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anklageschrift betrug

26.04.2012 19:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


guten tag ich habe gerade eine anklage schrift bekomm ich habe in dem zeitraum 10.februar bis 9 juni 2010 in velbert gewohnt. ich bezog diese wohnung da ich vorher ein messi war und meine alte wohnung verlor .bin dann wie gesagt in die neue wohnung und hatte nichts weder was zum anziehen noch möbel noch kochtöpfe oder teppiche und bestellte vieles auf kleinen raten um es zahlen zu können .. ich hatte dann den überblick verloren ich hatte kein eigenes bankkonto und wollte in velbert neu anfangen und zum amt gehen harz 4 beantragen um dann diese kleinen raten zahlen zu können. was ich aber nie tat ich weiß bis heute nicht warrum ich denke ich war einfach krank kümmerte mich um nichts wie gesagt ich bestellte dann halt die ganzen sachen jetzt habe ich eine anklage schrift wegen betrug in 62 fällen 12.000 euro schaden . meine frage ist kann ich da noch mit bewährung raus kommen oder ein paar tausend sozialstunden ??ß ich würde alles tun um das wieder gut zu machen ich weiß ja das es ein riesen fehler war habe sogar mein laptop verschenkt weil ich richtig süchtig war nach bestellungen und ich wusste das es ein ende haben muss bitte um antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Strafrahmen beträgt bei Betrug Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe, § 263 Abs. 1 StGB. Ob vorliegend eine Geldstrafe in Betracht kommt oder ob eine Freiheitsstrafe verhängt werden wird, die dann zur Bewährung ausgesetzt werden kann, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und kann ohne Akteneinsicht nicht pauschal eingeschätzt werden. Hier kommt es u. a. darauf an, ob strafmildernde oder strafschärfende Gründe zu berücksichtigen sind. Eine wirtschaftliche Notsituation bei Begehung der Tat wird sich z. B. strafmildernd auswirken, ebenso, wenn Sie noch nicht vorbestraft sind. Sollte vorliegend eine Freiheitsstrafe verhängt werden, hat das Gericht die Voraussetzungen des § 56 StGB zu beachten.

Nach § 56 Abs. 1 StGB wird eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr zur Bewährung ausgesetzt, wenn zu erwarten ist, dass der Verurteilte sich schon die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr begehen wird. Zu berücksichtigen sind hierbei die Persönlichkeit des Täters, sein Vorleben, die Umstände der Tat, sein Verhalten nach der Tat und auch die Wirkungen, die von der Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung für den Täter zu erwarten sind.

Nach § 56 Abs. 2 StGB kann das Gericht unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 auch die Vollstreckung einer höheren Freiheitsstrafe, die zwei Jahre nicht übersteigt, zur Bewährung aussetzen, wenn nach der Gesamtwürdigung von Tat und Persönlichkeit des Verurteilten besondere Umstände vorliegen. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, ob der Verurteilte den durch die Tat verursachten Schaden wiedergutgemacht hat.

Das Gericht stellt hierbei eine Prognose an, der die Erwartung zugrunde liegt, dass der Verurteilte sich künftig straffrei verhalten wird. Steht dies zur Überzeugung des Gerichts fest, wird eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt.
Zusammenfassend kann ich Ihnen nur empfehlen, einen Strafverteidiger vor Ort mit Ihrer Interessenwahrnehmung zu beauftragen. Es sollte unbedingt Akteneinsicht beantragt werden, damit eine geeignete Verteidigungsstrategie entwickelt werden kann. Ohne vorherige Akteneinsicht ist eine Aussage dazu, welche Strafe Sie erwartet, reine Spekulation.
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Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2012 | 01:15

guten abend ich danke ihnen für ihre antwort .. die ich aber leider nicht ganz verstanden habe mit diesen paragrafen und so ... sie schreiben es kommt auch darauf an ob man vorbestraft ist .. also ich konnte die miete der wohnung nicht zahlen in der ich zu diesem zeitpunkt gelebt habe und hatte eine verurteilung von 50 tagessätzen a 20 euro ... mir wurde aber gesagt das man dadurch nicht vorbestraft ist und ich zahle diese strafe auch regelmäßig mit 25 euro ab ohne unterbrechung ...( und ist es überhaupt allgemein möglich bei einer summe von 12.000 euro bei harz 4 eine geldstrafe zu bekomm??) ich meine ich bereue mein verhalten zu tiefst und würde auch wie gesagt tausende sozialstunden machen um es wieder gut zu machen aber meine frage ist so etwas überhaupt allgemein möglich ??? denn ich wäre die erste die es tun würde ... mit freundlichen gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2012 | 11:11

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Es ist richtig, dass Sie noch nicht als vorbestraft gelten. Allerdings wird das Gericht von der Vorverurteilung Kenntnis haben und diese bei der Strafzumessung berücksichtigen. Je nach zeitlichem Ablauf der Taten kann auch auch eine nachträgliche Gesamtstrafe nach § 55 StGB zu bilden sein. Näheres dazu kann aber erst nach Akteneinsicht gesagt werden.

Des Weiteren möchte ich Sie ergänzend darauf hinweisen, dass eine Geldstrafe vorliegend nicht mehr in Betracht kommt, weil 62 Betrugsfälle angeklagt sind. Dies hatte ich gestern Abend überlesen. Das Gericht wird damit einen besonders schweren Fall des Betrugs nach § 263 Abs. 3 StGB annehmen. Der Strafrahmen beträgt hierfür Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Eine Geldstrafe ist in solchen Fällen vom Gesetz nicht vorgesehen. Aus diesem Grund müssen Sie mit der Verhängung einer Freiheitsstrafe rechnen, die aber natürlich unter den bereits genannten Voraussetzungen zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin


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