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befristeter Arbeitsvertrag, Urlaubsanspruch

19.04.2016 09:04 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Norman Schulze


Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag von Okt. 2015 bis Mai 2016.
Es ist ein Teilzeitjob (50%) mit 20 Stunden pro Woche / 87 Stunden pro Monat.
Stundenlohn 8,50€ brutto.
Es ist kein Tarifvertrag.
Meistens wurde ich am Wochenende zum Arbeiten eingesetzt, dh SA, SO,
an jeglichen Feiertagen, sogar einmal über die Nacht (19-9 Uhr)
Nie habe ich Sonderzuschläge für Sonntag, Feiertage wie Neujahr, Weihnachten, oder die Nacht bekommen. Ist das so rechtens?
Außerdem weiß ich nicht, wie das mit dem Urlaubsanspruch aussieht.
Lt. Vertrag beträgt er 16 Arbeitstage, nicht genommener Urlaub verfällt am 31.3. im Folgejahr. Wie ist das in meinem Fall zu verstehen, denn der Vertrag Endet am 31. Mai.
Muß ich den kompletten Urlaub bis zum März nehmen? Oder weil sich das Jahr überschneidet, wird der Urlaub auf die einzelnen Monate ausgelegt?
Mein Chef meint, mein Resturlaub von 10 Tagen ist verfallen. Ist das so?
Was für mich noch unklar ist, der Chef möchte nur 4,50 / Stunde für Urlaub bezahlen.
Im Vertrag steht jedoch davon nichts.
Trotz meines 50% Teilzeit-Arbeitsvertrages möchte mich der Chef pro gearbeitete Stunde bezahlen.
Darf er das? Es ist kein 450,-€ Basis Job, wo man nach Stunden bezahlt wird.
Ich bin seit 2 Monaten krank geschrieben. Die Fortzahlung geht dann über die Krankenkasse.
Der Chef meint, ich habe Minusstunden, dies möchte er mit meinem Urlaub ausgleichen.
Dürfen bei meinem Teilzeitvertrag minus-oder Plusstunden entstehen?
Ich habe bisher immer einen Festlohn bekommen, egal ob ich plus oder minusstunden hatte.
Lt. meinen Arbeitgeber habe ich noch 18 STUNDEN Urlaub, er möchte, dass ich darauf verzichte.
Warum 18 Stunden? Seit wann wird Urlaub in Stunden gewährt?
Hier ist ein kleiner Auszug der Mail meines Chefs:
"Deine offenen Resturlaubstage per 31.03.2016 sind 6 Arbeitstage zu a 4,50 Std. = in Summe 27 Stunden, abzügl. Minusstunden = 0 Urlaubsanspruch. In den nächsten beiden Monaten entstehen dir noch 18 Stunden Urlaub, wobei es eigentlich fair wäre, wenn du auf diese verzichten würdest, da du ja krank bist, wir für dich Ersatz brauchen, diesen Ersatz auch bezahlen müssen und deine Kosten auf unserer/meiner Kappe somit weiterlaufen..."
Ich weiß nicht was ich tun soll, wie ich reagieren soll.
Ich fühle mich total über den Tisch gezogen.
Bitte um Hilfe
Frau K.

Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt summarisch beantworten möchte:

Nie habe ich Sonderzuschläge für Sonntag, Feiertage wie Neujahr, Weihnachten, oder die Nacht bekommen. Ist das so rechtens?

Wenn keine solchen Zuschläge vereinbart sind und es nicht so ist, dass Sie als einzige diese Zuschläge nicht bekommen, alle anderen Kollegen jedoch schon, haben Sie hier leider keinen Anspruch auf solche Leistungen

Muß ich den kompletten Urlaub bis zum März nehmen? Oder weil sich das Jahr überschneidet, wird der Urlaub auf die einzelnen Monate ausgelegt?
Mein Chef meint, mein Resturlaub von 10 Tagen ist verfallen. Ist das so?

In diesem Fall ist Ihr Chef im Recht. Arbeitsvertraglich ist geregelt, dass der Urlaub des Vorjahres am 31.03.2016 verfällt. Der Urlaub für die Zeit von Oktober bis Dezember 2015 ist danach verfallen. Hier gibt es leider keine Ausnahmeregelung im Gesetz.

Was für mich noch unklar ist, der Chef möchte nur 4,50 / Stunde für Urlaub bezahlen.
Im Vertrag steht jedoch davon nichts.

In diesem Fall ist Ihr Chef dazu verpflichtet, Ihnen die volle Entlohnung zukommen zu lassen. Für die geringere Entlohnung gibt es keinen Rechtsgrund.

Dürfen bei meinem Teilzeitvertrag minus-oder Plusstunden entstehen?
Mit dem Arbeitsvertrag stellt der Arbeitnehmer dem Arbeitnehmer gegen Bezahlung seine Arbeitskraft zur Verfügung. Gibt es keine Arbeit, ist das das Problem des Arbeitgebers. Er trägt das rechtliche und finanzielle Risiko, keine Verwendung für die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers zu haben. Dann befindet er sich im Annahmeverzug und muss den Lohn ohne Gegenleistung zahlen.
Zur Nachleistung der Arbeit ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet - es sei denn, es wird ein Arbeitszeitkonto geführt. Dann kann Leerlauf zu Minusstunden führen. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer aber kein Arbeitszeitkonto und damit das Risiko von Minusstunden "aufdrücken". Mit einem Arbeitszeitkonto und der Möglichkeit von Minusstunden muss sich der Arbeitnehmer einverstanden erklärt haben, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz vor kurzem klarstellt hat.

Der Chef meint, ich habe Minusstunden, dies möchte er mit meinem Urlaub ausgleichen.
Dürfen bei meinem Teilzeitvertrag minus-oder Plusstunden entstehen?
Trotz meines 50% Teilzeit-Arbeitsvertrages möchte mich der Chef pro gearbeitete Stunde bezahlen.
Darf er das? Es ist kein 450,-€ Basis Job, wo man nach Stunden bezahlt wird.

Entscheidend ist, was im Arbeitsvertrag steht. Steht im Arbeitsvertrag ein fester Lohn für eine feste Arbeitszeit, dann ist dies zu vergüten, sofern die volle vereinbarte Arbeitszeit erbracht worden ist.

Warum 18 Stunden? Seit wann wird Urlaub in Stunden gewährt?

Wie die Rechnung des Arbeitgebers aussieht, kann ich schlecht beurteilen. Er meint wohl eher, dass Sie noch 18 Stunden im „Plus" sind. Urlaub ist jedenfalls in Tagen zu gewähren.

Ich kann Ihnen nur raten, die Punkte in denen er im Unrecht ist, mit ihm offen zu besprechen und ihn damit zu konfrontieren, dass Sie sich dies nicht länger bieten lassen.

Ich möchte abschießend darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine vollständige und persönliche Rechtsberatung kann hierdurch nicht ersetzen werden. Auch führt das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen unter Umständen zu einer völlig anderen rechtliche Beurteilung.

Mit freundlichen Grüßen
N. Schulze

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