordern, bis dann und dann, ihre personenbezogenen daten zu löschen,(habe ich eh schon getan) sie darf aber keinesfalls schreiben, dass sie sonst mittel gegen mich verwendet, die meiner meinung nach schon kriminell sind, wie, mich des datenmissbrauchs,zu bezichtigen, mit einer klage.

ich fühle mich genötigt, beleidigt, und einer falschen tat bezichtig. dies kommt mir schon vor, wie eine erpressung. alle emails habe ich gespeichert.
mfg
04.08.2007 | 08:14

Antwort

von


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89407 Dillingen a. d. Donau
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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Zunächst gehe ich unter Punkt ( 1 ) auf die strafrechtliche Fragestellung ein und im Anschluß daran kurz auf die ( 2 ) zivilrechtliche:

1. Strafrecht

Sie sprechen gegenüber der ehemaligen Userin Ihres Vogelforums den Verdacht wegen Delikten wie Beleidigung, Nötigung, falscher Verdächtigung und sogar der Erpressung offen aus.

Eine Erpressung ist nicht begangen worden, da das Delikt ein sogenantes VERMÖGENSDELIKT ist und sich die Userin nach Ihren Angaben nicht zu Ihrem Nachteil bereichert hat bzw. bereichern wollte ( wäre versuchte Erpressung ); vgl.: § 253 StGB ( auszugsweise ):

" § 253 StGB Erpressung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem VERMÖGEN des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(3) Der Versuch ist strafbar.
..."

Wesentlich näher liegend ist da schon der Verdacht der Beleidigung ( § 185 StGB )bzw. der üblen Nachrede ( 186 StGB ). Hier zunächst der Gesetzeswortlaut genannter Strafvorschriften:

" § 185 StGB Beleidigung

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 186 StGB Üble Nachrede

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

"Beleidigung" ist ein Angriff auf die Ehre eines anderen durch vorsätzliche Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung, so der Bundesgerichtshof ( BGH 1, 289; 11,67 ). Soweit Ihr " guter Ruf " als Forumbetreiberin gegenüber Dritten durch das verbreiten einer NACHWEISLICH falschen Tatsache geschädigt wurde, kommt insbesondere auch der Straftatbestand der üblen Nachrede in Betracht. Sollte gar die ehemalige Userin falsche Tatsachen wider besseres Wissen über Sie behauptet oder verbreitet haben, so läge unter Umständen Verleumdung vor.

Ich bitte um Ihr Versändnis, daß im Rahmen dieses Forums nicht abschließend geprüft werden kann, ob eines der genannten Delikte verwirklicht wurde, zumal es nach genannten Strafvorschriften nur zu einer Verurteilung kommen kann, wenn die Beschuldigte
" VORSÄTZLICH " gehandelt hätte.

In strafprozessualer Hinsicht sollten Sie unbedingt wissen, daß Beleidigung allenfalls auf " ANTRAG ", der gemäß § 77 b StGB binnen 3 Monaten zu stellen wäre, verfolgt wird:

" § 194 StGB Strafantrag

(1) Die Beleidigung wird nur auf ANTRAG verfolgt.

Ist die Tat durch Verbreiten oder öffentliches Zugänglichmachen einer Schrift (§ 11 Abs. 3), in einer Versammlung oder durch eine Darbietung im Rundfunk begangen, so ist ein Antrag nicht erforderlich, wenn der Verletzte als Angehöriger einer Gruppe unter der nationalsozialistischen oder einer anderen Gewalt- und Willkürherrschaft verfolgt wurde, diese Gruppe Teil der Bevölkerung ist und die Beleidigung mit dieser Verfolgung zusammenhängt. Die Tat kann jedoch nicht von Amts wegen verfolgt werden, wenn der Verletzte widerspricht. Der Widerspruch kann nicht zurückgenommen werden. Stirbt der Verletzte, so gehen das Antragsrecht und das Widerspruchsrecht auf die in § 77 Abs. 2 bezeichneten Angehörigen über.
..."

Eine Beleidigung könnte jedoch von Ihnen gem. § 374 StPO auch im sogenannten Wege der " Privatklage " verfolgt werden:

" § 374 StPO
(1) Im Wege der Privatklage können vom Verletzten verfolgt werden, ohne daß es einer vorgängigen Anrufung der Staatsanwaltschaft bedarf,
1.
ein Hausfriedensbruch (§ 123 des Strafgesetzbuches),
2.
eine BELEIDIGUNG (§§ 185 bis 189 des Strafgesetzbuches), wenn sie nicht gegen eine der in § 194 Abs. 4 des Strafgesetzbuches genannten politischen Körperschaften gerichtet ist,
..."

