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baumassnahmen


10.05.2005 08:25 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Guten Tag!Unsere Mietwohnung gehört einem privaten Eigentümer,wird aber durch ein Immobilienbüro verwaltet.Diesem haben wir alle Reparaturen und Mängel zu melden und von da werden dann die Aufträge an Firmen in unserer Region vergeben.Unsere Wohnung hat einen kleinen Wintergarten von ca. 6qm.Im Februar lief der Heizkörper aus,wir meldeten das,die beauftragte Heizungsfirma behob den Schaden kurzfristig. Ca.4 Wochen später lief der Heizkörper wieder aus,diesmal war es ein anderes technisches Problem,so dass im April eine grösseree Reparatur erfolgte,bei der der Heizkörper entfernt wurde,sowie ein Teil der Trockenbauwand herausgesägt werden musste.Da nun Malerarbeiten notwendig sind,liess die Heizungsfirma den Heizkörper im Wintergarten liegen und wir vereinbarten,den Vermieter sofort über die notwendigen Malerarbeiten zu informieren und dann anschliessend die Angelegenheit beendet werden kann.Wir informierten umgehend das Immobilienbüro.Die zuständige Dame gab den Auftrag nach ihren Angaben sofort weiter.Seit ca.4 Wochen warten wir nun auf den Anruf der Malerfirma,haben zwischenzeitlich wöchentlich beim Immobilienverwalter uns gemeldet und nachgefragt ,ständig wird uns versichert"dass alles schnellstmöglich erledigt wird".Nun ist es so,dass der Heizkörper seit ca.4 Wochen quer in unserem Wintergarten liegt,wir nicht heizen konnten,einen "Schandfleck" an der Wand haben,an der Stelle,wo dieser Heizkörper hingehört....Ich denke wir sind unserer Mängelanzeigepflicht genügend nachgekommen.Unser Wintergarten ist so in diesem Zustand auch für uns nicht nutzbar.Nun meine Frage:Steht uns eine Mietminderung zu,in welcher Höhe,gibt es dafür eine Tabelle?Wie mache ich meinen Anspruch am besten geltend...ich befürchte nämlich,dass unser Vermieter sehr uneinsichtig ist....Welche gesetzlichen Grundlagen könnte ich mir bei meiner Forderung(wenn berechtigt)zu Nutze machen?Vielen dank!
Guten Morgen,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Da Sie den Wintergarten tatsächlich nicht mehr nutzen können und dieser zu der vermieteten Wohnfläche gehört, können Sie die Miete zumindest in Höhe der auf den Wintergarten entfallenden Nettomiete (Kaltmiete) mindern. Der Anspruch der Mietminderung ergibt sich aus § 536 BGB.

Die Mietminderung kann jedoch nicht rückwirkend erfolgen. Sie sollten daher umgehend, am besten per Einschreiben gegenüber dem Vermieter, die Nettokaltmiete um den Betrag der Nettokaltmiete für den Wintergarten mindern. Dies beginnend ab dem jetzigen Zeitpunkt.

Sollten Sie die Nettomiete seit den Arbeiten bereits unter Vorbehalt gezahlt haben, wovon ich nach Ihrer Schilderung aber nicht ausgehe, wäre eine Minderung bis zu Beginn der vorbehaltlichen Mietzahlung möglich.

Einen kurzen Überblick über Urteile zur Mietminderung gebe ich Ihnen nachfolgend (% = Minderungsbetrag der Nettokaltmiete):

Balkon
Balkon nicht benutzbar (Landgericht Berlin, Urteil vom 24.06.1986)
3%

Bauarbeiten
langwierige Straßenbauarbeiten, die mit einem erheblichen Eingriff in die vorhandene Infrastruktur und Umgebung verbunden waren
15%

umfangreiche Sanierungs- und Bauarbeiten
(Amtsgericht Weißwasser, Urteil vom 18.04.1994)
50%

Baulärm im Neubaugebiet in unmittelbarer Nachbarschaft
(Amtsgericht Darmstadt, Urteil vom 03.05.1982)
25%

Beleuchtung
nicht funktionierende Hausbeleuchtung
(Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 31.10.1990)
1%

Bleibelastung
bleihaltige Wasserleitungen
(Amtsgericht Hamburg, Urteil vom 18.08.1993)
5%

Fenster
undichte Fenster, Nässeschäden bei Schlagregen
(Landgericht Berlin, Urteil vom 18.03.1992)
5%

Feuchtigkeit
Eindringen von Wasser aufgrund undichten Daches
(Amtsgericht Reutlingen, Urteil vom 28.20.1990)
3%

feuchte Kellerräume
(Amtsgericht Bad Brahmstedt, Urteil vom 20.07.1989)
10%

Feuchtigkeit in der Wohnung wegen mangelhafter Außenisolierung
(Amtsgericht Köln, Urteil vom 23.05.1973)
20%

Garten
eingeschränkte Gartennutzung durch Aufstellen eines Schuppens
(Amtsgericht Köln, Urteil vom 09.06.1994)
5%

Geruchs-belästigu ng
Essensgerüche aus anderen Wohnungen
(Amtsgericht Tiergarten, Urteil vom 04.04.1990)
7%

Heizung
Klopfgeräusche in der Heizung
(Landgericht Darmstadt WUM 1980 52)
17%

mangelhafte Heizleistung (Raumtemperatur unter 20 Grad) im Winter (Amtsgericht Bad Segeberg, Urteil vom 29.09.1976)
20%

Heizungsausfall in den Wintermonaten
(Landgericht Bonn, Urteil vom 02.11.1981)
50%

Lärm
Trittschallgeräusche aus der darüberliegenden Wohnung
(Landgericht Hannover, Urteil vom 15.04.1994)
5%

Kindergeschrei innerhalb der allgemeinen Ruhezeiten
(Amtsgericht Neuß, Urteil vom 01.07.1988)
10%

häufiges und lautstarkes Feiern anderer Mieter
(Landgericht Dortmund, Urteil vom 19.05.1988)
20%

Lärm durch Bauarbeiten am Haus
(Landgericht Hannover, Urteil vom 28.05.1986)
22%

Schimmel
Schimmelpilzbildung im Schlafzimmer aufgrund mangelhafter
Außenisolierung (Landgericht Hamburg, Urteil vom 10.04.1984)
10%

erheblicher Schimmelpilzbefall in Wohn-, Schlaf und Badezimmer
(Landgericht Osnabrück, Urteil vom 02.12.1988)
20%

Vorhandener Schimmel in zwei Zimmern sowie Küche und WC
(Landgericht München I, Urteil vom 2.10.1985 -15 S 7066/85)
15%

Treppenhaus
Stolpergefahr im Treppenhaus
(Landgericht Berlin, Urteil vom 04.02.1993)
2,50%

Abblätternder Putz und Verschmierungen im Treppenhaus
(Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 31.10.1990)
10%

Ungeziefer
Mäuse- und Kakerlakenbefall in einer Stadtwohnung
(Amtsgericht Bonn, Urteil vom 08.02.1985)
10%

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de
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