Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

ausbildungshilfe

| 26.04.2011 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


guten tag

also mein problem ist folgendes

mein sohn der 450km von mir entfernt wohnt,er ist 20 jahre alt hat jetzt insgesammt 3 lehrstellen abgebrochen. er hat eine eigene wohnung, die miete teilen sich mein exmann und ich. da ich nie bescheid gesagt bekomme wenn er mal wieder die lehre abbrechen tut habe ich nun die zahlung eingestellt. jetzt ist er zur 2. lehrstelle wieder zurück gegangen. mein sohn hat mir von einem anwalt schreiben lassen das ich verpflichtet bin weiter zu zahlen. ich selber arbeite nur auf 400 euro und habe trotzdem die ganze zeit bezahlt. nun steht in dem brief das ich zahlen muss und mein jetziger mann dafür sorge tragen muss das ich meinen zahlungen nachkommen kann.warum muss mein mann für MEINE kinder aufkommen? ist das richtig? ich habe nämlich gehört das nach dem abruch der 2. lehre man nichts mehr zahlen muss und das amt dafür zuständig ist. auch hat er die ganze zeit das kindergeld auf sein konto bekommen. nun habe ich ein schreiben bekommen das ich nachweisen muss wo und wann er die lehren abgebrochen hat,ansonsten ein betrag von 4500 euro fällig ist. ich kann allerdings nachweissen das er selber das kg bekommen hat. habe ihm das gesagt das er mir lückenlos schreiben soll wo er gelernt hat u.s.w aber er weigert sich ,weil er mir eins auswischen will da ich diesen monat nun die zahlung eingestellt habe. ist das alles so rechtens? kann doch nicht sein das kinder alles machen können was sie wollen.

m.f.g

26.04.2011 | 15:17

Antwort

von


(207)
Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
Web: http://www.mv-recht.de
E-Mail:



Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:



Grundsätzlich besteht ja ein Anspruch Ihres Kindes aus Ausbildungsunterhalt bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung.

Dabei steht auf der anderen Seite von der Zahlungspflicht der Eltern, die Pflicht des Kinds diese Ausbildung zügig zu absolvieren.

Es ist dem Heranwachsenden zuzubilligen, dass er sich einmal um entscheidet und eine andere Ausbildung, als die zunächst geplante, absolviert.
Dies gilt gerade dann, wenn die Erstausbildung in einem Zusammenhang mit der zweiten Lehre stehen würde.

Von einem Erwachsenen ist aber zu erwarten, dass er aber die zweite Ausbildung auch beendet.

Der Abbruch zweier und der Beginn einer dritten Ausbildung zeugt davon, dass Ihr unterhaltsberechtigtes Kind nicht seiner Pflicht zur zügigen Beendigung der Ausbildung nachkommt.
Dieser Abbruch würde eine Obliegenheitspflichtverletzung seitens Ihres Kindes darstellen.

Aufgrund dieser Pflichtverletzung erlischt dann auch Ihre Unterhaltspflicht.

Nun schreiben Sie, dass Ihr Sohn zur zweiten Lehrstelle zurückgekehrt ist. Er befindet sich nun also wieder in der zweiten Ausbildung. Dann ist es grundsätzlich so, dass der Anspruch auf Ausbildungsunterhalt besteht.
Hier ist es von Relevanz, was für ein Zeitraum zwischen dem Abbruch der zweiten Lehre und der Wiederaufnahme liegt.
Denn ist hier eine Differenz von mehr als drei Monaten vorhanden, erfüllt das Ausbildungsverhalten Ihres Sohnes nicht die Anforderungen an eine zügige und pflichtbewusste Ausbildungsvollendung.

Es gibt jedoch leider keine klare Rechtsprechung, die besagen würde, dass in dem von Ihnen geschilderten Fall der Ausbildungsunterhaltsanspruch ausscheidet. Hier wäre eine Entscheidung im Einzelfall zu treffen.



Was die Verpflichtung Ihres jetzigen Mannes angeht, so ist es erst einmal so, dass dieser nicht verpflichtet ist, Unterhalt für Ihr Kind zu leisten.
Was der Anwalt meinen könnte, ist die sogenannte „Hausmann-Rechtsprechung" des BGH.
Es ist danach so, dass die Eingehung einer neuen Ehe verbunden mit der Entscheidung, in der neuen Ehe nicht zu arbeiten (sondern Hausfrauentätigkeit auszuüben), nicht dazu führen darf, dass dieses Elternteil keinen Unterhalt mehr zahlen kann.

In Ihrem Fall es aber anders: wie Sie ausgeführt haben, arbeiten Sie auf 400 EUR Basis. Sie haben also ein Einkommen.