Dieses Vorgehen setzt jedoch gemäß § 380 StPO grundsätzlich einen erfolglosen Sühneversuch voraus:

" § 380 StPO

(1) Wegen Hausfriedensbruchs, BELEIDIGUNG, Verletzung des Briefgeheimnisses, Körperverletzung (§§ 223 und 229 des Strafgesetzbuches), Bedrohung und Sachbeschädigung ist die Erhebung der Klage ERST ZULÄSSIG, nachdem von einer durch die Landesjustizverwaltung zu bezeichnenden Vergleichsbehörde die Sühne erfolglos versucht worden ist. Gleiches gilt wegen einer Straftat nach § 323a des Strafgesetzbuches, wenn die im Rausch begangene Tat ein in Satz 1 genanntes Vergehen ist. Der Kläger hat die Bescheinigung hierüber mit der Klage einzureichen.
(2) Die Landesjustizverwaltung kann bestimmen, daß die Vergleichsbehörde ihre Tätigkeit von der Einzahlung eines angemessenen Kostenvorschusses abhängig machen darf.
(3) Die Vorschriften der Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn der amtliche Vorgesetzte nach §194 Abs. 3 oder §230 Abs. 2 des Strafgesetzbuches befugt ist, Strafantrag zu stellen.
(4) Wohnen die Parteien nicht in demselben Gemeindebezirk, so kann nach näherer Anordnung der Landesjustizverwaltung von einem Sühneversuch abgesehen werden."

Unter Umständen würde vorliegend gemäß § 380 Abs. 4 StPO auf Anordnung der Landesjustizverwaltung von einem Sühneversuch abgesehen werden.


2. Zivilrecht

Sie sollten insbesondere andenken, gegenüber der ehemaligen Userin zivirechtlich vorzugehen. So könnte zunächst ein Rechtsanwalt mit einer schriftlichen Abmahnung beauftragt werden und das ehemalige Mitglied Ihres Forums unter Fristsetzung auffordern, künftig die Verbreitung falscher Tatsachen zu unterlassen.

Als Anspruchsgrundlage für ein späteres gerichtliches Vorgehen kommt § 1004 BGB in Betracht:

" § 1004 BGB

Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch

(1) Wird das Eigentum in anderer Weise als durch Entziehung oder Vorenthaltung des Besitzes beeinträchtigt, so kann der Eigentümer von dem Störer die Beseitigung der Beeinträchtigung verlangen. Sind weitere Beeinträchtigungen zu besorgen, so kann der Eigentümer auf Unterlassung klagen.
(2) Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Eigentümer zur Duldung verpflichtet ist."

Durch genannte zivilrechtliche Vorschrift ist nämlich nach Auffassung der Rechtsprechung nicht nur das "Eigentum" geschützt. Unter den besonderen Schutz von § 1004 fallen alle absoluten Rechte, wie z.B. das Leben, die Gesundheit, die Freiheit und auch das sogenannte " allgemeine Persönlichkeitsrecht."

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern dafür angedacht ist, eine erste Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.

Bei Bedarf benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion, um an mich eine Nachfrage im Rahmen dieses Forums zu richten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
----------------------------
www.anwaltkohberger.de

Anlage

§ 240 Nötigung StGB

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4) 1In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. 2Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1.
eine andere Person zu einer sexuellen Handlung oder zur Eingehung der Ehe nötigt,
2.
eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder
3.
seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.








Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2007 | 14:46

sehr geehrter herr kohberger,
vielen dank für ihre antwort.
leider weiss ich jetzt nicht recht viel mehr, als zuvor, da sie sich ja sehr allgemein äussern und auch wahrscheinlich müssen.

mit dem paragraphendschungel kenne ich mich am allerwenigsten aus und kann somit nur sehr schlecht verstehen.

darf ich sie nochmal allgemein, anfragen?
gehören zu einer üblen nachrede, eine dritte person, oder reicht dazu eine email, an die beschimpfte person.

da anscheinend mehrere personen daran beteiligt sein könnten, wenn von angeblichen zeugen, geschrieben wird, wäre es wohl von interesse oder besser gesagt, von nöten, auch diese angeblichen zeugen dazu, stellung nehmen zu lassen.

da es hier ja öffentlich angesprochen wird, möchte ich mich so äussern, dass der fall fiktiv und nicht real ist. so könnten sie vielleicht mehr dazu sagen.

ist es denn keine nötigung, wenn man an einen adressaten schreibt, entweder du löscht unverzüglich meine daten, oder mir wird jedes mittel recht sein, eine klage zu erheben, wegen datenmissbrauch, den du begangen hast, indem du dich mit meinen accountdaten, als "mich", dich im forum bewegt hast, um dinge zu drehen und pn´s auszulesen.

bitte gehen wir mal davon aus, dass dieser datenmissbrauch nie stattgefunden hat und nur unterstellt wird, um druck auszuüben.

so kann man doch nicht mit menschen umgehen?

