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atypisch stille Beteiligung

01.07.2015 16:19 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Ich ziehe in Betracht mich bei einem Unternehmen als atypisch stiller Gesellschafter zu beteiligen. Um nach meinem Invest weiterhin ruhig schlafen zu können, möchte ich von Ihnen wissen ob ich als atypisch stiller Gesellschafter im Insolvenz-Fall mit meinem privaten Vermögen für die Forderungen der Gläubiger Hafte, oder nur in Höhe meiner Einlage.

Lt. dem Unternehmen an dem ich mich beteiligen möchte ist das nicht der Fall. Aber es gibt YT Videos in denen darauf hingewiesen wird, das auch stille Gesellschafter im Fall einer Insolvenz über die Einlage hinaus haftbar gemacht werden können.

Bitte um Auskunft.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Dies kommt sehr auf die Vertragsgestaltung und die Rechtsform der Gesellschaft an, an der Sie sich beteiligen wollen.

Grundsätzlich haften atypische und typische stille Gesellschafter Geschäftsgläubigern nur aus besonderen Verpflichtungen.

Zwei Haftungsfälle kann es bei der atypischen stillen Beteiligung geben.

Zum einen können im Beteiligungsvertrag Verpflichtungen geregelt sein, die der Insolvenzverwalter einfordert, z.B. nicht geleistete Einlagen.
Zum anderen kann es bei der Begründung einer atypischen stillen Gesellschaft zu einer Vertragsgestaltung kommen, die den Rechtsschein einer echten Gesellschafterposition schafft. Dann kann es im Falle der Insolvenz einer Personengesellschaft zur Rechtsscheinhaftung kommen, die auch die Inanspruchnahme des stillen Gesellschafters durch den Insolvenzverwalter bedeutet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen / Best regards

Dipl.-Kffr. (FH)
Marie- Luise Kollmorgen
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht
Mediatorin

Nachfrage vom Fragesteller 01.07.2015 | 18:48

Sehr geehrte Frau Kollmorgen,

Vielen Dank für die Auskunft.

Ich möchte zu den zwei von Ihnen angeführten, möglichen Haftungsfällen folgendes anmerken und noch eine Nachfrage stellen:

Zu Haftungsfall 1.:
Im Vertrag gibt es keine "Nachschusspflicht", es ist explizit beschrieben, das kein neues Geld im Falle eines Totalverlustes nachgezahlt werden muss. => Somit fällt meiner Einschätzung nach, in meinem Fall dies als möglicher Haftungsfall weg.

Zu Haftungsfall 2. Rechtsschein einer echten Gesellschafterposition:
Im Vertrag steht explizit das die Geschäftsführung alleine dem Inhaber zusteht. Was könnte zum Beispiel dann noch darauf hinweisen, das es sich bei der atypisch stillen Gesellschaft um eine Gesellschafterposition handelt die den Rechtsschein einer echten erweckt ? Was sind deren typische Merkmale ?

Besten Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.07.2015 | 22:48

Sehr geehrter Frager,

zu1.)

Die Nachschusspflicht ist nicht das Problem, sondern die Form Ihrer Einlagenleistung. Ist diese einmalig oder eine Dauerschuld oder eine Ratenzahlung. Nur wenn diese vollständig geleistet wurde, kann der Insolvenzverwaler nichts mehr fordern.

zu2.)

Die Frage ist, welche Rechte man Ihnen in der Beteiligung einräumt. Sollte diese nach außen als Gesellschafterrechte wahrgenommen werden, besteht die Gefahr des Rechtsschein. Z.B. die Gesellschaft nach außen zu vertreten. Auch das tatsächliche Auftreten kann den Rechtsschein setzen.

Ich hoffe Ihnen damit geholfen zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Kffr. (FH)
Marie- Luise Kollmorgen
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht
Mediatorin

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