Von diesem Einkommen wäre dann auch Unterhalt zu leisten, wenn dieser in Ihrem Fall nicht wegen zu langer Aussetzung der zweiten Ausbildung verwirkt ist.
Ihr Mann wird in keinem Fall herangezogen – es ist lediglich so, dass Sie eine Verpflichtung zum Erwerb trifft, damit Sie Unterhalt leisten können.


Weiter fragen Sie, ob Ihr Sohn Ihnen zur Auskunft über sein Einkommen und seine Einnahmen (Kindergeld) verpflichtet ist.

Dies ist der Fall. Sie haben Ihrem Sohn gegenüber einen Anspruch auf solch eine Auskunft gem. § 1605 BGB .
Da Sie sich bezgl. der Rückforderung von 4500 EUR erklären müssen, haben Sie auch ein berechtigtes Interesse an der Auskunft.


Ihr Sohn wird von einem Anwalt vertreten – also sollten Sie auch an diesen Ihr Auskunftsbegehren richten.

Im Übrigen ist es so, dass Ihr Sohn es ist, der seinen Anspruch auf Unterhalt beweisen muss.

Ihm obliegt es also, nachzuweisen, dass er eine Ausbildung ausübt, die noch im Rahmen des Ausbildungsunterhaltes von Ihnen zu finanzieren ist.


Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung weitergeholfen zu haben.


___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.


Rechtsanwalt Mathias Drewelow
Fachanwalt für Medizinrecht

Rückfrage vom Fragesteller 27.04.2011 | 11:52

guten tag
vielen dank für ihre antwort die mir sehr geholfen hat
also lese ich daraus das ich mit gutem recht nun die zahlungen eingestellt habe.
nochmal genau die angefangenen lehrstellen
6 wochen tankwart ...fristlose kündigung
9 monate als koch.....abgebrochen
7wochen in einem cafe.....fristlose kündigung
nun wieder zur der lehrstelle wo er 9 monate als koch war.
mein exmann meinte das die beiden kurzen lehrstellen nicht zählen
vielleicht könne sie mich in der hinsicht beruhigen
..f.g hillemeyer

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.04.2011 | 14:20



Sehr geehrte Fragestellerin,

ich kann Sie leider nicht vollständig beruhigen.

Wie ausgeführt gilt der Grundsatz, das Kind hat seine Ausbildung zügig zu beenden, wobei ein Ausbildungswechsel in jedem Fall zugebilligt wird.

Die erste Ausbildung endete nach 6 Wochen, wobei zu Ihren Gunsten davon ausgegangen werden kann, dass eine fristlose Kündigung aus dem Verschulden Ihres Sohnes heraus ausgesprochen wurde.

Daraufhin begann die zweite Ausbildung zum Koch, was nach den dargestellten Grundsätzen unterhaltsrechtlich zumutbar war.

Aber auch diese wurde gegen eine dritte Ausbildung abgebrochen.
Nun hat sich Ihr Sohn aber innerhalb von 7 Wochen dazu entschieden seine zweite Ausbildung fortzuführen.
Unter Umständen hat diese siebenwöchige "Pause" überhaupt nicht dazu geführt, dass sich die Ausbildungszeit verlängert. Es könnte sein, dass Ihr Sohn die Defizite wieder aufholt und demnach das Ende der Ausbildungszeit nicht verschleppt.
Hier liegt wahrlich ein Grenzfall vor. Im Falle eines Rechtsstreites würde ich aber konstatieren, dass ein Familienrichter Ihrem Sohn den Ausbildungsunterhalt eher zubilligt, als ihm diesen aufgrund des beschriebenen Verhaltens zu verwehren.

Daher muss ich Ihnen dazu raten, weiter Unterhalt zu leisten, weil eine Nichtzahlung mit hohen Risiken verbunden ist.

Abgesehen davon hat Ihr Sohn Sie über den Stand seiner Ausbildung und den weiteren Verlauf zu informieren. Gegebenenfalls sind Ausbildungsmaßnahmen auch mit Ihnen abzustimmen. Das vorausgehende Verhalten Ihres Sohnes, Ihnen über seine Ausbildung nichts mitzuteilen ist also abgesehen von Ihrer Unterhaltsverpflichtung ebenfalls rechtswidrig.



Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Mathias Drewelow
(www.mv-recht.de)

Bewertung des Fragestellers 29.04.2011 | 08:41

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Mathias Drewelow »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 29.04.2011
4,8/5,0

ANTWORT VON

(207)

Am Kabutzenhof 22
18055 Rostock
Tel: 0381 25296970
Web: http://www.mv-recht.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht, Fachanwalt Medizinrecht, Arztrecht