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angebliche Körperverletzung bei Schulkind

28.11.2017 19:32 |
Preis: 38,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Evgen Stadnik


Hallo,
Ich habe heute eine Vorladung wegen Körperverletzung erhalten, wobei dieser Vorwurf nicht stimmt. Nun bin ich aufgeregt und befürchte, dass diese Lüge tatsächlich dazu führt, dass ich verurteilt werde.

Kurz zum Vorfall:
Mein Sohn (7) wurde vor den Sommerferien von einem Schüler der Parallelklasse auf dem Nachhauseweg fast auf die Straße geschubst und aufs Übelste beleidigt.
Nachdem die Schule davon erfuhr, versuchte man mit dem Jungen zu sprechen (Sozialarbeiterinnen der Schule), was jedoch nicht fruchtete.

Auch erfuhr ich so, dass dieser Junge sehr bekannt ist für bedrohliches und beleidigendes Verhalten an seinen Mitschülern. Meinen Sohn hatte es nur "zufällig" erwischt, sonst hatten die beiden quasi keinen Kontakt miteinander.
Als ich meinen Sohn 3 Tage später von der Schule abholte, sah ich diesen Jungen auf dem Hinterhof der Schule und hatte das Bedürfnis "erzieherisch" tätig zu werden, weil ich große Sorgen hatte, dass er meinen Sohn wieder bedroht. Ich ging zu ihm und sagte ihm, er solle meinen Sohn in Zukunft in Ruhe lassen.
Mein Mann kam in diesem Moment dazu (ich dachte er wäre weitergegangen zum Hortgebäude) und sah, dass dieses Kind sich nicht im geringsten dafür interessierte, dass ich ihm etwas sagen möchte. Er fasste ihn an der Schulter, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen, und sagte: Hast du gehört, was dir gesagt wurde? Schau uns an, wenn wir mit dir reden!
Daraufhin sagte der Junge sowas wie "Jaja" und wir gingen weiter.
5 Minuten später kam ein Erzieher zu uns und fragte, ob wir den Jungen angefasst hätten. Mein Mann stimmte zu und begründete es.
Der Junge und ein Freund (der neben ihm saß) wären direkt zu ihm (dem Erzieher) gelaufen und hätten gesagt, mein Mann hätte ihn geschlagen/angefasst (ich weiß das jetzt nicht mehr genau, was die beiden behaupteten).
Der Erzieher sagte uns, selbst das Ansprechen sei nicht erlaubt und es könne sein, dass wir von der Schule hören.
Er schrieb abends noch eine Stellungnahme, die er am nächsten Tag in der Schule abgab.
Es sollten dann Gespräche stattfinden, zwischen den anderen Eltern und uns, aber irgendwann verlief die Sache im Sand. Allerdings hieß es bereits im Juni, die andere Mutter überlegt Anzeige zu erstellen. Uns wurde auch gesagt, wir könnten den Jungen anzeigen, wovon wir absagen, weil wir auf eine schulinterne Klärung hofften.
Nun gab es keinen weiteren Vorfall und wir dachten, anscheinend besteht kein Klärungsbedarf mehr.
Heute nun die Anzeige in der Post. Ich selbst werde wegen Körperverletzung beschuldigt, dabei habe ich den Jungen nichtmal berührt. Mein Mann hat ihn berührt, aber nicht verletzt.

Müssen wir einen Anwalt nehmen?
Ich bin selbst Lehrerin und es daher gewohnt auch belehrend mit Kindern zu sprechen. Ich hätte es wohl nicht gedurft, war mir dessen in dem Moment aber nicht bewusst.
Mein Mann ist Polizist und geht recht entspannt an die Sache, doch ich befürchte negative Konsequenzen in Bezug auf meine Arbeit.
Sollten wir Akteneinsicht beantragen?
Oder ist es nicht nötig, weil mein Mann bezeugen kann, dass ich dieses Kind nicht mal berührt, sondern nur angesprochen habe?

