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befristeter Arbeitsvertrag - wöchentliche Arbeitszeit


| 16.12.2006 02:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Ich arbeite seit Mai 2000 mit einen 1/2 Arbeitszeitvertrag für meinen Arbeitgeber. Wegen personeller Engpässe erhöhte ich meine wöchentliche Arbeitszeit auf 3/4. Dafür unterschrieb ich zwei befristete Änderungsverträge ( 1.12.03 - 1.2.04 und 2.2. - 31.05.04 ), die beide den Satz enthielten, dass nach Ablauf dieser Frist wieder die 1/2 Arbeitszeit gilt.
Leider änderte sich an der personellen Situation unserer Abteilung nichts und ich leistete stillschweigend weiter den 3/4 Vertrag bis zum Beginn meines Erziehungsurlaubes im September 2006.
Jetzt stelle ich fest, dass ich nach Ablauf meines Babyjahres nur noch als 1/2 Kraft arbeiten darf.
Habe ich keinen Anspruch darauf, wieder mit der 3/4 Stundenzahl beschäftigt zu werden? Der Arbeitgeber hat doch meine Mehrarbeit seit dem 1.6.04 toleriert, obwohl mein Arbeitsvertrag eine andere Stundenzahl enthielt. ( In meiner Lohnabrechnung steht, dass die 3/4 wöchtliche Arbeitszeit abgerechnet wird. )

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

Durch die langjährige Mehrarbeit dürfte sich Ihr Arbeitsvertrag stillschweigend verändert haben. Zwar war die vorherige Befristung aufgrund der personellen Engpässe rechtmäßig und lief jeweils zu den angegebenen Zeiten aus. Da Ihr AG Sie jedoch weiterhin faktisch im Sinne einer 3/4 Stelle beschäftigt und dies sogar in der Lohnabrechnung dokumentiert hat, ist von der zuvor genannten Vertragsänderung auszugehen.
Dem würde auch nicht entgegenstehen, wenn der Vertrag zu seiner Änderung die Schriftform voraussetzt.

Ein entsprechendes Urteil in einem ähnlich gelagerten Fall wurde kürzlich vom LAG Hamm entschieden (Urteil vom 04.05.2006, Az.: 8 Sa 2046/05).

Sie sollten also auf der 3/4 Stelle bestehen. Weigert sich Ihr AG allerdings, bleibt Ihnen nur eine gerichtliche Klärung der Angelegenheit. Für diesen Fall sollten Sie sich dann jedoch anwaltlicher Hilfe versichern. Gerne können Sie sich diesbezüglich auch an meine Kanzlei wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen in jedem Fall viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
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