und ist es keine vollendete beleidigung, wenn in einer email, der empfänger, des verfolgungswahn´s bezichtigt wird?

nehmen wir mal an, die zwei parteien wohnen ca. 120 kmh voneinder entfernt und ein sühneversuch käme dann nicht in frage,

kann man erstmal den weg über die staatsanwaltschaft wählen und wenn diese strafanzeigen dann eingestellt werden würden, über den zivilrechtlichen weg gehen, mit einer unterlassungsklage?
mfg

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2007 | 17:35

sehr geehrter herr kohberger,
vielen dank für ihre antwort.
leider weiss ich jetzt nicht recht viel mehr, als zuvor, da sie sich ja sehr allgemein äussern und auch wahrscheinlich müssen.

mit dem paragraphendschungel kenne ich mich am allerwenigsten aus und kann somit nur sehr schlecht verstehen.

darf ich sie nochmal allgemein, anfragen?
gehören zu einer üblen nachrede, eine dritte person, oder reicht dazu eine email, an die beschimpfte person.

da anscheinend mehrere personen daran beteiligt sein könnten, wenn von angeblichen zeugen, geschrieben wird, wäre es wohl von interesse oder besser gesagt, von nöten, auch diese angeblichen zeugen dazu, stellung nehmen zu lassen.

da es hier ja öffentlich angesprochen wird, möchte ich mich so äussern, dass der fall fiktiv und nicht real ist. so könnten sie vielleicht mehr dazu sagen.

ist es denn keine nötigung, wenn man an einen adressaten schreibt, entweder du löscht unverzüglich meine daten, oder mir wird jedes mittel recht sein, eine klage zu erheben, wegen datenmissbrauch, den du begangen hast, indem du dich mit meinen accountdaten, als "mich", dich im forum bewegt hast, um dinge zu drehen und pn´s auszulesen.

bitte gehen wir mal davon aus, dass dieser datenmissbrauch nie stattgefunden hat und nur unterstellt wird, um druck auszuüben.

so kann man doch nicht mit menschen umgehen?

und ist es keine vollendete beleidigung, wenn in einer email, der empfänger, des verfolgungswahn´s bezichtigt wird?

nehmen wir mal an, die zwei parteien wohnen ca. 120 kmh voneinder entfernt und ein sühneversuch käme dann nicht in frage,

kann man erstmal den weg über die staatsanwaltschaft wählen und wenn diese strafanzeigen dann eingestellt werden würden, über den zivilrechtlichen weg gehen, mit einer unterlassungsklage?
mfg

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2007 | 17:35

sehr geehrter herr kohberger,
vielen dank für ihre antwort.
leider weiss ich jetzt nicht recht viel mehr, als zuvor, da sie sich ja sehr allgemein äussern und auch wahrscheinlich müssen.

mit dem paragraphendschungel kenne ich mich am allerwenigsten aus und kann somit nur sehr schlecht verstehen.

darf ich sie nochmal allgemein, anfragen?
gehören zu einer üblen nachrede, eine dritte person, oder reicht dazu eine email, an die beschimpfte person.

da anscheinend mehrere personen daran beteiligt sein könnten, wenn von angeblichen zeugen, geschrieben wird, wäre es wohl von interesse oder besser gesagt, von nöten, auch diese angeblichen zeugen dazu, stellung nehmen zu lassen.

da es hier ja öffentlich angesprochen wird, möchte ich mich so äussern, dass der fall fiktiv und nicht real ist. so könnten sie vielleicht mehr dazu sagen.

ist es denn keine nötigung, wenn man an einen adressaten schreibt, entweder du löscht unverzüglich meine daten, oder mir wird jedes mittel recht sein, eine klage zu erheben, wegen datenmissbrauch, den du begangen hast, indem du dich mit meinen accountdaten, als "mich", dich im forum bewegt hast, um dinge zu drehen und pn´s auszulesen.

bitte gehen wir mal davon aus, dass dieser datenmissbrauch nie stattgefunden hat und nur unterstellt wird, um druck auszuüben.

so kann man doch nicht mit menschen umgehen?

und ist es keine vollendete beleidigung, wenn in einer email, der empfänger, des verfolgungswahn´s bezichtigt wird?

nehmen wir mal an, die zwei parteien wohnen ca. 120 kmh voneinder entfernt und ein sühneversuch käme dann nicht in frage,

kann man erstmal den weg über die staatsanwaltschaft wählen und wenn diese strafanzeigen dann eingestellt werden würden, über den zivilrechtlichen weg gehen, mit einer unterlassungsklage?
mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.08.2007 | 11:32

Sehr geehrter Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Die Angabe der Paragraphen sollte lediglich Ihrer allgemeinen Orientierung dienen. Sie müssen als juristischer Laie den „ Paragraphendschungel “ nicht durchforsten.

