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als geschäftsführer bestellt trotz insolvenz (unwissend)

03.10.2014 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Guten Tag,

Ich bin als Geschäftsführer einer GmbH bestellt worden, und musste danach feststellen daß
die GmbH bereits seit gut drei Wochen in der vorläufigen Insolvenz ist. Das habe ich per Zufall
entdeckt.
Pikanterweise ist die betroffene Gesellschaft eine 100% Tochter einer anderen GmbH, die seit geraumer Zeit in der Insolvenz ist, und durch den Insolvenzverwalter vertreten wird.
Laut eigener Aussage wußte der Insolvenzverwalter nicht davon.
Meine konkrete Frage wäre: Wie komme ich jetzt ohne Schaden aus dieser Situation raus?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst ist die Aussage des Insolvenzverwalters der Mutter-GmbH, er habe nichts von Ihrer Bestellung gewusst, nicht nachvollziehbar und deutet für sich bereits auf Unregelmäßigkeiten hin. Der Insolvenzverwalter ist (nur) für die Verwaltung der Insolvenzmasse da, vereinfacht ausgedrückt für alle geldwerten Vermögensgegenstände. Nicht zum Insolvenzbeschlag gehört damit die so genannte gesellschaftsrechtliche Ebene. D.h. die Gesellschafter einer insolvenzen GmbH dürfen ihre Geschäftsanteile nach wie vor frei verkaufen, den Geschäftsführer berufen und abberufen, ohne dass der Insolvenzverwalter involviert ist.

In Ihrem Fall muss Ihre Berufung zum Geschäftsführer der Tochter-GmbH aber durch die Gesellschafterversammlung erfolgt sein. Da Gesellschafterin nur die ebenfalls insolvente Mutter-GmbH ist, müssen Sie durch diese berufen worden sein. Die Wahrnehmung der Gesellschafterrechte einer insolventen Mutter-GmbH an gegenüber der Tochter-GmbH obliegt aber dem Insolvenzverwalter der Mutter-GmbH, da deren Geschäftsanteil an der Tochter einen geldwerten Vermögensbestandteil darstellt.Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn der Insolvenzverwalter der Mutter-GmbH die Geschäftsanteile an der Tochter aus dem Insolvenzbeschlag freigegeben hat, vgl. § 35 InsO.
Daher sollte zunächst die Wirksamkeit Ihrer Bestellung hinterfragt werden, d.h. Sie sollten sich zunächst nach einer etwaigen Freigabe erkundigen. Sollte die Freigabe nicht oder nicht vor Ihrer Bestellung erfolgt sein, wäre Ihre Bestellung unwirksam, was dem Registergericht mitgeteilt werden sollte.

Sollten Sie hingegen wirkam bestellt worden sein, ist zumindest keine Gefahr in Verzug, da aufgrund der bereits angeordneten vorläufigen Verwaltung der erforderliche Insolvenzantrag gestellt wurde. Daher steht es Ihnen frei, ohne Abwarten weiterer Ereignisse oder ohne veranlasste eigene Handlungen das Amt des Geschäftsführers gegenüber den Gesellschaftern niederzulegen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2014 | 19:13

Vielen Dank für die Antwort, ich habe mich aber möglicherweise missverständlich ausgedrückt:
Mutter GmbH ist seit ca. 6 Monaten in der Insolvenz. Deren Insolvenzverwalter hat mich als GF einer Tochter GmbH bestellt.
Nach Bestellung stelle ich fest, daß die Tochter GmbH seit 3 Wochen in der vorläufigen Insolvenz ist. Vielen Dank und mit besten Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2014 | 08:34

Hallo

und vielen Dank für die Richtigstellung. Damit ist Ihre Bestellung zum Geschäftsführer also wirksam erfolgt. Es besteht daher, wie bereits beschrieben, die Möglichkeit, das Amt niederzulegen, falls Sie dieses nicht weiterführen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

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