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anzweifeln der Vaterschaft

20.04.2006 15:10 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Mein Exfreund hat die Vaterschaft für meinen knapp 6-jährigen Sohn anerkannt. Ich habe Zweifel, dass er der tatsächliche Vater ist, da auch ein anderer in Frage käme. Zur Info: Ich hatte mich vom Exfreund kurz nach der Geburt getrennt.
Auf der Geburtsurkunde ist der Exfreund eingetragen.
Meine Frage ist:
Kann ich die Vaterschaft anzweifeln UND WENN JA WIE ?

Sehr geehrte Ratsuchende,

grundsätzlich stehen in Ihrem Fall dem Ex-Freund, dem Kind und Ihnen das Recht zu, die Vaterschaft anzufechten. Nach § 1600b BGB sind jedoch eine Frist zu beachten. So heißt es in der genannten Vorschrift:

"Die Vaterschaft kann binnen zwei Jahren gerichtlich angefochten werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen".

Es muss somit ein objektiver Verdacht vorliegen, der diese Umstände begründet, ansonsten wäre eine Vaterschaftsanfechtung zeitlich unbeschränkt möglich.

Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Ihre Zweifel an der Vaterschaft Ihres Ex-Freundes schon länger als zwei Jahre zurückliegen. Demzufolge käme eine Anfechtung nach Ihrer Schilderung durch Sie nicht mehr in Betracht.
Ihrem Sohn steht aber nach § 1600b Abs. 3 BGB das Recht zu, nach Eintritt seiner Volljährigkeit die Vaterschaft selbst anzufechten.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführung geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Pilath
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.04.2006 | 16:28

Meine Frage ist ob der Kindesvater meine zustimmung braucht, wenn er diese Vaterschaftserklärung macht und wenn er dies ohne meine Zustimmung gemacht hat ob ich diese beim fast 6 jährigen Sohn anfechten kann ? Info: Er hat damals die Vaterschaft erklärt ohne dass ich meine Zustimmung dazu gab, noch das ich irgendwo unterschrieben habe dass er der Vater ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2006 | 17:47

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Ergänzungen beantworte ich wie folgt:

Nach § 1595 BGB bedarf es für die Anerkennung der Vaterschaft der Zustimmung durch die Kindesmutter. Sofern diese ohne Ihre Zustimmung erfolgt ist, ist sie unwirksam. Zwar konnte Ihr Ex-Freund die Vaterschaft zu Ihrem Kind anerkennen, dieses Anerkenntnis entfaltet aber grundsätzlich keine rechtlichen Wirkungen.
Etwas anderes gilt, wenn seit der Eintragung in ein deutsches Personenstandsbuch fünf Jahre verstrichen sind. Nach Fristablauf ist die Anerkennung der Vaterschaft wirksam. Ob diese Frist bei Ihnen abgelaufen ist, ist nicht ersichtlich.
Sollte hiernach die Vaterschaft wirksam anerkannt worden sein, steht Ihnen kein Recht zur Anfechtung zu, es sei denn, Sie weisen nach, dass Sie erst zu einem späteren Zeitpunkt, der innerhalb der Zweijahresfrist liegt, von Umständen erfahren haben, dass Ihr Ex-Freund nicht der Kindesvater ist. Dies ist anhand Ihrer Darstellung nicht ersichtlich.

Ich hoffe Ihnen Ihre Nachfrage eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Pilath

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