Ich hoffe, dass die nun folgenden Ausführungen weiter helfen werden:

1. Gehören zu einer üblen Nachrede, eine dritte Person, oder reicht dazu eine Email, an die beschimpfte Person ?

Sie haben richtig verstanden, dass beim Straftatbestand der üblen Nachrede ( § 186 StGB ) eine Äußerung gegenüber einem DRITTEN vorliegt. Die direkte „Beschimpfung“ in einer Email ist daher vorrangig in Hinsicht auf den Straftatbestand einer Beleidigung ( § 185 StGB ) zu prüfen.

Die von dem ehemaligen Forummitglied ins Feld geführten Zeugen können Sie nicht auffordern eine Stellungnahme abzugeben, da ja weder Namen noch Anschrift dieser Person(en) bekannt sind. Im Rahmen einer Strafanzeige könnten Sie jedoch den Vorgang beschreiben, damit die Behörde weiß, dass auch der Straftatbestand der Üblen Nachrede bzw. der Verleumdung in Betracht kommt.

2. Ist es denn keine Nötigung, wenn man an einen Adressaten schreibt, „entweder du löscht unverzüglich meine Daten, oder mir wird jedes Mittel recht sein, eine Klage zu erheben, wegen Datenmissbrauch, den du begangen hast, indem du dich mit meinen Accountdaten, als "mich", dich im Forum bewegt hast, um Dinge zu drehen und pn´s auszulesen ? “

Die Androhung einer Klage ist keine Nötigung.

Ein Prozess vor dem Zivilgericht soll dazu dienen, die Wahrheit zu ermitteln und den Rechtsfrieden wieder herzustellen. Schließlich trägt der Verlierer eines Prozesses die Prozesskosten. Wenn Sie die Daten nicht missbraucht haben, so haben Sie auch nichts zu befürchten. Angenommen die Geschichte der „Klägerin“ ist frei empfunden, so kommt in strafrechtlicher Hinsicht zunächst weniger der Straftatbestand der Nötigung als vielmehr der eines ( versuchten )Prozessbetruges in Betracht.

3. So kann man doch nicht mit Menschen umgehen ?

Spätestens im Falle einer Klage sollten Sie anwaltschaftliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Klägerin muß im Falle des Unterliegens dann die Anwalts – u. Gerichtskosten selbst bezahlen. In einem solchen Zivilverfahren wäre Sie nicht Angeklagte, sonder eine ganz normale Partei. Es gibt dort nämlich als Parteien den Kläger und den Beklagten. Der Richter entscheidet nach freier Überzeugung nach entsprechender Beweisaufnahme, wer Recht hat und wer nicht.

4. Ist es keine vollendete Beleidigung, wenn in einer Email der Empfänger des Verfolgungswahns bezichtigt wird ?

Noch keine Beleidigung sind allgemeine Unhöflichkeiten oder Distanzlosigkeiten.

So muß trotz der Ernsthaftigkeit von paranoiden Wahrnehmungsstörungen und den oft verheerenden Folgen für die von dieser Krankheit Betroffenen, oft der Verfolgungswahn als „komisches“ Szenario für Fernsehserien und Ähnliches herhalten. Es gibt sogar ein Rollenspiel namens „ Paranoia “. Andy Grove, Mitbegründer von Intel, nannte eine seiner Publikationen „ Only the paranoid survive “, was so viel heißt wie „ Nur die Paranoiden überleben.“

Es kommt also darauf an, wie die Äußerung der Dame gemeint war.

Da Sie von Ihrem „ virtuellen Hausrecht “ Gebrauch gemacht haben und die Dame so aus dem Forum ausgeschlossen wurde, ist jedoch die Vermutung naheliegend, dass mit den gemachten Äußerungen die Missachtung Ihrer Ehre zum Ausdruck gebracht werden sollte. Dies könnte auf Strafantrag entsprechend geahndet werden. Ob Anklage erhoben wird entscheidet die Staatsanwaltschaft. Sie können außerdem den Weg der Privatklage begehen.

5. Kann man erstmal den Weg über die Staatsanwaltschaft wählen und wenn diese die Strafanzeigen dann einstellt, über den zivilrechtlichen Weg gehen, mit einer Unterlassungsklage ?

Der von Ihnen angedachte Weg wäre ohne Sühneverfahren der kostengünstigere. Eine Strafanzeige birgt jedoch auch das Risiko einer Gegenanzeige, da eine falsche Verdächtigung strafrechtlich als üble Nachrede gewertet werden kann. Alles in allem rate ich, einen Rechtsanwalt mit der Durchsicht des Email - Verkehrs zu beauftragen. Dieser kann dann das weitere für Sie günstige Vorgehen in der Angelegenheit klären.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
------------------------
www.anwaltkohberger.de

Ergänzung vom Anwalt 21.10.2007 | 16:28

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