Mit freundlichen Grüßen
C. K.
Eingrenzung vom Fragesteller
28.11.2017 | 19:44

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst sollten Sie sich keinen Anwalt nehmen, allenfalls einen solchen mit bloßer Akteneinsicht beauftragen. Es wird Ihnen kein Anwalt empfehlen eine Aussage ohne die vorher erfolgte Akteneinsicht zu tätigen. Es erscheint mir auch befremdlich, dass das Ansprechen der Kinder auf dem Gelände nicht erlaubt sein dürfte, kommt allerdings auf die Hausordnung der Schule an.
Auch wenn Sie nachweislich mit dem Jungen nur verbal kommuniziert haben, so könnte bei der Vernehmung der Verdacht auf Ihren Ehemann fallen, weshalb das Verfahren gegen Sie aufgrund des fehlenden Verdachts einer Straftat eingestellt wird und gegen Ihren Mann allerdings eröffnet.

Aus meiner Sicht handelt es sich auch im Hinblick auf das Berühren an der Schulter um keinen strafrechtlichen Tatbestand. Eine Körperverletzung ist jede üble, unangemessene Behandlung, durch die die körperliche Unversehrtheit oder das körperliche Wohlbefinden des Opfers nicht nur unerheblich beeinträchtigt wird. Durch leichtes Anpacken an der Schulter kann wohl nicht von einer erheblichen körperlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden.
Allenfalls stellt dies eine Nötigung dar, da der Junge quasi dazu genötigt worden war Ihnen zuzuhören. Nicht jedweder Zwang wird allerdings auch als eine Nötigung klassifiziert. Sie erfordert auch Verwerflichkeit, die ich hier allerdings nicht sehe. Es werden sich aber bestimmt Juristen finden, die der Meinung sind, dass die Schutzlosigkeit des Kindes als Gegenüber von einem (bzw. zwei) Erwachsenen ausgenutzt wird um ihn einzuschüchtern.

Wie bereits oben dargelegt, kann ich Ihnen im Ergebnis nicht empfehlen ohne über die Aussage des Jungen im Klaren zu sein, eine Aussage zu tätigen. Allenfalls können Sie sich auf den Tatvorwurf soweit einlassen, dass Sie lediglich den Wortlaut der Konversation mit dem Jungen wiedergeben.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2017 | 21:33

Vielen Dank erstmal für Ihre Antwort.
Das Schreiben kam von einer Polizeidienststelle und es hieß darin, ich könne die vorliegenden Verdachtsgründe beseitigen und zu meinen Gunsten sprechende Tatsachen geltend machen.
An dem Tag des Vorfalls hatte mein Mann ja abends eine ausführliche Stellungnahme und Situationsbeschreibung verfasst, die wir der Schule am nächsten Tag vorlegten.
Wir überlegen nun, diese Stellungnahme an die Polizei zu schicken, da so vorab auch unsere Schilderung ernst genommen werden kann und der Polizei vorliegt.
Darin wurde ja bereits damals schon beschrieben, dass ICH dieses Kind nie berührt habe.
Macht es Sinn, der Polizei hier ein Schreiben mit dieser Stellungnahme von damals vor der Vernehmung zu übermitteln?

Vielen Dank und einen schönen Abend!

C.K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2017 | 22:17

Werte Fragestellerin,

da Sie bereits eine Stellungnahme an die Schule geschrieben haben, gehe ich stark davon aus, dass diese auch der Polizeidienststelle vorliegt. Die Gewissheit kann aber nur durch eine Akteneinsicht erlangt werden.
Die Floskel, der Beschuldigte könne durch seine Stellungnahme die vorliegenden Verdachtsmomente beseitigen und zu seinen Gunsten sprechende Tatsachen geltend machen, ist bei Vorladungen zur Beschuldigtenvernehmung üblich.

Falls Sie sich zum Sachverhalt äußern wollen, so schreiben Sie lediglich, dass Sie den Tatvorwurf zurückweisen, da mit dem Jungen nur ein Gespräch geführt worden war und zu keinem Zeitpunkt ein körperlicher Kontakt statt fand.

Da nicht gewiss ist, ob die an die Schule abgegebene Stellungnahme der Polizei vorliegt, sollten Sie diese nicht schlichtweg an diese übersenden, da Sie damit unnötig Ihren Ehemann belasten könnten.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen ebenfalls einen schönen Abend und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
RA Stadnik

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